Geschichte der Rasse
Die Geschichte des Sealyham Terriers ist untrennbar mit dem Namen eines Mannes verbunden — Captain John Owen Tucker Edwardes, einem pensionierten Offizier, der auf seinem Anwesen „Sealy Ham“ in Pembrokeshire, Wales, lebte. Nach dem Ende seines Dienstes im Jahr 1848 widmete sich Captain Edwardes seiner größten Leidenschaft, der Jagd. Seine Hauptbeute waren Dachse, Otter und Füchse. Für eine erfolgreiche Jagd unter den schwierigen Bedingungen der walisischen Landschaft brauchte er einen kleinen, aber äußerst mutigen und ausdauernden Hund mit weißem Fell, damit die Jäger ihn im Eifer des Gefechts nicht versehentlich mit der Beute verwechselten.
Die existierenden Rassen genügten dem Captain nicht: Einige waren zu groß für Baue, andere nicht mutig genug. Also beschloss er, seinen eigenen idealen Jagdterrier zu züchten. Leider führte Edwardes keine detaillierten Aufzeichnungen über seine Zuchtarbeit, weshalb die genaue Formel für die Entstehung des Sealyhams ein Geheimnis bleibt. Dennoch sind sich Kynologen und Rassehistoriker einig, dass mehrere Schlüsselrassen an seiner Entstehung beteiligt waren:
- Dandie Dinmont Terrier: Wahrscheinlich hat der Sealyham von dieser Rasse seine längliche Körperform und die hängenden Ohren geerbt. Der Dandie Dinmont Terrier ist bekannt für seinen ruhigen und entschlossenen Charakter.
- Foxterrier Rauhaar: Gab der Rasse ihr raues Fell, Jagdeifer und Sturheit.
- West Highland White Terrier: Von diesem Verwandten erhielt der Sealyham seine charakteristische weiße Färbung. Der West Highland White Terrier ist ebenfalls ein unermüdlicher Jäger mit fröhlichem Wesen.
- Ceský Terrier: Obwohl diese Rasse später gezüchtet wurde, verwendete ihr Züchter, František Horák, Sealyham Terrier für die Zucht des Ceský Terriers, was auf eine enge Verwandtschaft und ähnliche Arbeitsqualitäten hinweist.
- Englischer Bullterrier: Es wird angenommen, dass der Sealyham vom Bullterrier die Kraft seiner Kiefer und seine Furchtlosigkeit geerbt hat.
Captain Edwardes war bei der Auswahl äußerst streng: Er schätzte ausschließlich die Arbeitsqualitäten, nicht das Aussehen. Jeder Hund, der Feigheit zeigte, wurde sofort aussortiert. Nach dem Tod des Captains im Jahr 1891 wurde seine Arbeit von Enthusiasten fortgesetzt. 1908 wurde der erste Rasseclub gegründet, und bereits 1911 erkannte der English Kennel Club den Sealyham Terrier offiziell an. Die Rasse erlangte schnell Popularität, nicht nur als Jäger, sondern auch als Begleit- und Ausstellungshund, insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren in Großbritannien und den USA.
Aussehen des Sealyham Terriers: Standard und Merkmale

Der Sealyham Terrier ist ein Hund, der in einem kleinen Körper den Eindruck von Stärke und Substanz vermittelt. Er ist gedrungen und langgestreckt, aber gleichzeitig beweglich und geschmeidig. Sein Aussehen vereint die Merkmale eines Arbeitsterriers und eines eleganten Begleiters.
- Kopf: Lang, kräftig, mit einem breiten, leicht gewölbten Schädel. Die Schnauze ist quadratisch und stark. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze ist fließend. Wichtige Merkmale sind die dichten „Augenbrauen“, der „Bart“ und der „Schnurrbart“, die dem Kopf seinen charakteristischen Ausdruck verleihen.
- Augen: Dunkel, mittelgroß, rund und tief eingesetzt. Der Blick ist intelligent, ruhig und durchdringend.
- Ohren: Mittelgroß, hängend, dreieckig mit abgerundeten Spitzen. Sie liegen an den Wangen an.
- Kiefer und Zähne: Die Kiefer sind stark und kräftig. Der Biss ist scherenförmig, mit großen Zähnen, was für einen Hund dieser Größe untypisch ist.
- Körper: Der Rumpf ist gestreckt, der Rücken gerade und flexibel. Der Hals ist lang und muskulös. Der Brustkorb ist breit und tief, gut zwischen den Vorderbeinen abgesenkt.
- Gliedmaßen: Die Vorderbeine sind kurz, stark und so gerade wie möglich. Die Hinterbeine sind sehr kräftig, mit gut entwickelten Muskeln, die einen starken Schub gewährleisten.
- Rute: Früher wurde sie traditionell kupiert. Wenn die Rute natürlich belassen wird, ist sie mittellang, dick an der Basis und verjüngt sich zum Ende hin. Der Hund trägt sie aufrecht.
- Fell: Doppelt. Die Unterwolle ist weich und dicht und schützt vor Witterungseinflüssen. Das Deckhaar ist lang, rau und drahtig.
- Fellfarbe: Überwiegend reinweiß. Zitronen-, braune, blaue oder dachsfarbene Flecken an Kopf und Ohren sind erlaubt. Starke Tupfen am Körper sind unerwünscht.



