Der Norwegische Buhund (Norwegian Buhund) ist nicht einfach nur ein Hund; er ist lebendige Geschichte Skandinaviens, verpackt in einem energiegeladenen, flauschigen Körper. Diese Tiere sind extrem liebevoll zu allen Familienmitgliedern, und ihre Hingabe kennt keine Grenzen. Im Kreis ihrer vertrauten Menschen sind Hunde dieser Rasse so sanftmütig, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie gegenüber Fremden Aggression zeigen könnten. Doch genau das ist der Fall, wenn es um den Schutz des Territoriums geht. Der Schutz- und Wachtrieb ist dem Norwegischen Buhund angeboren, denn über Jahrhunderte bewachten seine Vorfahren die Höfe in den rauen Fjorden. Zudem sind diese Hunde exzellente Jäger, auch wenn sich dieser Instinkt heute öfter in verspieltem Verhalten äußert. Erfahren Sie mehr auf Tvaryny.
Norwegischer Buhund: Detaillierter Überblick und Eigenschaften

Norwegischer Buhund: Detaillierter Überblick und Eigenschaften · 8
| Parameter | Eigenschaft |
|---|---|
| Ursprungsland | Norwegen |
| FCI-Gruppe | Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 3 (Nordische Wach- und Hütehunde) |
| Verwendung | Wachhund, Hütehund, Begleithund |
| Lebenserwartung | 13–15 Jahre |
| Widerristhöhe (Rüden) | 43–47 cm |
| Widerristhöhe (Hündinnen) | 41–45 cm |
| Gewicht (Rüden) | 14–18 kg |
| Gewicht (Hündinnen) | 12–16 kg |
Wie sieht der Norwegische Buhund aus: Detaillierte Beschreibung des Exterieurs

Der Norwegische Buhund ist ein typischer Spitz: etwas kleiner als mittelgroß, kompakt, quadratisches Format, mit stolz erhobenem Kopf und ringelförmiger Rute. Sein Äußeres strahlt Wachsamkeit und Energie aus. Er wirkt weder grob noch übermäßig schwer; er ist ein Athlet, der auf Ausdauer ausgelegt ist, nicht auf Kraftkampf.
Kopf und Schnauze
Der Kopf ist keilförmig, sauber modelliert, ohne überflüssige Hautfalten, mit einer recht breiten und flachen Stirn. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist gut ausgeprägt, aber nicht abrupt. Die Schnauze ist recht kurz, verjüngt sich allmählich zum Nasenschwamm hin, darf aber nicht spitz oder im negativen Sinne „fuchsartig“ wirken. Der Nasenrücken ist gerade. Der Nasenschwamm ist immer schwarz.
Die Augen sind der Spiegel der Seele des Buhunds. Sie sind recht groß, oval und von möglichst dunkler Farbe. Der Blick ist intelligent, lebhaft und mutig. Die Augenlider sind schwarz und liegen eng an. Die Ohren sind hoch angesetzt, mittelgroß, stehend, dreieckig und haben spitze Enden. Sie sind sehr beweglich und reagieren blitzschnell auf jedes Geräusch, indem sie sich wie Radargeräte drehen.
Körper und Gliedmaßen
Der Hals ist kräftig, mittellang, ohne Wamme und trägt den Kopf stolz. Der Rumpf ist kompakt und „kernig“. Der Rücken ist kurz und stark, gerade. Der Brustkorb ist tief, mit gut gewölbten Rippen, was ein ausreichendes Lungenvolumen für langes Laufen gewährleistet. Die Gliedmaßen sind gerade, parallel zueinander, mit gut entwickelter Muskulatur und festen Knochen. Die Winkelungen der Gelenke sind moderat, was dem Hund erlaubt, sich leicht und ökonomisch zu bewegen.
Die Pfoten sind kompakt, oval, die Zehen eng geschlossen („Katzenpfote“). Die Rute ist hoch angesetzt, fest zu einem Ring eingerollt und wird über dem Rücken getragen, jedoch nicht seitlich. Sie ist mit dichtem Haar bedeckt, was sie wie einen Pompon aussehen lässt.
Fell und Farbe
Das Fell ist doppelt, was typisch für nordische Rassen ist. Das Deckhaar ist hart, dick und liegt eng am Körper an. Die Unterwolle ist weich, sehr dicht und flauschig wie Watte. Diese Fellstruktur schützt den Hund hervorragend vor Regen, Schnee und beißendem Wind. An Kopf und Vorderseite der Beine ist das Fell kürzer, an Hals, Brust und der Rückseite der Oberschenkel („Hosen“) länger und bildet einen Kragen. Das Haaren ist bei dieser Rasse stark ausgeprägt, besonders im Frühjahr und Herbst.
Laut Standard sind folgende Farben zulässig:
- Weizenfarben (Wheaten): Von hellrot (fast beige) bis gelblich-rot. Das Vorhandensein dunkler Haarspitzen (sogenannte „Zobelfarbe“) ist zulässig und sogar erwünscht, aber der Grundton muss rein sein. Eine dunkle Maske an der Schnauze ist möglich.
- Schwarz (Black): Vorzugsweise einfarbig, tiefes Schwarz, ohne Braunschimmer (obwohl die Unterwolle in der Sonne bronzefarben schimmern kann).
Kleine weiße Flecken an der Brust, am Hals (schmale Blesse) und an den Pfoten sind erlaubt, aber viel Weiß gilt als Fehler. Optisch können unerfahrene Leute den weizenfarbenen Buhund mit dem Islandhund verwechseln, da sie gemeinsame Wurzeln und einen ähnlichen Felltyp haben, allerdings sind die Isländer meist etwas kleiner und weisen vielfältigere Farben auf.
Interessante Fakten über die Rasse
- Der Klingel-Hund: Buhunde haben ein sehr breites Spektrum an Tönen. Außer Bellen können sie jodeln, brummen und Geräusche machen, die dem Singen ähneln.
- Geborene Hirten: Selbst wenn ein Buhund noch nie ein Schaf gesehen hat, beginnt er oft instinktiv, die Tiere zusammenzutreiben, wenn er auf einen Bauernhof kommt.
- Lächeln: Besitzer behaupten, dass Buhunde „lächeln“ können, indem sie die Lippen hochziehen und im Moment der Freude die Zähne zeigen, was kein Zeichen von Aggression ist.
- Seltenheit: Trotz ihrer wunderbaren Qualitäten bleibt die Rasse außerhalb Skandinaviens und Großbritanniens selten.