Geschichte der Rasse: Von der Wolfsjagd zur Wiederbelebung
Die Geschichte des Fauve de Bretagne reicht tief ins Mittelalter zurück. Es wird angenommen, dass seine Vorfahren alte keltische Jagdhunde waren. Schon im 14. Jahrhundert hielt der bretonische Ritter Huon du Banier eine Meute dieser Hunde, mit denen er Wölfe jagte. Die Rasse war so hoch angesehen, dass sogar der französische König Karl IX. in seinem berühmten Werk „Königliche Jagd“ von 1570 den rotbraunen Laufhund erwähnt und ihn als ausdauernden und mutigen Jäger beschreibt.
Mit dem Verschwinden der Wölfe in Frankreich begann die Popularität der Rasse zu schwinden, da sich die Jagd auf kleineres Wild wie Füchse und Hasen verlagerte. Die Französische Revolution und die nachfolgenden sozialen Veränderungen trafen viele aristokratische Hunderassen hart, und der Fauve de Bretagne war keine Ausnahme. Ende des 19. Jahrhunderts stand die Rasse kurz vor dem Aussterben.
Die eigentliche Wiederbelebung begann erst 1949, als eine Gruppe von Enthusiasten unter der Leitung von Marcel Pambren den „Club de Fauve de Bretagne“ gründete. Sie sammelten die überlebenden Vertreter der Rasse und begannen eine sorgfältige Zuchtarbeit. Dank ihrer Bemühungen gelang es nicht nur, die Rasse zu retten, sondern sie auch unter Jägern zu popularisieren. Interessanterweise wurde auf Basis des Griffons der Basset Fauve de Bretagne gezüchtet, der seine niedrigwüchsige Version ist, um die Größe zu reduzieren und ihn an die Jagd auf kleineres Wild anzupassen.
Standard und Erscheinungsbild

Der Fauve de Bretagne ist ein mittelgroßer Hund mit einem robusten, aber nicht schweren Körperbau, was auf seine Ausdauer und Energie hindeutet. Sein Aussehen vereint harmonisch Stärke und Eleganz.
- Kopf: Der Schädel ist länglich, leicht gewölbt, der Hinterhauptstachel ist sichtbar. Der Übergang von der Stirn zum Fang (Stop) ist nicht scharf ausgeprägt. Der Fang ist eher schmal als quadratisch.
- Augen: Dunkelbraun, nicht hervortretend. Der Blick ist lebhaft und durchdringend.
- Ohren: Hängend, auf Augenhöhe angesetzt, an den Spitzen leicht spitz zulaufend, mit kürzerem und weicherem Fell als am Körper bedeckt.
- Körper: Der Rücken ist breit und kurz. Die Lenden sind kräftig und muskulös. Der Brustkorb ist tief und geräumig, was genügend Platz für die Lunge bietet.
- Schwanz: Mittellang, an der Basis dick und verjüngt sich zum Ende hin, säbelförmig. In Bewegung trägt der Hund ihn leicht über der Rückenlinie.
- Fell und Farbe: Das Hauptmerkmal der Rasse ist das raue, trockene, „drahthaarige“ Fell. Es sollte weder lang noch lockig sein. Eine solche Decke schützt den Hund hervorragend vor stacheligen Sträuchern und schlechtem Wetter. Die Farbe variiert von goldweizenfarben bis zu einem satten Ziegelrot. Gelegentlich kann ein kleiner weißer Fleck auf der Brust sein.

