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Bouvier des Flandres — Geschichte und Standard

Der Bouvier des Flandres ist ein belgisch-französischer Treibhund mit hartem Haarkleid, Bart und Schnauzbart: kompakt, kräftig, ausgeglichen, zurückhaltend gegenüber Fremden und eng an seine Familie gebunden. Er haart kaum, braucht aber ständige Fellpflege, tägliche Arbeit und frühe Sozialisierung. Die stehenden dreieckigen Ohren, an denen man die Rasse erkennt, sind Ergebnis des in weiten Teilen Europas verbotenen Kupierens; eine kurze Rute kommt auch angeboren vor.
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Bouvier des Flandres
Inhalt
1Was im FCI-Standard Nr. 191 tatsächlich steht 2Die Sprachausgaben des Standards weichen voneinander ab 3Kupieren von Ohren und Rute: der Standard beschreibt, was das Gesetz verboten hat 4Erscheinungsbild: Bau, Haarkleid und Bart

Was im FCI-Standard Nr. 191 tatsächlich steht

Der Bouvier gehört zur Gruppe 1 der FCI (Hütehunde und Treibhunde), Sektion 2 — Treibhunde, ausgenommen Schweizer Sennenhunde. Die Rasse wird mit Arbeitsprüfung geführt: Für den vollen Championtitel der FCI erwartet man von einem Hund nicht nur das Exterieur, sondern auch eine bestandene Arbeitsprüfung. Offizielle Originalsprache des Standards ist Französisch; alle übrigen Ausgaben sind Übersetzungen daraus — und das ist keine Formalie, wie sich sogleich zeigt.

Die Sprachausgaben des Standards weichen voneinander ab

Die FCI veröffentlicht den Standard Nr. 191 in vier Sprachen, und die Ausgaben tragen verschiedene Daten: die französische vom 22. Juni 2001, die spanische vom 10. April 2002, die deutsche vom 5. Juni 2002, die englische vom 27. September 2002. Der authentische französische Text ist hier also der älteste, die Übersetzungen sind jünger — die verbreitete Annahme, Übersetzungen hinkten grundsätzlich hinterher, trifft für diese Rasse nicht zu.

Wichtiger ist: Auseinander gehen nicht nur die Daten, sondern auch der Inhalt. Die englische, die französische und die deutsche Ausgabe geben das Gewicht des Rüden mit 35–40 kg an. Die spanische Ausgabe nennt in derselben Zeile 30–40 kg — die Untergrenze liegt fünf Kilogramm tiefer. Das Gewicht der Hündinnen ist in allen vier Ausgaben gleich, die Größe stimmt überall überein.

Und das ist nicht die einzige Abweichung der spanischen Ausgabe. Im Abschnitt über die Verwendung der Rasse zählt sie nur zwei ursprüngliche Tätigkeiten auf — das Treiben und das Ziehen —, während die französische, die englische und die deutsche Ausgabe zusätzlich den Butterfasshund nennen. Der spanische Leser schlägt also einen Text auf, in dem eine der Verwendungen schlicht fehlt.

Da die authentische Sprache Französisch ist, gilt die Spanne von 35–40 kg als die richtige; der britische Kennel Club nennt im Übrigen dieselben Zahlen. Die praktische Lehre reicht über eine Zeile hinaus: Wer einen Standard in Übersetzung liest, sollte nicht nur den Text abgleichen, sondern auch die Ausgabe — Zahlen können völlig echt sein und trotzdem nicht die des Originals.

Kupieren von Ohren und Rute: der Standard beschreibt, was das Gesetz verboten hat

Erscheinungsbild: Bau, Haarkleid und Bart

Bouvier des Flandres — kompaktes quadratisches Format und hartes Haarkleid

Der Bouvier ist ein kompakter, gedrungener Hund mit kurzem, kräftigem Körper. Die von der Brustbeinspitze zum Sitzbeinhöcker gemessene Länge entspricht ungefähr der Widerristhöhe — daher der Eindruck des Quadrats. Die Brust reicht bis zu den Ellenbogen herab; die Kruppe führt die waagerechte Linie des Rückens fort, und eine abfallende oder ansteigende Kruppe gilt als schwerer Fehler.

Der Kopf wirkt größer, als er ist, und dafür sorgt das Haar: der dichte Schnauzbart auf der Oberlippe und der harte Kinnbart am Unterkiefer ergeben jenen grimmigen Ausdruck, an dem man die Rasse erkennt. Die Länge des Schädels verhält sich zur Länge des Fangs wie drei zu zwei. Die Augenbrauen werden aus abstehendem Haar gebildet: Sie betonen die Augen, dürfen sie nach dem Standard aber niemals verschleiern.

Das Haarkleid ist doppelt und die wichtigste Gebrauchseigenschaft der Rasse. Das Deckhaar fühlt sich spröde und trocken an und ist etwa 6 cm lang — nicht länger und nicht kürzer; es soll so reichlich sein, dass die Haut beim Scheiteln kaum durchschimmert. Darunter liegt eine dichte Unterwolle, und beide bilden zusammen einen praktisch wasserdichten Schutzmantel. Ein flach anliegendes Haarkleid ist ein schwerer Fehler, denn es zeigt fehlende Unterwolle an. Weiches, seidiges oder lockiges Haar widerspricht dem Standard ebenfalls.

Vollständiges Rasseprofil → Bouvier des Flandres: Gesundheit und Risiken, Ernährung, Fotos
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