Geschichte der Rasse

Die Geschichte des Brüsseler Griffons beginnt im 19. Jahrhundert in Belgien. Seine Vorfahren waren rauhaarige kleine Hunde, die in Ställen gehalten wurden, um Nagetieren zu bekämpfen. Diese Hunde wurden „Griffons d'Ecurie“ (Stall-Griffons) genannt und waren sie etwas größer und gröber als die heutigen Vetreter der Rasse. Sie waren die Lieblinge der Brüsseler Kutscher, die sie oft als Gesellschaft und zum Schutz mit in ihre Droschken nahmen.
Um die Rasse zu verfeinern, wurden diese lokalen Rattenfänger mit anderen Rassen gekreuzt. Man nimmt an, dass die folgenden Rassen einen entscheidenden Einfluss hatten:
- Affenpinscher: Von ihm erbten die Griffons ihr „affenartiges“ Gesicht, das raue Fell und den selbstbewussten Charakter.
- Mops: Diese Kreuzung war entscheidend. Sie brachte die kurze Nase, die großen Augen, die brachycephale Schädelstruktur und vor allem das Gen für kurzes, glattes Fell ein. So entstand die kurzhaarige Variante der Griffons.
- King Charles Spaniel: Diese Rasse fügte wahrscheinlich die satte rote Farbe hinzu und trug zur Entwicklung des runden Kopfes und der großen, ausdrucksstarken Augen bei.
Anfangs wurden alle drei Varietäten (rauhaarig rot, rauhaarig schwarz/schwarz-loh und kurzhaarig) als eine einzige Rasse betrachtet. Der eigentliche Popularitätsschub kam Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die belgische Königin Marie Henriette, eine bekannte Hundeliebhaberin, in diese drolligen Geschöpfe verliebte und mit der Zucht begann. Die königliche Gönnerschaft machte die Rasse sofort in der Aristokratie und der feinen Gesellschaft beliebt.
Der erste Rasseklub wurde 1883 in Brüssel gegründet. Die Rasse wurde während des Ersten und Zweiten Weltkriegs fast ausgelöscht. Ihr Überleben hing stark von Enthusiasten in Großbritannien und den USA ab, die den Bestand erhalten konnten. Später erfolgte die offizielle Aufteilung in drei separate Rassen (gemäß FCI-Standards):
- Brüsseler Griffon (Griffon Bruxellois): Nur rauhaarig, ausschließlich in roter Farbe (rot, rehbraun).
- Belgischer Griffon (Griffon Belge): Rauhaarig, aber in den Farben Schwarz, Schwarz-Loh oder gemischt (Schwarz mit Rot).
- Kleiner Brabanter (Petit Brabançon): Die kurzhaarige Variante, die alle Farben der beiden rauhaarigen Typen aufweisen darf.
Es sei darauf hingewiesen, dass in einigen Ländern (z. B. den USA) alle drei Varietäten immer noch als eine einzige Rasse „Brussels Griffon“ mit unterschiedlichen Felltypen und Farben angesehen werden.
Das Aussehen des Brüsseler Griffons: Beschreibung

Der Brüsseler Griffon ist ein kleiner, aber robuster Hund von quadratischem Format mit einem erstaunlichen Aussehen. Seine Erscheinung ist voller Intelligenz, Lebhaftigkeit und Selbstvertrauen. Sein Hauptmerkmal ist der fast menschliche Gesichtsausdruck.
Wichtige Merkmale des Standards:
- Kopf: Groß im Verhältnis zum Körper, rundlich. Die Stirn ist breit und gewölbt.
- Fang: Extrem kurz. Die Nase ist sehr kurz, eine Stupsnase (remontant), mit weiten, offenen Nasenlöchern. Der Nasenschwamm befindet sich auf gleicher Höhe wie die Augen.
- Gebiss: Ausgeprägter Vorbiss (der Unterkiefer steht vor). Das Kinn ist gut sichtbar und breit. Die Lippen sind schwarz und liegen eng an.
- Augen: Sehr groß, rund, dunkel (fast schwarz) und weit auseinanderstehend. Sie dürfen nicht hervorquellen. Der Blick ist lebhaft und ausdrucksstark.
- Ohren: Klein, hoch angesetzt. Früher wurden sie oft kupiert, aber heute werden die Ohren in den meisten Ländern natürlich belassen - sie werden halb aufrecht getragen, wobei die Spitzen nach vorne kippen.
- Körper: Kompakt, kräftig, quadratisches Format (die Körperlänge entspricht etwa der Schulterhöhe).
- Rute: Hoch angesetzt. Wurde früher kupiert. Die natürliche Rute wird erhoben getragen, mit einer leichten Biegung zum Rücken hin, aber nicht geringelt.
Fell und Farbe
Genau der Felltyp und die Farbe unterscheiden den Brüsseler Griffon von seinen nächsten Verwandten. Für den Griffon Bruxellois ist charakteristisch:
- Felltyp: Rauhaar (wire coat). Es fühlt sich rau an, ist trocken, leicht gewellt, aber nicht lockig. Es muss Unterwolle vorhanden sein. Im Gesicht ist das Haar länger und bildet die charakteristische „Garnitur“ - Schnurrbart, Bart und Augenbrauen. Dieses raue Fell haart fast nicht.
- Farbe: Ausschließlich rot (rot, rehbraun). Ein wenig Schwarz (Maske) im Gesicht ist erlaubt, aber nicht zwingend erforderlich.


