American Staghound: Kurzer Überblick und Charakteristik

American Staghound: Kurzer Überblick und Charakteristik · 8
| Herkunftsland | Vereinigte Staaten von Amerika |
|---|---|
| Verwendungszweck | Coursing, Jagd auf Großwild (Kojote, Hirsch), Begleithund |
| Rassegruppe | Windhunde (Hybridtyp, Lurcher) |
| Felltyp | Rauhaar (Broken) oder Glatthaar (seltener) |
| Lebenserwartung | 10–12 Jahre (manche werden bis zu 14) |
| Schulterhöhe | 63–84 cm |
| Gewicht | 24–45 kg (Rüden sind deutlich massiver als Hündinnen) |
| Aktivitätslevel | Sehr hoch im Freien, niedrig im Haus |
Charakter und Temperament: Zwei Seiten einer Medaille

Der Charakter des Staghounds lässt sich als „doppelt“ beschreiben. Auf der Jagd und zu Hause ist er zwei völlig unterschiedliche Hunde. Der furchtlose Kojotenjäger, der die Weiten der Prärie schneller als alle anderen Hunde durchquert, zeigt im Alltag eine erstaunliche Gemütlichkeit und sogar Faulheit.
Zuhause: Der Sofa-Philosoph
Im Haus ist der American Staghound ein stilles, unaufdringliches „Möbelstück“. Sie können stundenlang auf dem Sofa schlafen (wenn Sie es ihnen erlauben, und Sie werden es wahrscheinlich tun, denn diesen Augen kann man kaum etwas abschlagen). Er ist ein kommunikativer Hund, ein Freund der Familie und ein angenehmer Nachbar. Hektik ist ihm fremd, er bellt selten ohne ernsten Grund. Staghounds sind sehr sanft zu Kindern, aber aufgrund ihrer Größe sollte man Spiele mit Kleinkindern beaufsichtigen - der Hund könnte ein Kind versehentlich umstoßen.
Draußen: Unbändige Energie
Sobald man ins Feld geht, verwandelt sich das „Sofakissen“ in eine Rakete. Wie für Jagdhunderassen typisch, haben Staghounds ein unabhängiges Wesen; sie sind fähig, blitzschnell Entscheidungen ohne Befehl des Besitzers zu treffen. Er ist kein Diener, sondern ein Partner. Der American Staghound ist pfiffig und eigenständig, Aggression gegen Menschen liegt ihm fern, aber der Jagdinstinkt gegenüber Wildtieren ist kolossal.
Wichtige Nuance: Der Hetzinstinkt (Prey Drive) liegt ihnen im Blut. Alles, was rennt, muss eingeholt werden. Das können Nachbarskatzen, Eichhörnchen und manchmal auch kleine Hunde sein. Deshalb gilt in der Stadt: Leinenpflicht. Seine enorme Kraft lebt dieser Begleiter im freien Lauf auf eingezäunten Geländen aus. Er kann sich in eine Verfolgung stürzen und sogar aus der Autobox springen, wenn er potenzielle Beute sieht.
Vom Temperament her erinnern sie etwas an andere ursprüngliche oder spezifisch amerikanische Rassen, wie den American Tundra Shepherd oder den seltenen American Indian Dog, wo die Verbindung aus wilden Instinkten und Treue zum Menschen ein einzigartiges psychologisches Porträt schafft.
Erziehung und Training: Umgang mit einem Intellektuellen

Die Erziehung eines American Staghound sollte ein Profi oder ein erfahrener Besitzer übernehmen, der die Psychologie von Windhunden versteht. Diese Rasse macht bei der Erziehung nicht deshalb Schwierigkeiten, weil sie dumm ist, sondern im Gegenteil - sie ist zu selbstständig und unabhängig. Ein Staghound wird den Befehl „Sitz“ nicht vierzigmal hintereinander ausführen, nur um Ihnen zu gefallen, wie es ein Deutscher Schäferhund tun würde. Er wird mit den Augen fragen: „Wozu? Wir saßen doch schon.“
Ein Anfänger wird sein Temperament kaum ohne Fehler meistern können. Denn dafür muss man die eigene Autorität etablieren, ohne den Hund zu kränken. Das ist ein Schlüsselmoment. Windhunde reagieren sehr empfindlich auf Ungerechtigkeit und Grobheit. Als Antwort auf harte Trainingsmethoden, Schreien oder körperliche Bestrafung kann der Staghound mit Aggression reagieren oder sich in sich selbst zurückziehen und dem Menschen für immer das Vertrauen entziehen.
Beim Training sollte man den Hund sanft mit Worten und Leckerlis motivieren. Die Methode der positiven Verstärkung funktioniert am besten. Das wichtigste Kommando für diese Rasse ist der Rückruf („Hier!“). Wegen des Verfolgungstriebs ist es extrem schwierig, eine perfekte Ausführung dieses Befehls zu erreichen, weshalb das Rückruftraining ein ganzes Hundeleben lang andauern muss.
Vor- und Nachteile der Rasse

Bei der Wahl dieser Rasse ist es wichtig, alle „Pros“ und „Contras“ abzuwägen, denn die Abgabe eines Hundes ist eine Tragödie für das Tier.
Vorteile:
- Ausgezeichnete Gesundheit und Genetik.
- Ruhiger und sanfter Charakter im Haus.
- Praktisch kein spezifischer „Hundegeruch“.
- Minimale Fellpflege.
- Exklusivität und effektvolles Aussehen.
Nachteile:
- Sehr starker Jagdinstinkt (Risiko für Katzen und Kleintiere).
- Bedarf an großen, sicheren Geländen für freien Auslauf.
- Schwierig in der Erziehung für Anfänger.
- Neigung zum Stehlen von Essen vom Tisch (dank der Größe sehr einfach).
- Nicht als Wachhund geeignet (zu freundlich zu Menschen).


