Detaillierte Geschichte des Basset Hound
Die Geschichte der Rasse Basset Hound hat ihre Wurzeln im mittelalterlichen Frankreich, wo Mönche der Abtei Saint-Hubert in den Ardennen Laufhunde züchteten. Von diesen Hunden, die als Bloodhounds bekannt sind, stammen viele moderne Laufhunderassen ab. Das Wort „basset“ bedeutet im Französischen „niedrig“ oder „niedrigwüchsig“, was das Hauptmerkmal dieser Hunde perfekt beschreibt. Ihr niedriger Körperbau ermöglichte es Jägern, ihnen zu Fuß und nicht hoch zu Ross zu folgen, was ideal für die Jagd auf Kleinwild wie Kaninchen und Dachse in dichtem Unterholz war.
Es gab mehrere Typen von französischen Bassets, aber eine Schlüsselrolle bei der Entstehung des modernen Basset Hound spielte der Basset Artésien Normand. In den 1860er-Jahren wurden die ersten Exemplare dieser Hunde von Lord Galway nach England gebracht. Die englischen Züchter waren von ihren Arbeitsqualitäten und ihrem einzigartigen Aussehen beeindruckt. Sie begannen gezielt, die Rasse zu „veredeln“, indem sie Bloodhound-Blut hinzufügten. Dies machte den Kopf und die Schnauze massiver, die Haut faltiger und den Charakter noch ruhiger und phlegmatischer.
Der erste Rassestandard wurde 1884 in England veröffentlicht, und von diesem Moment an begann der Basset Hound, als Ausstellungshund und Begleiter Popularität zu gewinnen. In den USA tauchte die Rasse Ende des 19. Jahrhunderts auf und gewann schnell die Herzen der Amerikaner. Noch heute werden Basset Hounds in einigen Bundesstaaten, wie Virginia und Pennsylvania, für ihren ursprünglichen Zweck – die Jagd – eingesetzt. Weltweit sind sie jedoch vor allem als wunderbare Familienhunde bekannt.
Wie der Basset Hound aussieht: Standard und Beschreibung des Erscheinungsbildes

Ein Basset Hound ist ein Hund, den man mit keinem anderen verwechseln kann. Sein Äußeres ist eine einzigartige Kombination aus Kraft, Würde und leichter Komik. Er ist ein kurzbeiniger, massiver Laufhund mit einem langen Körper, schweren Knochen und viel „überschüssiger“ Haut.
- Kopf: Groß, kuppelförmig, mit einem ausgeprägten Hinterhauptstachel. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze ist sanft. Die Schnauze ist tief, schwer und nicht spitz. Die Lippen sind faltig, was der Schnauze den charakteristischen traurigen Ausdruck verleiht.
- Augen: Rautenform, tief liegend. Die Farbe reicht von dunkelbraun bis nussbraun. Der Blick ist ruhig, ernsthaft und wirkt oft melancholisch. Das untere Augenlid kann leicht hängen und die Bindehaut freilegen, was ein charakteristisches Merkmal der Rasse ist.
- Ohren: Sie sind das Markenzeichen der Rasse. Sie sind außergewöhnlich lang, tief angesetzt und samtig weich. Wenn man sie nach vorne zieht, reichen sie leicht bis zur Nasenspitze und darüber hinaus. Die Ohren hängen in eleganten Falten herab.
- Haut und Falten: Die Haut ist elastisch und locker. Auf Kopf und Hals bilden sich tiefe Falten, besonders wenn der Hund den Kopf neigt. Diese Hautfalten schützten historisch die Augen und den Hals vor Ästen bei der Jagd in dichtem Unterholz.
- Körper: Lang, kräftig, mit einem breiten und geraden Rücken. Der Brustkorb ist tief und voluminös, was ausreichend Platz für große Lungen bietet. Der Hals ist muskulös, mit einer ausgeprägten Kehlwamme.
- Gliedmaßen und Pfoten: Die Beine sind kurz, massiv, mit schweren Knochen. Die Vorderpfoten können leicht nach außen gedreht sein. Die Pfoten sind groß, rund, mit dicken Ballen, was für Stabilität auf jedem Untergrund sorgt.
- Schwanz: Lang, säbelförmig, dick an der Basis und verjüngt sich zum Ende hin. In Bewegung trägt der Hund ihn hoch und wedelt fröhlich, was einen Kontrast zu seinem insgesamt ernsten Aussehen bildet.
- Fell und Färbung: Das Fell ist kurz, glatt und dicht und schützt gut vor schlechtem Wetter. Der Standard erlaubt alle anerkannten Laufhund-Farben. Am häufigsten sind Tricolor (schwarz, weiß und rotbraun) und Bicolor (zitronengelb mit weiß oder rotbraun mit weiß).
