| Höhe | 38–46 cm |
| Gewicht | 9–16 kg |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre |
| FCI-Gruppe | 9 · Gesellschafts- und Begleithunde |
| Herkunft | Deutschland (Westfalen) |
Genaue Bewertungen
- Insgesamt robuste, langlebige Rasse
- Epilepsie (einzelne Linien)
- Pfotenhyperkeratose („hornige“ Ballen)
- Patellaluxation
- Cystinurie (Harnsteine)
Ausgewogenes Futter für eine aktive mittelgroße Rasse, Gewichtskontrolle. Für Bewegung und geistige Beschäftigung sorgen; den Welpen bei einem Züchter kaufen, der die Linien auf Epilepsie und Cystinurie testet.
Der Kromfohrländer ist wohl eine der am meisten unterschätzten Rassen in der Welt der Kynologie. Diese junge, aus Europa stammende Begleithundrasse verdankt ihren Namen einer volkstümlichen Ableitung („Kromfohr“) vom Bergzug Krumme Furche in der Region Westfalen, Deutschland. Die mittelgroßen Vierbeiner sind bekant für ihre robuste Gesundheit und benötigen keine übermäßig komplexe professionelle Pflege. Dennoch birgt ihr Charakter einige Besonderheiten, die nur wenige kennen. Man sollte sich bewusst sein, dass der Kromfohrländer ein sportlicher und intellektuell anspruchsvoller Hund ist – ein Leben nur zwischen Sofa und Futternapf ist nichts für ihn. Er mag Fremden gegenüber misstrauisch sein, ist aber gehorsam und seinen „eigenen“ Menschen unglaublich zugetan. Mehr zu diesen faszinierenden Hunden finden Sie probiert weiter auf Tvaryny.
Kromfohrländer: Detaillierte Übersicht und Merkmale

| Merkmal | Rasseparameter |
|---|---|
| Ursprungsland | Deutschland |
| FCI-Klassifikation | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 10 (Kromfohrländer) |
| Jahr der Anerkennung | 1955 (FCI) |
| Lebenserwartung | 12-15 Jahre (manche erreichen 17 Jahre) |
| Widerristhöhe | 38-46 cm |
| Gewicht | Rüden: 11-16 kg; Hündinnen: 9-14 kg |
| Felltyp | Rauhaar oder Glatthaar |
Geschichte der Rasse: Ein Zufall wird zur Legende
Die Geschichte dieser relativ jungen Rasse ist einzigartig, denn sie wurde nicht über Jahrhunderte durch Volkselektion geformt, sondern entstand durch einen glücklichen Zufall und die Beharrlichkeit einer einzigen Frau. Alles hängt indirekt mit den Kriegsereignissen Mitte des letzten Jahrhunderts zusammen. Im Jahr 1945, als der Zweite Weltkrieg seinem Ende zuging, zogen amerikanische Soldaten durch die Region Siegen, unweit des Bergzuges Krumme Furche in Westfalen.
Die Militärs hatten einen Talisman-Hund dabei – einen zotteligen, falbfarbenen Rüden namens „Peter“. Einer Version zufolge verirrte er sich, einer anderen nach schenkten die Soldaten ihn der Anwohnerin Ilse Schleifenbaum. Experten gehen davon aus, dass Peter ein Mischling des Großen Vendée-Griffons war, was seine charakteristische Erscheinung und Fellstruktur erklärt. Frau Schleifenbaum besaß zu dieser Zeit eine Hündin namens „Fiffi“, die keinen Stammbaum hatte, phänotypisch jedoch einem klassischen Drahthaar-Foxterrier ähnelte.
Die romantische Geschichte von Peter und Fiffi führte zur Geburt von Welpen, die überraschend einheitlich, gesund und ansprechend waren. Sie unterschieden sich von Terriern durch einen sanfteren Charakter, behielten jedoch ihren lebhaften Geist. Ilse Schleifenbaum, fasziniert von diesen Hunden, entschied sich, diesen Typ zu festigen. Ihre Bemühungen wurden unglaublich schnell von Erfolg gekrönt – bereits 1955 wurde die Rasse offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt.
Genetische Linien und Fellvarianten
Viele verwechseln den Kromfohrländer aufgrund seines natürlichen, „ländlichen“ Aussehens mit einfachen Mischlingen, aber tatsächlich handelt es sich um eine genetisch stabile Rasse. Ein wichtiges Merkmal ist die Unterteilung in zwei Fellstrukturen. Dies ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern beeinflusst auch die Pflege.
- Rauhaar-Typ: Am weitesten verbreitet. Das Fell ist dicht, fühlt sich rau an und hat eine gut entwickelte Unterwolle. Ein obligatorisches Merkmal ist der „Bart“ an der Schnauze. Die Felllänge am Körper sollte 7 cm nicht überschreiten, aber auch nicht kürzer als 3 cm sein.
- Glatthaar-Typ: Seltener anzutreffen. Das Fell ist weich, liegt eng am Körper an und hat keinen Bart. Interessanterweise haben Glatthaar-Hunde oft längere Haare an den Ohren (Fransen), der Rute und an der Rückseite der Beine (Befederung).
Das Erscheinungsbild des Kromfohrländers

Der Kromfohrländer ist ein kräftiger Hund mit einem wohlproportionierten Körperbau. Sein Rumpf ist rechteckig, das heißt, die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe leicht. Besonders geschätzt werden die rauhaarigen Kromfohrländer, da sie dem Stammvater der Rasse – Peter – am ähnlichsten sind. Die Färbung ist stets ein weißer Grundton mit unterschiedlich nuancierten rotbraunen Flecken (von hellbraun bis sehr dunkel) am Kopf und auf dem Rücken.
Kopf: Der gestreckte Kopf dieses Vierbeiners und seine Hängeohren enden keilförmig. Ein wichtiges Rassemerkmal ist die „Maske“ – symmetrische Flecken am Kopf, die Augen und Ohren umfassen und durch eine weiße Blesse von der Stirn bis zur Nase geteilt werden.
Körper und Gliedmaßen: Der Rücken ist gerade und kräftig. Die Brust ist mäßig breit und tief. Die Pfoten sind ein gesondertes Thema: Sie sollten kompakt sein, sogenannte „Katzenpfoten“, was dem Hund eine hohe Wendigkeit verleiht. Die Rute ist mittellang, in Ruhestellung nach unten hängend, bei Erregung sichelförmig über den Rücken gebogen.
Charakter: Der einzigartige „Personalisierer“

Kromfohrländer werden als Begleithunde und aufmerksame „Klingeln“ gehalten, aber ihr Temperament hat eine spezifische Besonderheit. Er ist ein „Ein-Personen“- oder „Ein-Familien“-Hund. Das Ausmaß seiner Bindung zum Besitzer grenzt an Fanatismus. Sie lieben Sie nicht nur, sie wollen in jeder Sekunde Ihres Lebens physisch präsent sein.
Im Gegensatz zu unabhängigeren Rassen verkraftet der Kromi das Alleinsein nur schwer. Dieser Vierbeiner ist seinen Bezugspersonen treu ergeben und verhält sich bei entsprechender Erziehung gehorsam. Man sollte jedoch beachten, dass junge Tiere während der Pubertät versuchen können, ihre Grenzen auszutesten.
Schlüsselmerkmale des Verhaltens:
- Zurückhaltung (Reserviertheit): Der Kromfohrländer wird nicht jedem Fremden schwanzwedelnd entgegenlaufen. Zu Unbekannten ist er misstrauisch, aber ohne unmotivierte Aggression. Er braucht Zeit, um neue Menschen zu akzeptieren.
- Fehlender Jagdinstinkt: Dies ist ein riesiger Vorteil für die Haltung in der Stadt. Der fast verlorene Jagdinstinkt führt zu einem entspannten Umgang mit anderen Tieren, seien es Katzen oder Kaninchen. Er wird Ihnen im Wald nicht der Spur eines Fuchses folgen.
- Intelligenz und Gerissenheit: Sie lernen schnell, können ihren Verstand aber auch dazu nutzen, den Besitzer zu manipulieren, indem sie Leckereien oder einen Platz im Bett erbetteln.
Wenn Sie einen Hund suchen, der die ganze Welt liebt, wie ein Boston Terrier, oder so phlegmatisch ist wie die Französische Bulldogge, könnte Ihnen der Kromfohrländer zu sensibel und wählerisch in seinen Kontakten erscheinen. Er verlangt mehr emotionale Beteiligung vom Besitzer.
Vor- und Nachteile der Rasse
| Vorteile des Kromfohrländers | Schwierigkeiten und Nachteile |
|---|---|
| Praktisch kein Jagdinstinkt (Freilauf in der Natur nach Training möglich) | Neigung zu Trennungsangst (schwer allein zu lassen) |
| Mittlere Größe, ideal für Wohnung und Reisen | Mögliche Futterselektivität (Wählerischket) |
| Geringer Haarausfall (besonders beim Rauhaar bei korrektem Trimmen) | Misstrauen gegenüber Fremden, was frühe Sozialisierung erfordert |
| Hohe Intelligenz und Orientierung am Besitzer | Begrenzter Genpool der Rasse (Risiko für Erbkrankheiten) |
| Langlebiger Hund unter den mittelgroßen Rassen | Seltenheit der Rasse (es ist schwer, einen Welpen zu finden) |
Gesundheit: Typische Krankheiten und Besonderheiten

Da alle modernen Kromfohrländer de facto von nur drei Hunden (Peter, Fiffi und einer später hinzugefügten Hündin) abstammen, ist Inzucht historisch ein Problem der Rasse. Verantwortungsbewusste Züchter in Deutschland, der Schweiz und Finnland führen jedoch strenge Kontrollen durch. Vertreter dieser Rasse neigen zu Gelenk- und Knieproblemen (Patellaluxation), und die Hängeohren begünstigen die Entwicklung von Entzündungen.
Spezifische Krankheiten, die Sie kennen sollten:
- Hyperkeratose der Pfotenballen (Corny Feet): Eine genetische Besonderheit dieser Rasse (kommt auch bei Irish Terriern vor). Hierbei verhärtet sich die Hornschicht der Pfotenballen, was zu Rissen und Schmerzen beim Gehen führen kann. Moderne Gentests ermöglichen es, Träger von der Zucht auszuschließen.
- Epilepsie: Leider tritt idiopathische Epilepsie in den Linien der Kromfohrländer häufiger auf, als wünschenswert wäre. Bei der Auswahl eines Welpen sollten Sie unbedingt Informationen über die Gesundheit der Vorfahren bis zur 3. oder 4. Generation einholen.
- Zystinurie: Eine Stoffwechselstörung, die zur Bildung von Harnblasensteinen führt.
Das erste Gesundheitsrisiko für Ihren Kromfohrländer können Sie minimieren, indem Sie dem Hund eine gut ausgewogene Ernährung bieten. Dem zweiten beugen Sie leicht durch rechtzeitige und notwendige Hygienemaßnahmen vor. Im Vergleich zu anderen seltenen Hofhunderassen, wie dem Dänisch-Schwedischen Hofhund, erfordert der Kromi gerade wegen seines engen Genpools eine besonders sorgfältigere Auswahl der Elterntiere.
Fellpflege und Hygiene

Man kann diesen aktiven Hund auch in einer Wohnung halten, aber die Fellpflege hängt von seinem Typ ab. Das Wohlbefinden des vierbeinigen Begleiters ist eine Kombination aus richtiger Ernährung und Hygiene.
Pflege des Rauhaar-Typs
Raues Haar haart von sich aus nicht intensiv. Es erfordert Trimmen (Ausrupfen des abgestorbenen Fells) 2-4 Mal im Jahr. Niemals den rauhaarigen Kromfohrländer mit der Maschine scheiden! Dies zerstört die Haarstruktur, macht es weich, flauschig und anfällig für Schmutz und Feuchtigkeit, und die Färbung wird stumpf. Wöchentliches Bürsten hilft, Verfilzungen im Bartbereich und unter den Achseln zu vermeiden.
Pflege des Glatthaar-Typs
Hier ist alles einfacher, aber der saisonale Fellwechsel wird auffälliger sein. Die Pflege ist unkompliziert – das Fell wird zweimal wöchentlich mit einer speziellen Gummibürste oder einem Pflegehandschuh gereinigt, um totes Haar zu entfernen. Achten Sie besonders auf die Sauberkeit der Ohren, da diese eng am Kopf anliegen und schlecht belüftet werden.
Erziehung und Sozialisierung: Der sanfte Weg

Der kluge Kromfohrländer liebt es, Neues zu lernen und ist gut erziehbar, aber er duldet keinen Drill. Strenge Methoden, Schreien oder körperliche Bestrafung führen dazu, dass der Hund sich verschließt und die Mitarbeit verweigert. Er ist eine sehr sensible Rasse.
Ihre lobenden Worte und Leckerlis sind der wichtigste Anreiz für den Erfolg im Training. Die natürliche Aktivität dieser ausdauernden Hunde bedingt ihren Bedarf an körperlicher Auslastung. Daher sind Hundesportarten – Agility, Frisbee oder Nosework (Geruchssuche) – sehr wünschenswert. Haben Sie keine Angst, dass er bei Spaziergängen wegläuft – Kromfohrländer halten sich normalerweise in der Nähe des Besitzers auf, ihr Wohlfühlradius ist die Sichtweite zum Menschen.
Ernährung: Ein Menü für den sensiblen Magen

Kromfohrländer verbrauchen täglich ein bis anderthalb Standardrationen – abhängig von Gewicht und körperlicher Aktivität. Es ist anzumerken, dass die Rasse bei ausreichender Bewegung nicht zu Übergewicht neigt. Allerdings berichten viele Besitzer von einer gewissen Wählerischket beim Futter.
- Natürliche Ernährung (BARF): Bei der Auswahl von Fleischprodukten sollten Sie Rind, Pute oder Kaninchen bevorzugen. Vermeiden Sie fettreiches Schweinefleisch. Ergänzen Sie die Proteinkomponente (50-60%) mit Kohlenhydraten (Reis, Hirse oder Buchweizen) und Gemüse (Möhren, Zucchini).
- Trockenfutter: Es wird empfohlen, Futtersorten der Klassen „Holistic“ oder „Super-Premium“ für mittelgroße Rassen mit sensiblem Magen zu wählen. Achten Sie auf die Abwesenheit von Gluten, falls der Hund Allergien aufweist.
Die natürliche Ration sollte durch die Zugabe von Knochenmehl (Kalzium), Fischöl (Omega-3 für das Fell) oder speziellen, mit dem Tierarzt abgestimmten Vitaminkomplexen angereichert werden.
Interessante Fakten über die Rasse
- Das Kromi-Lächeln: Viele Besitzer behaupten, Kromfohrländer könnten „lächeln“, indem sie die Vorderzähne entblößen, wenn sie sich über das Wiedersehen mit ihrem Besitzer freuen. Dies ist keine Aggression, sondern ein Ausdruck der Mimik.
- Exklusivität: Die Rasse bleibt selbst in ihrem Heimatland Deutschland selten. Die Warteliste für Welpen kann sich auf ein Jahr oder länger erstrecken, was auch den entsprechend hohen Anschaffungspreis erklärt.
- Projekt „ProKromfohrländer“: Aufgrund von Inzuchtproblemen hat eine Gruppe von Enthusiasten ein „Einkreuzprojekt“ ins Leben gerufen, bei dem Kromfohrländer kontrolliert mit Dänisch-Schwedischen Hofhunden gekreuzt werden, um die Population gesünder zu machen.
Häufig gestellte Fragen zur Rasse (FAQ)
Bellen Kromfohrländer viel?
Ja, sie sind aufmerksame Wächter und melden das Kommen von Gästen durch Bellen. Allerdings neigen sie bei richtiger Erziehung nicht zu ununterbrochenem „Kläffen“ ohne Grund.
Sind sie für Familien mit kleinen Kindern geeignet?
Kromfohrländer lieben ihre Familie, können aber grobes Verhalten möglicherweise nicht tolerieren. Für Familien mit sehr kleinen Kindern, die noch nicht wissen, wie man mit Tieren umgeht, wäre eine phlegmatischere Rasse besser geeignet. Für Kinder im schulpflichtigen Alter wird der Kromi jedoch zum besten Freund.
Wo kann man einen Welpen kaufen?
Die meisten Züchter finden sich in Deutschland (Verein RZV), der Schweiz und Finnland. Da die Rasse in vielen Ländern kaum vertreten ist, muss der Welpe wahrscheinlich importiert werden.
Video zur Rasse
- Freundlich, treu, hervorragend mit Kindern
- Nahezu ohne Jagdinstinkt und Aggression
- Klug und leicht auszubilden
- Braucht keine aufwendige Fellpflege
- Misstrauisch gegenüber Fremden, bis er sich gewöhnt
- Braucht Bewegung und geistige Beschäftigung
- Erträgt kein langes Alleinsein
- Außerhalb Europas selten
| Jack Russell Terrier | Foxterrier (Drahthaar) | Pudel (Mittel) | |
|---|---|---|---|
| Höhe | 25–30 cm | 36–39 cm | 35–45 cm |
| Energie | 4.5 | 4.5 | 4 |
| Wohnung | 3.5 | 3 | 4 |
| Anfänger | 3 | 2.5 | 4 |
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Ist der Kromfohrländer gut für die Familie?
FCI-Standard Nr. 192 · Rassezuchtverein für Kromfohrländer
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