Geschichte der Cornish Rex: Die lockige Katze aus Cornwall
Die Geschichte der Cornish Rex begann am 21. Juli 1950 auf einer Farm in Bodmin Moor, Grafschaft Cornwall, England. Damals gebar eine gewöhnliche Hauskatze in Schildpattfarbe namens Serena, die Nina Ennismore gehörte, einen ungewöhnlichen Wurf. Unter seinen Geschwistern mit glattem Fell stach ein cremefarbener Kater mit einem erstaunlichen, dichten, lockigen Fell hervor, das dem Fell eines Astrex-Kaninchens ähnelte.
Nina Ennismore, die Erfahrung in der Zucht von Rex-Kaninchen hatte, erkannte sofort die Einzigartigkeit des Kätzchens und nannte ihn Kallibunker. Um die Natur dieser Mutation zu verstehen und sie zu festigen, holte sie Rat bei dem Genetiker A.C. Jude und dem Tierarzt Brian Stirling-Webb ein. Sie bestätigten, dass die Lockigkeit durch eine spontane rezessive Genmutation verursacht wurde. Um dieses Gen zu erhalten, wurde empfohlen, Kallibunker mit seiner Mutter Serena zu kreuzen.
Aus dieser Verpaarung gingen sowohl Kätzchen mit glattem als auch mit gelocktem Fell hervor, was den rezessiven Charakter der Mutation bestätigte. Die gelockten Nachkommen bildeten die Grundlage der neuen Rasse. Der Name „Cornish Rex“ wurde zu Ehren des Herkunftsortes (Cornwall) und in Anlehnung an die lockigen Rex-Kaninchen gewählt. Das für diese Mutation verantwortliche Gen erhielt die Bezeichnung „re“ oder „Gen R (Typ 1)“.
Zur Erweiterung des sehr begrenzten Genpools und zur Verbesserung des Rassetyps wurden in den frühen Phasen Kreuzungen mit anderen Rassen durchgeführt, insbesondere mit:
- Siamkatzen
- Burmakatzen
- Britisch Kurzhaar Katzen
- Orientalisch Kurzhaar Katzen
- Gewöhnlichen kurzhaarigen Hauskatzen
Diese gezielten Einkreuzungen halfen, den Genpool zu erweitern und den Typ zu festigen. Während die Cornish Rex mit ihrem gelockten Fell einzigartig ist, schätzen Katzenliebhaber auch andere Rassen für ihre spezifischen Merkmale, wie die elegante Korat oder die robuste Europäisch Kurzhaar. Es ist wichtig zu beachten, dass, obwohl etwa 10 Jahre später in der benachbarten Grafschaft Devonshire eine andere Mutation für gelocktes Fell entdeckt wurde (die Devon Rex, Gen dr oder Typ 2), diese beiden Mutationen sich als unterschiedlich und inkompatibel erwiesen.
Die Rasse Cornish Rex gewann dank ihres ungewöhnlichen Aussehens und ihres wunderbaren Charakters schnell an Popularität. Sie wurde in den 1960er Jahren von der GCCF in Großbritannien und 1967 von der CFA in den USA offiziell anerkannt.

Wie sieht eine Cornish Rex aus: Beschreibung des Aussehens
Die Cornish Rex ist die Verkörperung von Anmut und Eleganz. Ihr Äußeres wird oft mit dem eines Windhunds oder Whippets („whippet cat“) verglichen, aufgrund ihres charakteristischen Körperbaus und des gebogenen Rückens.
- Körper: Lang, schlank, mit feinem Knochenbau, aber erstaunlich muskulös und kräftig. Das markanteste Merkmal ist der ausgeprägte Bogen des Rückens, der von den Schulterblättern zum Becken sanft ansteigt. Der Bauch ist eingezogen (tucked-up abdomen), der Brustkorb tief.
- Kopf: Vergleichsweise klein, eiförmig (oval), etwas länger als breit. Hohe Wangenknochen, flache Wangen. Das Profil ist eine gerade Linie von der Mitte der Stirn bis zur Nasenspitze oder mit einer charakteristischen „römischen Nase“ (mit leichter Wölbung oder konvexem Bogen). Kräftiges Kinn.
- Ohren: Sehr groß, konisch geformt, breit am Ansatz, hoch und eng am Kopf angesetzt, aufmerksam.
- Augen: Mittelgroß bis groß, oval, leicht schräg gestellt (die äußeren Augenwinkel zeigen zu den äußeren Ohrenrändern). Die Farbe sollte rein, intensiv und zur Fellfarbe passend sein.
- Beine: Sehr lang, gerade und schlank, was den Eindruck erweckt, die Katze stünde „auf Zehenspitzen“. Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine, was den Rückenbogen betont. Die Pfoten sind klein, zierlich und oval.
- Schwanz: Sehr lang, dünn, flexibel wie eine Peitsche, verjüngt sich zur Spitze hin. Vollständig mit gewelltem Fell bedeckt.
- Fell: Das einzigartige Merkmal der Rasse. Sehr kurz, weich, seidig, ohne Deckhaare (Grannenhaare), besteht hauptsächlich aus Unterwolle. Das Fell bildet dichte, regelmäßige Wellen oder Locken, die eng am Körper anliegen („Marseiller Welle“). Es fühlt sich an wie Samt, Karakulfell oder Plüsch.
- Schnurrhaare und Augenbrauen: Wie das Fell sind sie gelockt, manchmal können sie spärlich oder abgebrochen sein.
- Fellfarben: Der Rassestandard erlaubt absolut alle möglichen Farben und Zeichnungen, einschließlich einfarbig, Tabby, Schildpatt, Bicolor, Colourpoint und andere, mit oder ohne Weiß.

Vergleich mit der Devon Rex
Vergleich mit der Devon Rex · 6
| Merkmal | Cornish Rex | Devon Rex |
|---|---|---|
| Rex-Gen | re (Rex Typ 1) | dr (Rex Typ 2) |
| Körpertyp | Sehr schlank, „orientalisch“; gebogener Rücken („Whippet-artig“) | Kräftig, muskulös; breiter Brustkorb, „fester Körper“ |
| Kopf | Eiförmig; lange „römische“ Nase | Kurzer Keil; hohe Wangenknochen; Pinch hinter den Schnurrhaaren |
| Ohren | Groß, hoch angesetzt, eng beieinander | Sehr groß, tief angesetzt, breit am Ansatz |
| Felltypen | Überwiegend Wollhaar (Unterwolle), ohne Deckhaar | Alle drei Haartypen (Deck-, Grannen-, Wollhaar) – modifiziert |
| Felltextur | Sehr weich, dicht; regelmäßige „Marseiller“ Wellen | Weich, gewellt; kann ungleichmäßig sein |

