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American Pit Bull Terrier — Geschichte und Standard

Eine Rasse mit zwei dokumentarischen Biografien: In den Registern UKC und ADBA ist sie ein arbeitender Terrier mit eigenem Standard, in der Gesetzgebung vieler Länder ein „Typ“, den man nach dem Aussehen bestimmt. Der UKC-Standard nennt Aggression gegen Menschen untypisch und disqualifiziert sie, ein gewisses Maß an Aggression gegen andere Hunde dagegen ein Merkmal der meisten Vertreter — und verlangt deshalb sorgfältige Sozialisierung und einen zuverlässigen Zaun. Lesen Sie vor der Anschaffung die geltenden Vorschriften Ihres Landes und Ihrer Stadt nach.
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American Pit Bull Terrier
Inhalt
1Geschichte: Bull-and-Terrier, Catch Dog und die Nummer eins 2Erscheinungsbild und was tatsächlich im Standard steht

Geschichte: Bull-and-Terrier, Catch Dog und die Nummer eins

Den historischen Teil des UKC-Standards sollte man als Primärquelle lesen, nicht als Nacherzählung. Er beschreibt die Herkunft so: Irgendwann im 19. Jahrhundert begannen Hundefreunde in England, Irland und Schottland, mit Kreuzungen aus Bulldoggen und Terriern zu experimentieren; gesucht war ein Hund, der die Gameness des Terriers mit Kraft und Athletik der Bulldogge verbinden sollte. Mit Auswanderern gelangten diese Bull-and-Terrier in die USA.

Danach nennt der Standard die Arbeit, um derentwillen die Rasse in Amerika tatsächlich gehalten wurde, und das ist nicht der Kampf: Farmer und Rancher setzten ihre Pit Bull Terrier als Catch Dogs an halbwildem Rind und Schwein ein, bei der Jagd, beim Treiben des Viehs und als Familienbegleiter. Ein Catch Dog findet ein großes Tier und hält es fest, bis der Mensch kommt; daher die Forderung des Standards, der Hund müsse die funktionale Fähigkeit behalten, „festzuhalten, zu ringen (schieben und ziehen) und dabei leicht zu atmen“.

Auch der europäische Hintergrund hat seinen Wendepunkt: Als das Hetzen großer Tiere 1835 gesetzlich verboten wurde, gewannen Hundekämpfe an Beliebtheit, weil sie sich leichter vor der Polizei verbergen ließen — und für die Grube (englisch pit) wählte man einen kleineren, wendigeren Hund. Aus diesem Milieu stammt die Rasse, und kein ernsthaftes Register bestreitet das: Die ADBA schreibt ausdrücklich, sie „billige keine illegale Tätigkeit, werde aber niemals die Geschichte unserer Rasse leugnen“.

Heute zählt der UKC die Disziplinen auf, in denen die Rasse startet: Unterordnung, Rally Obedience, Fährtenarbeit, Agility, Lure Coursing, Dock Jumping, Weight Pulling und Formwertprüfung. Die ADBA gibt seit 1976 das Magazin American Pit Bull Terrier Gazette heraus und veranstaltet eigene Formwertschauen nach einem Standard, der um die ursprüngliche Bestimmung der Rasse herum gebaut ist.

Erscheinungsbild und was tatsächlich im Standard steht

American Pit Bull Terrier

Der UKC-Standard beschreibt den Pit Bull Terrier als mittelgroßen, kräftig gebauten Hund mit kurzem Haar und deutlich modellierter Muskulatur. Der Körper ist nur wenig länger als hoch; die Länge des Vorderlaufs vom Ellenbogen bis zum Boden entspricht etwa der halben Widerristhöhe. Der Kopf ist mittellang, mit breitem, flachem Schädel und breitem, tiefem Fang; der Fang ist kürzer als der Schädel, im Verhältnis von etwa 2:3. Scherengebiss. Die Ohren sitzen hoch, sind klein bis mittelgroß und dürfen natürlich oder kupiert sein — ohne Bevorzugung. Die Rute ist verhältnismäßig kurz, tief angesetzt und läuft zur Spitze hin aus.

Das Wichtigste an diesem Standard ist nicht die Beschreibung, sondern das, wogegen er geschrieben ist. Der Text warnt ausdrücklich: „Qualität sollte niemals der Größe geopfert werden“, und der UKC „ist nicht bereit, die Angemessenheit der Verwendung übertriebener Vertreter dieser Rasse in einem Zuchtprogramm anzuerkennen“. Zu den ausschließenden Fehlern zählen: ein Fang, der so kurz und stumpf ist, dass er die normale Atmung behindert; eine Brust, die so breit ist, dass sie die Bewegung behindert; ein übermäßig massiger Körpertyp, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Der modische „schwere“ Pitbull mit hypertrophiertem Kopf ist also nicht die Krone der Rasse, sondern genau das, was der Standard einen Fehler nennt.

Größe und Gewicht — getrennt für Rüden und Hündinnen. Der Standard betont, dass die Gesamtharmonie und das richtige Verhältnis von Gewicht zu Größe wichtiger sind als die Zahlen selbst, und gibt die Größe „nur als allgemeinen und ungefähren Anhaltspunkt“ an:

Merkmal · 7
MerkmalUKC-Standard — American Pit Bull TerrierAKC-Standard — American Staffordshire Terrier
Größe, Rüde18–21 Zoll Widerristhöhe (≈46–53 cm), als ungefährer Anhaltspunktetwa 18–19 Zoll (≈46–48 cm)
Größe, Hündin17–20 Zoll Widerristhöhe (≈43–51 cm), als ungefährer Anhaltspunktetwa 17–18 Zoll (≈43–46 cm)
Gewichterwünscht für den erwachsenen Rüden 35–60 Pfund (≈16–27 kg), für die Hündin 30–50 Pfund (≈14–23 kg)keine Zahlen: „Größe und Gewicht sollen im Verhältnis stehen“
Ohrennatürlich oder kupiert, ohne Bevorzugungkupiert oder unkupiert, Bevorzugung der unkupierten
Rutenatürlich; kupierte Rute („bobbed tail“) — ausschließender Fehler„wird nicht kupiert“
Farbenjede Farbe und jede Zeichnung außer Merlealle zugelassen, doch einfarbig Weiß, mehr als 80 % Weiß, Schwarz mit Brand und Leberfarbe „sind nicht zu fördern“
DisqualifikationenKryptorchismus, Bösartigkeit oder übermäßige Ängstlichkeit, Albinismus, Merle, ein- oder beidseitige Taubheit, langes Haar, Zwergwuchs, Korkenzieherrutekeine gesonderte Liste von Disqualifikationen; aufgeführt sind Fehler

Zwei Zeilen dieser Tabelle verdienen aufmerksame Lektüre. Erstens ist Merle disqualifizierend, ebenso wie Albinismus: Ein „seltener Merle-Pitbull“ ist keine Seltenheit, sondern ein Hund, den der Standard nicht anerkennt. Zweitens steht in der Liste der Disqualifikationen die Taubheit, ein- oder beidseitig. Ein Register nimmt nicht in die Disqualifikationen auf, was in der Rasse nicht vorkommt; dass dieser Punkt vorhanden ist, bedeutet, dass das Problem real genug ist, um eigens festgehalten zu werden. Blaue Augen ordnet der Standard den schweren Fehlern zu.

Unter Liebhabern spricht man gern vom „Bulldoggen-“ und vom „Terrier-Typ“ — dem schwereren und dem leichteren Hund. Der Standard nimmt diese Einteilung nicht vor und ahndet die Extreme auf beiden Seiten. Zum Kupieren merkt der UKC als internationales Register eigens an, dass diese Praxis in mehreren Ländern verboten ist und deshalb kein Hund bei UKC-Veranstaltungen für eine vollständige Rute oder natürliche Ohren benachteiligt werden darf.

Vollständiges Rasseprofil → American Pit Bull Terrier: Gesundheit und Risiken, Ernährung, Fotos
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