Geschichte der Rasse: Von Gladiatoren zu Familienlieblingen

Die Geschichte des Dogue de Bordeaux reicht weit zurück und ist eine der ältesten in Frankreich. Es wird angenommen, dass ihre Vorfahren Molosser waren – große und kräftige Hunde, die bereits im Römischen Reich für Gladiatorenkämpfe und zur Bewachung eingesetzt wurden. Mit der Zeit gelangten diese Hunde auf das Gebiet Galliens (des heutigen Frankreichs), wo sie sich mit lokalen Rassen kreuzten. Gerade in der Region Bordeaux entwickelte sich der Hundetyp, den wir heute kennen.
Über Jahrhunderte hinweg wurden Dogue de Bordeaux für verschiedene Aufgaben eingesetzt: Sie jagten Großwild wie Wildschweine und Bären, bewachten Schlösser und Anwesen von Aristokraten und arbeiteten sogar als „Metzgerhunde“, indem sie halfen, Vieh zu treiben. Ihre Stärke und Furchtlosigkeit waren legendär. Ähnlich wie andere alte Wachhunderassen, wie der Cão de Castro Laboreiro, war der Dogue de Bordeaux nicht nur ein Hund, sondern ein integraler Bestandteil des Haushalts und ein Symbol der Sicherheit. Auch der Dogo Argentino, ursprünglich ein Jagdhund, teilt eine ähnliche Geschichte der Vielseitigkeit und Stärke.
Ein Wendepunkt in der Geschichte der Rasse war die erste Hundeausstellung in Paris im Jahr 1863, bei der ein Dogue de Bordeaux namens Magenta die Goldmedaille gewann. Damals erhielt die Rasse ihren offiziellen Namen und begann, außerhalb ihrer Heimatregion an Popularität zu gewinnen. Die beiden Weltkriege fügten der Population jedoch einen verheerenden Schlag zu. Die Rasse stand am Rande des Aussterbens. Nur dank der Bemühungen engagierter Enthusiasten, insbesondere Raymond Triquet, gelang es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, den Bestand wieder aufzubauen. Heute ist der Dogue de Bordeaux weltweit bekannt und beliebt, nicht zuletzt dank des Films „Scott & Huutsch“, in dem ein charmanter Vertreter dieser Rasse die Herzen von Millionen Zuschauern eroberte.
Wie der Dogue de Bordeaux aussieht: Standard und Erscheinungsbild

Der Dogue de Bordeaux ist ein Hund von athletischem Körperbau, der Kraft und Stärke ausstrahlt. Sein Erscheinungsbild ist harmonisch, gedrungen und sehr muskulös. Das bekannteste Merkmal ist der riesige, massive Kopf mit den charakteristischen Falten.
- Kopf: Sehr groß, trapezförmig, von vorne betrachtet. Die Stirn ist gewölbt, der Übergang zum Fang (Stop) ist sehr ausgeprägt, fast im rechten Winkel. Der Fang ist kurz, kräftig, breit, mit gut entwickelten Wangen. Der charakteristische Biss ist der Vorbiss (Unterkiefer ragt nach vorne).
- Augen: Oval, weit auseinanderliegend. Farbe – von Haselnussbraun bis Dunkelbraun, passend zur Fellfarbe. Der Blick ist ruhig und offen.
- Ohren: Relativ klein, dreieckig, hängend, aber nicht schlaff. Hoch angesetzt und an der Basis leicht angehoben, was den Kopf optisch noch breiter erscheinen lässt.
- Körper: Der Körper ist kräftig, mit gut entwickelter Muskulatur. Der Hals ist sehr stark, kurz, mit lockeren Hautfalten. Der Rücken ist gerade, kräftig. Die Brust ist breit, tief, bis unter die Ellenbogen reichend.
- Rute: Dick an der Basis, zum Ende hin schmaler werdend. Im Ruhezustand herabhängend, in Bewegung bis zur Rückenlinie oder etwas darüber erhoben, aber niemals eingerollt.
- Fell und Farbe: Das Fell ist kurz, fein und weich im Griff. Die Farbe ist einfarbig, im Bereich von hellem Falb bis zu sattem Mahagoni (rotes Holz). Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust ist zulässig. Am Fang kann eine schwarze oder kastanienbraune Maske vorhanden sein.


