Die Geschichte der Rasse: Von Königspalästen bis zur Vergessenheit
Eine aristokratische Rasse von Leopardenjägern konnte nicht auf den Höfen des einfachen Volkes entstehen. Vor mehr als zwei Jahrhunderten widmete sich in der Region Rampur, gelegen zwischen Delhi und Bareilly, der Herrscher selbst – Nawab Ahmed Ali Khan Bahadur – ihrer Zucht. Sein Ziel war die Schaffung des perfekten Jagdhundes, der unglaubliche Geschwindigkeit für die Verfolgung von Beute im offenen Gelände mit der physischen Kraft für den Kampf mit gefährlichen Raubtieren vereinen sollte.
Im genetischen Code des Rampurs fließt das Blut der besten Windhunde der Welt. Einer Haupttheorie zufolge entstand die Rasse durch die Kreuzung des mächtigen und wilden Afghanischen Windhundes mit dem klassischen Greyhound, den britische Kolonisten nach Indien brachten. Vom Greyhound erhielt die Rasse ihre explosive Geschwindigkeit, von den afghanischen Vorfahren die Ausdauer unter rauen klimatischen Bedingungen und die Härte gegenüber dem Wild. Es gibt auch eine Theorie über die Einkreuzung von Saluki oder Sloughi, was einige Besonderheiten der Kopfform erklären würde.
Der mutige, elegante und schnelle Hund wurde rasch zum Symbol für Wohlstand und hohen Status. Er nahm an den Jagden des Adels teil und verfolgte nicht nur flinke Antilopen, sondern auch große Raubtiere. Historische Chroniken beschreiben Fälle, in denen ein Rudel Rampurs einen Leoparden stoppen und festhalten konnte, bis der Jäger eintraf. Paradoxerweise zeigte der Rampur Greyhound dabei niemals Aggression gegenüber Menschen und verhielt sich erstaunlich sanft zu Kindern, denen er erlaubte, nach einer erschöpfenden Jagdt mit ihm zu spielen.
Doch die Zeiten ändern sich. Seit die Jagd auf Löwen und anderes Großwild an Bedeutung verlor und später in Indien gesetzlich verboten wurde, begann auch die Population der Rampur Greyhounds rapide zu schrumpfen. Da sie ihren funtkionellen Zweck verloren hatten, wurden sie für gewöhnliche Bauern zu teuer im Unterhalt. Es ist wahrscheinlich, dass wir heute die letzten Tage der reinrassigen Rampur-Population in ihrem historischen Verbreitungsgebiet erleben.
Außerhalb Indiens lebt eine kleine Anzahl von Vertretern der Rasse in den USA (insbesondere in New Jersey), wohin sie von Enthusiasten gebracht wurden. Das wiedererwachte Interesse am Rampur Greyhound hat leider bisher nicht zu einem spürbaren Anstieg der Population beigetragen, und die Rasse verbleibt in der Kategorie der seltenen Exoten.



