Geschichte und Herkunft des Belgischen Griffons
Belgische Griffons sind die seltenste Variante des Trios der kleinen belgischen Hunde. Ihre Geschichte ist untrennbar mit Brüssel und seiner Umgebung verbunden. Als Vorfahre der modernen Griffons gilt ein kleiner, rauhaariger Hund namens „Smousje“, der jahrhundertelang in Belgien lebte. Dies waren unermüdliche Rattenfänger, die in Ställen gehalten wurden, um Nagetiere zu bekämpfen. Sie waren etwas größer als die heutigen Griffons und hatten ein weniger ausgeprägtes Aussehen.
Im 19. Jahrhundert begann die gezielte Zuchtarbeit. Die Züchter wollten nicht nur die Arbeitsleistung verbessern, sondern auch einen eleganten Gesellschaftshund schaffen. Zu diesem Zweck wurden die lokalen „Smousje“ mit anderen Rassen gekreuzt. Man nimmt an, dass die folgenden Rassen einen wesentlichen Einfluss hatten:
- Affenpinscher: Ihm verdanken die Griffons ihr berühmtes „affenartiges“ Gesicht, das raue Fell und den charakteristischen Bart.
- Mops: Diese Kreuzung brachte das Glatthaar-Gen ein (was den Kleinen Brabanter hervorbrachte), verkürzte die Schnauze und machte die Augen größer und ausdrucksvoller.
- King Charles Spaniel: Von ihm erhielten die Griffons die rote Farbe (für den Brüsseler Zweig) und eine rundere Kopfform.
Als Ergebnis dieser Selektion bildeten sich Ende des 19. Jahrhunderts drei Hundetypen heraus, die zunächst als eine Rasse mit unterschiedlichen Varietäten registriert wurden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie endgültig getrennt:
- Brüsseler Griffon: Rauhaarig, ausschließlich von roter Farbe.
- Belgischer Griffon: Rauhaarig, von schwarzer oder schwarz-loher Farbe.
- Kleiner Brabanter: Glatthaarig, hat dieselben Farbvarianten wie die beiden anderen Typen.
Der Erste Weltkrieg versetzte der Rasse einen verheerenden Schlag. Die Besetzung Belgiens führte dazu, dass der Bestand praktisch vernichtet wurde. Die Wiederbelebung der Rasse begann in den Nachkriegsjahren dank Enthusiasten, hauptsächlich in Großbritannien und den USA, wohin die Hunde zuvor exportiert worden waren. Bis heute bleibt der Belgische Griffon der seltenste der drei, und es kann ziemlich schwierig sein, einen rein schwarzen oder schwarz-lohen Welpen zu finden.
Rassestandard und Aussehen des Belgischen Griffons

Der Belgische Griffon ist ein kleiner, aber robuster Hund mit elegantem Körperbau und einem charakteristischen, fast menschlichen Gesichtsausdruck. Sein Äußeres ist voller Individualität und Charme.
Kopf und „fast menschlicher“ Gesichtsausdruck
Der Kopf ist das Markenzeichen der Rasse. Er ist im Verhältnis zum Körper groß und rund. Die Stirn ist stark gewölbt, und der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist extrem ausgeprägt. Die Schnauze ist sehr kurz, praktisch „platt“ - nicht länger als 1.5 cm. Das macht den Griffon zu einem klaren Vertreter der brachycephalen Rassen.
Die Nase ist breit, mit einem großen schwarzen Nasenschwamm, der sich auf gleicher Höhe wie die Augen befindet. Der Unterkiefer ist nach oben gebogen und steht vor, wodurch ein charakteristischer Vorbiss entsteht, wobei Zähne und Zunge bei geschlossenem Maul nicht sichtbar sein dürfen. Die großen, runden, dunklen Augen sind weit auseinander platziert und blicken geradeaus. Die Ohren sind klein, früher wurden sie kupiert, aber heute ist dies in den meisten Ländern verboten, sodass natürliche Ohren (halb stehend oder am Knorpel hängend) die Norm sind.
Körperbau und Proportionen
Der Körper ist quadratisch, kompakt, aber kräftig. Dies ist kein zierlicher Hund. Der Rücken ist kurz und gerade, die Brust ist breit. Die Rute ist hoch angesetzt, früher wurde sie auf 2/3 kupiert, aber heute wird, wie bei den Ohren, die natürliche Rute (die erhoben, aber nicht geringelt getragen wird) zum Standard.
Fell und Farbe: Der Hauptunterschied
Genau das Fell und die Farbe unterscheiden den Belgischen Griffon von seinen Verwandten. Er hat raues, drahtiges Haar mit dichter Unterwolle. Es sollte nicht lockig sein. Im Gesicht bildet das Haar den charakteristischen „Schmuck“ - einen langen Bart, Schnurrbart und Augenbrauen, was dem Hund sein berühmtes Aussehen verleiht.
Anerkannte Farben für den Belgischen Griffon:
- Einfarbig Schwarz.
- Schwarz mit Loh (Black and tan): Schwarze Grundfarbe mit klaren roten oder lohfarbenen Abzeichen (Loh) an den Wangen, über den Augen, an der Brust, den Läufen und unter der Rute.
- Mélangé (gemischt): Eine Mischung aus schwarzen und roten Haaren. Oft als „Schwarz mit Rot“ beschrieben.
Jeder weiße Fleck gilt laut Standard als schwerwiegender Fehler.



