Geschichte der Rasse
Die Geschichte des Alpenländische Dachsbracke ist untrennbar mit den Jagdtraditionen der Alpenregion verbunden. Die Notwendigkeit eines ausdauernden, niedrigläufigen Hundes, der in dichten Wäldern und felsigem Gelände arbeiten kann, bestand über Jahrhunderte. Man nimmt an, dass die Vorfahren des heutigen Dachsbracke robustere und größere österreichische Bracken waren, die mit dackelartigen Hunden gekreuzt wurden, um kürzere Läufe zu erhalten. Dies ermöglichte es dem Hund, sich effektiver im Unterholz zu bewegen und eine Spur sicher zu verfolgen, ohne eine zu hohe Geschwindigkeit zu entwickeln, was bei der Verfolgung von verletztem Wild entscheidend war.
Die gezielte Zuchtarbeit begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Einer der Schlüsselmomente in der Geschichte der Rasse war die Schirmherrschaft von Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn. Als leidenschaftlicher Jäger schätzte er die Arbeitsqualitäten dieser Hunde sehr. In den 1880er Jahren nahm er Alpenländische Dachsbracken regelmäßig mit auf Jagden nach Murau und in die Türkei, was zur Popularisierung der Rasse in der Aristokratie beitrug. Dank der königlichen Gunst erlangte die Rasse offizielle Anerkennung und begann ihren Weg zur Standardisierung.
1932 erkannte der Österreichische Kynologenverband den „Alpenländischen-Erzgebirgler Dachsbracke“ offiziell als dritte Schweißhunderasse neben dem Hannoverschen Schweißhund und dem Bayerischen Gebirgsschweißhund an. 1975 wurde der Name auf „Alpenländische Dachsbracke“ verkürzt und die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkannte Österreich als Ursprungsland an. Die endgültige Aufnahme in die FCI-Klassifikation erfolgte 1991, was den Status der Rasse auf internationaler Ebene festigte.
Rassestandard und äußeres Erscheinungsbild

Der Alpenländische Dachsbracke ist ein niedrigläufiger, aber sehr robuster Hund mit einem länglichen Körper und einem kräftigen Knochenbau. Sein Aussehen entspricht voll und ganz seinem Zweck: Jedes Merkmal zeugt von Ausdauer und Bereitschaft für langanhaltende Arbeit. Trotz der kurzen Läufe wirkt der Hund harmonisch und athletisch.
- Kopf: Der Schädel ist leicht gewölbt, mit einer ausgeprägten Stirnfurche. Der Übergang von der Stirn zum Fang ist fließend. Der Fang ist kräftig, mit gut entwickelten Kiefern und einer dunklen Pigmentierung der Lefzen.
- Augen: Dunkelbraun, mit einem intelligenten und ruhigen Ausdruck. Die Augenlider liegen eng an.
- Ohren: Hoch angesetzt, breit, glatt und herabhängend, ohne Falten. An den Enden abgerundet, mittellang (reichen bis zu den Mundwinkeln).
- Körper: Lang und muskulös. Der Hals ist kräftig, ohne Wamme. Der Widerrist ist gut ausgeprägt. Der Rücken ist gerade und stark. Die Lenden sind kurz und breit. Die Kruppe ist leicht abfallend. Der Brustkorb ist tief und lang, mit gut entwickelten Rippen, was ein großes Lungenvolumen gewährleistet. Der Bauch ist mäßig eingezogen.
- Rute: Hoch angesetzt, an der Basis dick, zum Ende hin schmaler werdend. Im Ruhezustand hängt sie herab. Auf der Unterseite hat sie eine Bürste (längeres Fell). In Bewegung wird sie leicht erhoben getragen.
- Gliedmaßen: Die Vorderläufe sind kurz, gerade und kräftig. Die Hinterläufe sind muskulös, mit guten Gelenkwinkeln, was für einen kräftigen Schub sorgt. Die Pfoten sind kräftig, geschlossen, mit harten Ballen und schwarzen Krallen.
- Fell und Farbe: Das Fell ist sehr dicht, kurz, mit einer dichten Unterwolle, die zuverlässig vor Witterung schützt. Die ideale Farbe ist intensives hirschrot, möglicherweise mit einem leichten schwarzen Anflug. Ebenfalls zulässig ist schwarz mit klar abgegrenzten rotbraunen Abzeichen am Kopf („Vieräugl“), auf der Brust, den Läufen und der Rute. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust ist erlaubt.
| Körperteil | Beschreibung gemäß FCI-Standard Nr. 254 |
|---|---|
| Allgemeines Erscheinungsbild | Niedrigläufiger, robuster Jagdhund mit einem länglichen, kompakten Körper und kräftigem Knochenbau. |
| Proportionen | Das Verhältnis von Widerristhöhe zu Körperlänge beträgt ca. 2:3. |
| Nase | Nasenschwamm schwarz. |
| Gebiss | Scheren- oder Zangengebiss. Vollständiges Gebiss (42 Zähne). |
| Bewegungen | Frei, raumgreifend. Bevorzugter Gang – Schritt. |



