Geschichte des Großen Schweizer Sennenhundes

Die genauen Wurzeln dieser majestätischen Alpenhunde verlieren sich im Laufe der Jahrhunderte. Die populärste Theorie verbindet sie jedoch mit den römischen Molossern. Man geht davon aus, dass die Legionen von Julius Caesar, als sie die Alpen überquerten, von großen und starken Hunden vom Mastiff-Typ begleitet wurden. Diese Hunde blieben in der Region und kreuzten sich mit den lokalen Hirtenhunden, was den Grundstein für die Sennenhunde legte. Über Jahrhunderte hinweg wurden sie von Bauern, Metzgern und Händlern eingesetzt, um Vieh zu hüten und Karren mit Milch und Fleisch zu den Märkten zu ziehen. Dank ihrer Kraft und Ausdauer waren sie unersetzliche Helfer unter den rauen Bedingungen des Berglandes.
Ende des 19. Jahrhunderts, mit der Entwicklung des Transports und dem Aufkommen anderer Rassen, sank der Bedarf an Grossern, und die Rasse stand kurz vor dem Aussterben. Lange Zeit wurden sie sogar als eine kurzhaarige Variante des Berner Sennenhundes angesehen. Ein Wendepunkt kam im Jahr 1908, als Professor Albert Heim, ein bekannter Kynologe und Forscher der Schweizer Rassen, auf einer Hundeausstellung in Langental zwei solcher Hunde sah. Er erkannte sofort in ihnen Vertreter der alten, fast ausgestorbenen Rasse der „großen Metzgerhunde“ und setzte sich für ihre Anerkennung als eigenständige Rasse ein — Großer Schweizer Sennenhund. Bereits 1912 wurde in der Schweiz der „Club für Große Sennenhunde“ gegründet, der gezielt an der Wiederbelebung und Popularisierung der Rasse arbeitete. Während des Zweiten Weltkriegs setzte die Schweizer Armee Grosse Schweizer Sennenhunde aktiv als Zug- und Wachhunde ein, was zur Steigerung ihrer Anzahl beitrug. Der Internationale Hundeverband (FCI) erkannte die Rasse offiziell 1939 an. Interessante Fakten über weitere Schweizer Sennenhunde wie den Appenzeller Sennenhund oder den Entlebucher Sennenhund finden Sie in unseren Artikeln.
Wie sieht ein Großer Schweizer Sennenhund aus: Standard und Erscheinung

Der Große Schweizer Sennenhund ist ein großer, robuster und muskulöser Hund mit einem kräftigen Knochenbau, der Stärke und Ruhe ausstrahlt. Sein Erscheinungsbild ist harmonisch und proportioniert, ohne jegliche Schwerfälligkeit.
- Kopf: Massiv, aber proportional zum Körper. Der Schädel ist breit und flach. Der Übergang von der Stirn zum Fang ist sanft. Der Fang ist lang und kräftig.
- Augen: Mandelform, mittelgroß, von Haselnuss- bis Kastanienbraun. Der Blick ist lebhaft, intelligent und freundlich. Die Augenlider liegen eng an.
- Ohren: Mittelgroß, dreieckig, hoch angesetzt. In Ruhestellung hängend, an den Wangen anliegend, bei Aufmerksamkeit leicht angehoben und nach vorne gedreht.
- Körper: Kräftig, leicht gestreckt. Der Hals ist stark, muskulös, ohne lose Kehlhaut. Der Rücken ist gerade, breit und kräftig. Der Brustkorb ist tief und breit, oval geformt.
- Rute: Lang, schwer, eine Verlängerung der Rückenlinie. In Ruhe herabgesenkt, bei Bewegung oder Erregung auf Rückenhöhe oder leicht darüber getragen, aber niemals ringförmig gekringelt.
- Gliedmaßen: Gerade, parallel, mit starkem Knochenbau. Die Pfoten sind rund, kompakt, mit kräftigen Krallen.
Fell und Färbung
Das Fell des Grossers ist doppelschichtig. Das Deckhaar ist mittellang, dicht und hart. Darunter befindet sich eine dichte, weiche Unterwolle, meist grau oder schwarz, die den Hund hervorragend vor Kälte und Feuchtigkeit schützt.
Die Färbung ist das Markenzeichen aller Sennenhunde. Sie ist immer dreifarbig: Die Grundfarbe ist ein sattes Schwarz, mit symmetrischen rotbraunen (Brand) und rein weißen Abzeichen.
- Schwarz: Bedeckt den größten Teil des Körpers, des Halses, des Kopfes und der Rute.
- Brand: Befindet sich auf den Wangen, über den Augen (als „Augenbrauen“), an allen vier Läufen zwischen Schwarz und Weiß sowie unter der Rute.
- Weiße Abzeichen: Müssen symmetrisch sein. Dazu gehören eine Blesse auf dem Fang, die in ein „Kreuz“ auf der Brust übergeht, weiße „Socken“ an den Pfoten und eine weiße Rutenspitze. Unerwünscht sind ein weißer „Kragen“ oder ein großer weißer Fleck am Hinterkopf.

