Geschichte der Rasse: Vom Torfhund zum modernen Mittelspitz
Die Heimat des Spitzes ist Deutschland, doch die Wurzeln dieser Rassegruppe reichen viel tiefer in die Geschichte zurück. Man geht davon aus, dass ihre direkten Vorfahren die sogenannten „Torfhunde“ (Canis familiaris palustris) waren, deren Überreste in Pfahlbautensiedlungen der Steinzeit gefunden wurden. Das macht den Spitz zu einer der ältesten Formen des Haushundes, die ihr ursprüngliches Aussehen fast unverändert bewahrt hat. Sie sind nicht das Ergebnis komplizierter Züchtungen oder der Kreuzung zig verschiedener Rassen – sie sind ein natürlicher, ursprünglicher Hundetyp Europas.
Heutzutage werden Mittelspitze vorwiegend als Sofabegleiter, Instagram-Stars und treue Freunde für den Parkspaziergang angeschafft. In der Vergangenheit hatten sie jedoch eine ganz andere Aufgabe. Sie waren die Arbeitshunde der Bauern und Handwerker („Hunde des einfachen Volkes“). Als Wächter meldeten diese Hunde dank ihres hellen Bellens und ihres unglaublich feinen Gehörs rechtzeitig, wenn sich Fremde oder wilde Tiere den Häusern, Weinbergen und Weiden ihrer Besitzer näherten. Sie hatten kein Recht auf Fehler oder ein Nickerchen auf dem Posten.
Interessanterweise fehlt dem Spitz im Gegensatz zu Hütehunden der Jagdinstinkt – das war eine wichtige Anforderung bei der Selektion. Ein Hund, der den Hof bewacht, durfte nicht jedem Hasen in den Wald hinterherrennen oder die Hühner des Hofes reißen. Genau deshalb fühlen sich moderne Mittelspitze auch neben anderen Kleintieren so wohl.
Die offizielle Anerkennung kam später. Im Jahr 1899 wurde in Deutschland der „Verein für Deutsche Spitze“ gegründet, wo die ersten Standards für die Rasse „Spitz“ entwickelt wurden. Damals begann auch die Unterteilung der Hunde in verschiedene Größenkategorien, um die Vielfalt der Population zu bewahren – von den winzigen bis zu den großen Vertretern.



