Geschichte der Rasse
Die Geschichte dieser Rasse liest sich wie ein spannender historischer Roman, in dem die Hauptdarsteller auf den Schoßen von Königen sitzen und für die besten Maler der Renaissance posieren. Papillon ist das französische Wort für „Schmetterling“ - ein Name, den die Rasse ihren großen Ohren verdankt, die an die ausgebreiteten Flügel eines Falters erinnern. Dies wurde zum Hauptunterscheidungsmerkmal zur anderen Varietät, dem Kontinentalen Zwergspaniel Phalène, dessen Ohren nach unten hängen („Phalène“ bedeutet „Nachtfalter“ oder „Motte“, der die Flügel zusammenlegt).
Diese dekorativen kleinen Hunde erfreuen europäische Halter seit über tausend Jahren. Man findet sie auf Gemälden von Tizian, Rubens und Rembrandt. Es wird angenommen, dass genau solche Hunde Madame de Pompadour und sogar Marie-Antoinette begleiteten. Die Legende besagt, dass die Königin von Frankreich mit ihrem geliebten kleinen Spaniel im Arm zum Schafott ging. Historiker neigen jedoch eher zu der Ansicht, dass ihr der Hund schon vor der Hinrichtung weggenommen wurde, aber die Treue dieser Rasse zu ihren Besitzern ist legendär.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde durch die Bemühungen englischer und skandinavischer Spezialisten ein verbesserter, modernerer Typ dieses französischen Hundes gezüchtet. Die Züchter arbeiteten an der Verbesserung der Fellqualität und der Festigung der charakteristischen Ohrenstellung. Trotz seiner Attraktivität und reichen Geschichte bleibt der kontinentale „Schmetterling“ selbst in seiner Heimat eine relativ seltene Rasse, obwohl seine Popularität dank Erfolgen im Hundesport rasant steigt.
Wie sieht der Papillon aus: Beschreibung des Äußeren

Das Aussehen des Papillons ist eine Balance aus Feinheit und Robustheit. Lassen Sie sich nicht von ihrem „puppenhaften“ Aussehen täuschen; unter dem eleganten Fell verbirgt sich ein kräftiger Knochenbau und eine gut entwickelte Muskulatur, die sie unglaublich flink macht.
Kopf und die „Markenzeichen“-Ohren
Den vierbeinigen „Falter“ kennzeichnen große, hoch und weit angesetzte Ohren. Die Ohrmuschel ist gut geöffnet und zur Seite gedreht. Der innere Ohrrand bildet einen Winkel von ca. 45 Grad zur Horizontalen. Besonderen Charme verleihen die langen Haarsträhnen - die „Fransen“, die den Ohrrand schmücken. Der Hund hat einen deutlichen Übergang von der Stirn zur verjüngten Schnauze (Stop) und mandelförmige Augen mit schwarzen Lidrändern, die stets vor Intelligenz strahlen. Die festen, trockenen Lippen und der kleine Nasenschwamm sind ebenfalls schwarz gefärbt.
Körper und Fell
Der Körper des Papillons ist etwas länger als die Widerristhöhe, was ihm ein rechteckiges Format verleiht. Der Rücken ist kräftig, der Bauch leicht aufgezogen. Die Gliedmaßen sind gerade, fein, aber nicht zerbrechlich, mit „Hasenpfoten“ (verlängerten Zehen), was schnelles Laufen begünstigt. Die Spitze der gebogenen Rute mit ihrer prächtigen dekorativen Fahne wird über den Rücken geworfen und erinnert an einen Springbrunnen.
Das Fell ist der Stolz der Rasse. Es ist üppig, glänzend, gewellt (aber nicht lockig), fühlt sich etwas fest an und hat einen seidigen Glanz. Ein wichtiges Merkmal ist das völlige Fehlen von Unterwolle. Ein Übermaß an Weiß am Kopf des Papillons ist unerwünscht, am restlichen Körper sollte es jedoch überwiegen. Den hellen Untergrund des dichten Haarkleids bedecken farbige Flecken - rot (Zobel), schwarz, Tricolor (schwarz-weiß mit lohfarbenen Abzeichen) sowie seltener zitronenfarben oder rotbraun (Hound-Tricolor).


