Charakter und Temperament des Rottweilers

Hinter dem imposanten Äußeren des Rottweilers verbirgt sich ein ausgeglichener und ruhiger Charakter. Es sind mutige, furchtlose und äußerst selbstbewusste Hunde. Sie sind wachsam, aufmerksam und besitzen einen angeborenen Beschützerinstinkt. Im Kreis seiner Familie ist der Rottweiler ein sanfter und liebevoller Freund, der sich tief an seine Menschen bindet. Oft wählen sie ein Familienmitglied als „ihren“ Herrn aus, dem sie bedingungslos gehorchen, aber dennoch alle lieben und respektieren.
Fremden gegenüber verhalten sich Rottweiler reserviert und abwartend. Sie neigen nicht zu ungerechtfertigter Aggression, sind aber immer bereit, ihr Territorium und ihre Familie zu verteidigen, wenn sie eine echte Bedrohung spüren. Daher sollte man Unbekannte niemals unbeaufsichtigt mit dem Hund lassen. Rottweiler kommen hervorragend mit Kindern aus, besonders wenn sie mit ihnen aufwachsen. Sie sind geduldig und können für Kinder ein wunderbarer Spielgefährte und zuverlässiger Beschützer sein. Dennoch ist es wichtig, dem Kind den richtigen Umgang mit einem großen Hund zu erklären, um versehentliche Verletzungen zu vermeiden.
Diese Hunde sind nicht laut, sie bellen hauptsächlich, wenn es einen Grund gibt. Ihre Souveränität und Ruhe machen sie ähnlich wie andere ernsthafte Wachhunde, wie zum Beispiel den Bullmastiff, obwohl der Rottweiler energischer und beweglicher ist.
Vor- und Nachteile der Rasse Rottweiler
Vor- und Nachteile der Rasse Rottweiler · 6
| Vorteile (Pluspunkte) | Nachteile (Minuspunkte) |
|---|---|
| Hervorragender Wach- und Schutzhund. Angeborener Instinkt zum Schutz von Territorium und Familie. | Neigung zur Dominanz. Benötigt einen starken, selbstbewussten und konsequenten Halter. |
| Hohe Intelligenz und Lernfähigkeit. Lernt bei richtiger Herangehensweise leicht Kommandos. | Benötigt frühe und umfassende Sozialisierung. Ohne sie kann er übermäßig misstrauisch gegenüber Fremden werden. |
| Treue und Liebe zu seiner Familie. Sehr sanft und anhänglich gegenüber „seinen“ Menschen. | Hohe Anforderungen an körperliche Auslastung. Nicht geeignet für inaktive Menschen. |
| Pflegeleichtes Fell. Benötigt keine aufwendige Fellpflege. | Anfälligkeit für bestimmte Erbkrankheiten (Hüftdysplasie, Herzprobleme). |
| Ausgeglichenes und ruhiges Temperament (bei richtiger Erziehung). | Nicht die beste Wahl für Anfänger. Kann eigensinnig sein und Grenzen austesten. |
| Kommt gut mit Kindern in der Familie aus. | Haart saisonal stark. Benötigt in diesen Perioden häufigeres Bürsten. |
Erziehung, Ausbildung und Sozialisierung

Rottweiler sind äußerst intelligente Hunde, die schnell lernen. Ihre Intelligenz geht jedoch Hand in Hand mit einer gewissen Eigensinnigkeit und Dominanzneigung. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Erziehung liegt darin, eine Beziehung auf gegenseitigem Respekt aufzubauen und nicht auf Angst. Der Halter sollte für den Rottweiler ein unbestrittener Anführer sein – ruhig, selbstbewusst und konsequent. Erziehungsmethoden, die auf positiver Bestärkung (Lob, Leckerlis) basieren, wirken deutlich effektiver als Strenge und Bestrafung, die beim Hund eine Abwehrreaktion oder Starrsinn hervorrufen können.
Sozialisierung ist der wichtigste Aspekt der Rottweiler-Erziehung. Sie sollte so früh wie möglich, bereits im Welpenalter, begonnen werden. Machen Sie den Welpen mit verschiedenen Menschen (Erwachsenen, Kindern), anderen Tieren, Geräuschen, Orten und Situationen vertraut. Dies wird ihm helfen, selbstbewusst und ruhig auf neue Reize zu reagieren, anstatt Angst oder Aggression zu zeigen. Dank ihrer hohen Intelligenz und Arbeitsbereitschaft sind Rottweiler in verschiedenen Hundesportarten wie Obedience und Schutzdienst erfolgreich. Ihr Energie- und Intelligenzniveau wird oft mit Rassen wie dem Dobermann Pinscher oder dem Deutschen Boxer verglichen.
