Die Geschichte des Blauen Gascogne-Griffons
Die Geschichte des Blauen Gascogne-Griffons reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und ist eng mit den Jagdtraditionen im Südwesten Frankreichs verbunden. Diese Rasse wurde gezielt für die Jagd auf Kleinwild, insbesondere Hasen und Wildkaninchen, unter den schwierigen Bedingungen der Pyrenäen gezüchtet. Um den idealen Jäger zu schaffen, kreuzten lokale Enthusiasten zwei bemerkenswerte Rassen.
Die Basis für die neue Rasse bildete der Petit Bleu de Gascogne (Kleiner Blauer Gascogne-Laufhund), von dem der Griffon seine einzigartige „blaue“ Färbung, Ausdauer und seinen unglaublichen Geruchssinn erbte. Der zweite Vorfahre war ein rauhaariger Griffon. Rassehistoriker vermuten, dass es sich um den Griffon Vendéen (mittelgroß) oder den Griffon Nivernais gehandelt haben könnte. Vom Griffon erhielt die Rasse ihr charakteristisches, raues und zotteliges Fell, das hervorragenden Schutz vor dornigem Gestrüpp, schlechtem Wetter und Insektenstichen bietet.
Der erste offizielle Rassestandard wurde 1920 in Frankreich genehmigt. Trotz seiner außergewöhnlichen Arbeitsqualitäten war der Blaue Gascogne-Griffon nie eine Massenrasse und blieb hauptsächlich einem kleinen Kreis französischer Jäger vorbehalten. In den 1970er Jahren stand die Rasse kurz vor dem Aussterben, ihre Population war drastisch geschrumpft. Nur dank der Bemühungen engagierter Liebhaber, angeführt von Alain Fournier-Amas-Bielle, konnte die Rasse gerettet werden. Heute ist der Blaue Gascogne-Griffon weiterhin selten, aber seine Population ist stabil, wenn auch klein, und wird hauptsächlich in Frankreich erhalten.
Rassestandard und äußeres Erscheinungsbild

Der Blaue Gascogne-Griffon ist ein mittelgroßer Hund mit einem kräftigen, aber nicht schwerfälligen Körperbau, der den Eindruck eines ausdauernden und agilen Tieres vermittelt. Sein Aussehen kombiniert die Merkmale eines Laufhundes und eines Griffons und schafft so ein harmonisches und funktionales Bild.
- Kopf: Lang, aber nicht zu breit. Schädel leicht gewölbt, der Stop (Übergang von der Stirn zum Fang) ist wenig ausgeprägt. Der Fang ist gerade oder leicht gebogen und ungefähr so lang wie der Schädel.
- Nase: Nasenschwamm groß, gut entwickelt, unbedingt schwarz.
- Augen: Oval, dunkelbraun. Der Blick ist lebhaft, wachsam und intelligent. Die Augen sind von dichten, zotteligen Augenbrauen bedeckt, die sie jedoch nicht verdecken sollten.
- Ohren: Typisch für einen Laufhund – dünn, flexibel, röhrenförmig gerollt. Tief angesetzt, auf Augenhöhe, und hängend, ohne die Nasenspitze zu erreichen.
- Körper: Rustikales, „bäuerliches“ Aussehen. Hals lang, mit einer kleinen Wamme. Rücken kräftig und gerade. Lendenpartie gut entwickelt, muskulös. Brust lang, mittelbreit, mit mäßig gewölbten Rippen.
- Rute: An der Basis recht dick, zum Ende hin schmaler werdend. Der Hund trägt sie säbelförmig. Die Rute ist gut behaart.
- Gliedmaßen: Kräftig, mit gut entwickelten Muskeln. Die Pfoten sind oval („Hasenpfoten“), mit harten schwarzen Ballen und eng aneinanderliegenden Zehen.
- Fell: Ein sehr charakteristisches Merkmal. Es ist rau, zottelig und gerade, etwa 5 cm lang. Am Kopf ist das Fell kürzer und bildet ausdrucksvolle Augenbrauen, Schnurrhaare und einen Bart.
- Farbe: Die Haupt-„Visitenkarte“ der Rasse. Die Farbe wird offiziell als „vollständig schwarz gesprenkelt auf weißem Grund“ beschrieben, was einen bläulich-schiefergrauen Farbeffekt erzeugt. Schwarze Flecken unterschiedlicher Größe sind möglich. Über den Augen, an den Wangen, Lippen, der Innenseite der Ohren und an den Gliedmaßen befinden sich lohfarbene oder kupferfarbene Abzeichen. Zwei symmetrische Abzeichen über den Augen erzeugen den Effekt von „vier Augen“.