| Höhe | 38–41 cm |
| Gewicht | 20–23 kg |
| Lebenserwartung | 13–15 Jahre |
| FCI-Gruppe | 8 · Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde |
| Herkunft | Großbritannien |
Genaue Bewertungen
- Hüftdysplasie
- Pulmonalstenose (angeborener Herzfehler)
- Ohrentzündungen (lange Hängeohren)
- Bandscheibenerkrankung (IVDD, langer Rücken)
- Übergewicht (Futtermotivation + geringe Aktivität)
Maßvolles, hochwertiges Futter, strenge Gewichtskontrolle (die Rasse ist futtermotiviert und neigt zu Übergewicht). Die langen Ohren regelmäßig kontrollieren; Sprünge aus der Höhe vermeiden (langer Rücken); für maßvolle Beschäftigung sorgen.
Der Sussex Spaniel ist eine Hunderasse, die ursprünglich speziell für die Bedürfnisse von Jägern entwickelt wurde – vor allem für das Apportieren von Wild aus dichtem Unterholz. Obwohl Sussex Spaniels auch heute noch geschickte Jagdhelfer sind, findet man sie heutzutage meist als geliebte Familienhunde. Von ihren Vorfahren, den Clumber Spaniels, haben sie ihr ruhiges und bisweilen etwas flegmatisches Wesen geerbt. Sobald es jedoch an die Arbeit oder das Spiel geht, zeigen sie eine überraschende Aktivität und Beharrlichkeit. Einen besonderen Charme verleiht dem Sussex Spaniel der einzigartige, gold-leberfarbene Schimmer seines dichten, gewellten Fells. Erfahren Sie mehr über diese und andere Rassen auf Tvaryny.
Sussex Spaniel: Die wichtigsten Merkmale der Rasse

| Herkunft | Großbritannien, Grafschaft Sussex |
| Erste Erwähnung | 1790er Jahre, offiziell anerkannt seit 1846 |
| FCI-Klassifikation | Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde), Sektion 2 (Stöberhunde) |
| Lebenserwartung | 11–15 Jahre |
| Widerristhöhe | 38–41 cm |
| Gewicht | 18–20 kg |
| Temperament | Ruhig, anhänglich, intelligent, gelegentlich eigensinnig |
| Verwendung | Begleithund, Jagdhund (Stöberhund/Apportierer) |
Geschichte und Herkunft
Die Geschichte des Sussex Spaniels ist untrennbar mit dem Anwesen Rosehill im östlichen Sussex, England, verbunden. Genau dort begann der Gutsbesitzer und passionierte Jäger Augustus Elliot Fuller Ende des 18. Jahrhunderts mit einer gezielten Zucht. Sein ehrgeiziges Ziel war es, den perfekten Spaniel für die Jagd in den dichten, schwer zugänglichen Wäldern und Hecken dieser Region zu schaffen. Fuller brauchte einen Hund, der nicht zu schnell, dafür aber ausdauernd und kräftig gebaut war. Das Wichtigste aber war die Fähigkeit, beim Aufstöbern des Wildes „Spurlaut“ zu geben (also zu bellen). Diese Eigenschaft ermöglichte es den Jägern, die Position des Hundes im undurchdringlichen Dickicht zu verfolgen, selbst wenn er nicht zu sehen war.
Um diese neue Rasse zu formen, kreuzte Fuller verschiedene alte englische Spaniel-Typen. Dazu gehörten höchstwahrscheinlich der Field Spaniel, der English Springer Spaniel und vor allem der Clumber Spaniel, von dem der Sussex seinen massiven Körperbau und das gelassene Gemüt erbte. Es gibt auch Hinweise auf den heute ausgestorbenen Norfolk Spaniel. Fast 50 Jahre lang verfeinerte Fuller die Rasse und festigte die gewünschten Merkmale, insbesondere die einzigartige Fellfarbe.
Nach Fullers Tod im Jahr 1847 stand die Rasse kurz vor dem Aussterben. Gerettet wurde sie von Enthusiasten wie Mr. Shriner, der einige reinrassige Exemplare bewahrte. Der Zweite Weltkrieg versetzte der Population einen weiteren schweren Schlag – weltweit gab es nur noch eine Handvoll dieser Hunde. Dank der Bemühungen der englischen Züchterin Joy Freer gelang es, die Rasse buchstäblich aus acht verbliebenen Hunden wiederzubeleben. Heute zählt der Sussex Spaniel immer noch zu den seltensten vom Kennel Club registrierten Rassen, was jeden Vertreter zu einem echten Schatz macht.
Aussehen: Standard und Erscheinungsbild

Der Sussex Spaniel ist ein tiefergelegter, massiver, aber dennoch energischer Hund mit einem unverwechselbaren Aussehen. Seine Erscheinung strahlt Kraft und Ausdauer aus, und seine Farbe macht ihn sofort erkennbar.
- Allgemeines Erscheinungsbild: Der Hund hat ein längliches, rechteckiges Format („lang und niedrig“) mit eher kurzen, aber kräftigen Läufen und starken Knochen. Seine Bewegungen sind fließend, nicht hastig, mit einem charakteristischen „Rollen“ im Gang.
- Kopf: Der Schädel ist breit mit einem ausgeprägten Stopp (Übergang von der Stirn zur Schnauze). Die Schnauze ist breit, tief und quadratisch geformt. Die Lefzen hängen leicht über.
- Augen: Haselnussbraun, ziemlich groß, mit einem sanften und oft etwas melancholischen Ausdruck. Die Lider schließen gut ab.
- Ohren: Groß, mäßig tief angesetzt (etwas oberhalb der Augenlinie). Sie liegen dicht am Kopf an und sind mit weichem, gewelltem Haar bedeckt. Im Gegensatz zum restlichen Körper haben die Ohren kaum Unterwolle.
- Fell: Der ganze Stolz der Rasse. Es ist dicht, glatt oder leicht gewellt, mit einer wetterfesten Unterwolle, die den Hund vor Kälte und Nässe schützt. An Brust, Ohren und Beinen ist das Haar länger und bildet schöne Fransen („Federn“).
- Farbe: Die einzig anerkannte Farbe ist ein sattes Gold-Leberbraun (rich golden liver). Die Haarspitzen schimmern golden, was in der Sonne einen einzigartigen Glanz erzeugt. Schwarz oder andere Farben gelten als Fehler.
- Rute: Tief angesetzt und wird nie über die Rückenlinie getragen. Früher oft kupiert, ist dies in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern heute verboten, sodass die Rute meist naturbelassen ist.
Charakter: Temperament und Verhalten

Der Charakter des Sussex Spaniels ist eine faszinierende Mischung aus jagdlichem Eifer und häuslicher Gelassenheit. In den eigenen vier Wänden zeigt er meist ein flegmatisches Temperament, doch sobald es nach draußen geht, verwandelt er sich in einen eifrigen Arbeiter. Er ist weniger hektisch als andere Spaniel-Arten und bevorzugt ein gemächliches Lebenstempo.
Loyalität und Bindung: Sussex Spaniels sind extrem auf ihre Familie fixiert. Sie bauen eine tiefe emotionale Bindung auf und ertragen langes Alleinsein nur schwer. Dieser Hund folgt Ihnen im Haus oft wie ein Schatten, ohne dabei aufdringlich zu sein. Mit Kindern kommt er hervorragend aus, zeigt Gedult und Zärtlichkeit, was ihn zum idealen Familienhund macht. Dank seiner ruhigen Art eignet er sich oft auch als Therapiehund.
Verhältnis zu anderen Tieren: Bei früher Sozialisierung verträgt sich der Sussex gut mit anderen Hunden und sogar Katzen. Sein Jagdinstinkt kann jedoch bei kleineren Tieren (Vögeln, Nagern) durchbrechen, weshalb hier Vorsicht geboten ist.
Wachsamkeit: Er ist kein klassischer Wachhund, wird aber Besucher zuverlässig mit tiefem Bellen ankündigen. Seine „gespächige“ Natur ist eines der Markenzeichen der Rasse.
Erziehung und Sozialisierung

Die Erziehung eines Sussex Spaniels erfordert Geduld, Konsequenz und positive Bestärkung. Sie sind intelligent, aber ihre natürliche Bedächtigkeit und ein gewisser Starrsinn können den Eindruck erwecken, sie würden langsam lernen. Tatsächlich denken sie oft einfach nur über das Kommando nach, bevor sie es ausführen.
Wichtige Grundsätze für das Training:
- Frühe Sozialisierung: Gewöhnen Sie den Welpen früh an verschiedene Menschen, Geräusche und Umgebungen. Das sorgt für ein sicheres Wesen im Erwachsenenalter.
- Positive Verstärkung: Arbeiten Sie mit Leckerlis und Lob. Härte oder Schreien führen bei dieser sensiblen Rasse zu Vertrauensverlust und Blockaden.
- Kurze, spannende Einheiten: Da sie schnell das Interesse verlieren, sind kurze Trainingseinheiten (10-15 Minuten) am effektivsten.
- Konsequenz: Alle Familienmitglieder sollten an einem Strang ziehen, um den Hund nicht zu verwirren.
Geben Sie Ihrem Vierbeiner die Möglichkeit, Energie abzubauen. Lange Spaziergänge und Nasenarbeit sind ideal. Ähnlich wie andere spezialisierte Jagdhunde, etwa der Cirneco dell’Etna oder der Thai Ridgeback, benötigt auch der Sussex Spaniel geistige Auslastung, um glücklich und ausgeglichen zu sein.
Pflege und Haltung

Die Pflege ist nicht übermäßig kompliziert, muss aber regelmäßig erfolgen. Hauptaugenmerk liegt auf Fell, Ohren und Augen.
Fellpflege
Das dichte Haarkleid sollte 2-3 Mal pro Woche gebürstet werden. Nutzen Sie eine Naturborstenbürste und einen Metallkamm, um Verfilzungen – besonders an den Ohren und unter den Achseln – vorzubeugen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten ratsam. Baden Sie den Hund nur bei Bedarf mit mildem Hundeshampoo. Waschen Sie nach Spaziergängen bei Matschwetter unbedingt die Pfoten und kontrollieren Sie die Zwischenräume.
Ohren und Augen
Die langen Hängeohren sind die Schwachstelle aller Spaniels. Durch die schlechte Belüftung können sich Bakterien leicht vermehren. Kontrollieren Sie die Ohren wöchentlich auf Rötungen oder Geruch und reinigen Sie sie mit einem speziellen Ohrreiniger. Auch die Augen sollten täglich kurz gecheckt und bei Bedarf mit einem weichen Tuch gesäubert werden.
Bewegung
Trotz seiner Jagdherkunft braucht er kein riesiges Gelände. Ein bis zwei längere Spaziergänge pro Tag (insgesamt ca. 1 bis 1,5 Stunden) reichen meist aus. Bauen Sie Suchspiele oder Apportierübungen ein. Dies beugt Langeweile vor und hilft gegen Übergewicht, zu dem die Rasse neigt.
Ernährung: Was zu beachten ist

Eine gesunde Ernährung ist der Schlüssel zu einem langen Hundeleben. Sussex Spaniels sind bekannt für ihren gesegneten Appetit und neigen schnell zu Übergewicht. Strenge Rationskontrolle ist daher Pflicht.
Trockenfutter: Wählen Sie ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil und wenig Füllstoffen (Getreide). Achten Sie genau auf die Mengenangaben und passen Sie diese an, wenn Sie viele Leckerlis beim Training füttern.
Barfen oder Selbstgekochtes: Eine natürliche Ernährung sollte zu 60-70% aus magerem Fleisch bestehen (Rind, Pute, Huhn). Ergänzt wird dies durch:
- Innereien: Leber, Herz, Pansen (1-2 Mal pro Woche).
- Beilagen: Reis, Kartoffeln (gekocht), Haferflocken.
- Gemüse: Karotten, Kürbis, Zucchini (püriert oder gedünstet).
- Milchprodukte: Hüttenkäse oder Naturjoghurt.
- Ei: 1-2 gekochte Eier pro Woche.
Ältere Hunde benötigen weniger Kalorien. Hier kann man den Kohlenhydratanteil reduzieren, um das Gewicht zu halten. Frisches Trinkwasser muss immer bereitstehen.
Gesundheit: Typische Krankheiten

Der Sussex Spaniel ist grundsätzlich robust, aber wie viele Rassehunde hat er bestimmte genetische Dispositionen. Vorsorge ist hier besser als Nachsorge.
| Erkrankung | Beschreibung & Symptome | Vorbeugung & Maßnahmen |
|---|---|---|
| Hüftgelenksdysplasie (HD) | Fehlentwicklung des Hüftgelenks, führt zu Schmerzen und Arthrose. | Gewichtskontrolle, keine Überlastung im Welpenalter. Röntgenuntersuchung bei Zuchttieren. |
| Ohrenentzündungen (Otitis) | Entzündung durch feuchtes Milieu im Hängeohr. Kopfschütteln, Kratzen, Geruch. | Wöchentliche Reinigung und Trockenhalten der Ohren. |
| Augenprobleme | Ektropium/Entropium (Lidfehlstellungen), Katarakt, Netzhautatrophie. | Regelmäßige Kontrolle beim Fachtierarzt für Augenheilkunde. |
| Herzerkrankungen | Angeborene Fehler, z.B. Pulmonalstenose. Symptome: Husten, schnelle Ermüdung. | Kardiologische Untersuchungen (Ultraschall), besonders vor der Zucht. |
| Bandscheibenvorfälle (IVDD) | Probleme mit den Bandscheiben aufgrund des langen Rückens. Schmerzen, Lähmungen. | Treppensteigen vermeiden, Geschirr statt Halsband nutzen, gesundes Gewicht halten. |
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✅ Ruhiges und ausgeglichenes Wesen | ❌ Neigt stark zu Übergewicht |
| ✅ Sehr familienbezogen und kinderlieb | ❌ Pflegeintensives Fell und Ohren |
| ✅ Braucht keinen Hochleistungssport | ❌ Kann beim Training stur sein |
| ✅ Seltene, exklusive Rasse | ❌ Anfällig für bestimmte Erbkrankheiten |
| ✅ Gut für die Wohnungshaltung geeignet | ❌ Haart stark (besonders beim Fellwechsel) |
| ✅ Meldet Besuch zuverlässig | ❌ Bleibt ungern allein |
Wissenswertes über den Sussex Spaniel
- Der Sussex Spaniel gehörte zu den ersten zehn Rassen, die 1884 vom American Kennel Club (AKC) offiziell anerkannt wurden.
- Er gilt als der seltenste Vertreter der Spaniel-Familie. Jedes Jahr werden selbst im Mutterland Großbritannien nur wenige Dutzend Welpen registriert.
- Im Gegensatz zu den meisten Spaniels, die „stumm“ arbeiten, gibt der Sussex beim Jagen Laut. Diese Eigenschaft wurde vom Rassegründer bewusst gefördert.
- Wegen seines massiven Körperbaus und des gemütlichen Gangs wird er scherzhaft manchmal als der „Panzer“ unter den Spaniels bezeichnet.
- Dank ihrer hervorragenden Nase wurden diese Hunde neben der Jagd auch schon erfolgreich bei der Polizei als Drogenspürhunde eingesetzt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist der Sussex Spaniel für Anfänger geeignet?
Ja, dank seines ruhigen Charakters kann er ein guter Ersthund sein. Allerdings sollten sich angehende Halter auf eine konsequente Erziehung und regelmäßige Fellpflege einstellen.
Haaren diese Hunde stark?
Ja, sie besitzen viel Unterwolle und haaren, besonders im Frühjahr und Herbst. Regelmäßiges Bürsten ist notwendig, um die Haare in der Wohnung in Grenzen zu halten.
Kann man ihn in einer Stadtwohnung halten?
Absolut. Solange er genügend Auslauf und Kopfarbeit bekommt, ist der Sussex Spaniel ein sehr angenehmer Wohnungshund, der drinnen meist ruhig auf seinem Platz liegt.
Sind sie laute Kläffer?
Sie bellen in der Regel nicht ohne Grund. Sie haben jedoch eine tiefe, sonore Stimme und melden, wenn Besuch kommt oder sie ungewöhnliche Geräusche hören. Diese „Gesprächigkeit“ gehört zur Rasse.
Was kostet ein Sussex Spaniel Welpe?
Da die Rasse sehr selten ist, muss man oft lange auf einen Welpen warten und mit höheren Preisen rechnen. Wichtig ist, einen Züchter zu wälen, der Gesundheitstests bei den Elterntieren durchführt. Rechnen Sie nicht mit einer einmaligen Summe, sondern mit laufenden Ausgaben: Futter, Vorsorgeuntersuchungen, Entwurmung, Ausrüstung und Hundeschule.
Video zur Rasse
- Ruhig, sanft, gut mit Kindern
- Treuer, ausgeglichener Begleiter
- Geschickter Apportierer aus dichtem Gestrüpp
- Langlebig (13–15 Jahre)
- Phlegmatisch — neigt zu Übergewicht
- Laut bei der Arbeit („gibt Laut“)
- Langer Rücken — Risiko von Bandscheibenproblemen
- Hängeohren neigen zu Ohrentzündungen
| Clumber Spaniel | Cocker Spaniel (englisch) | Field Spaniel | |
|---|---|---|---|
| Höhe | 43–51 cm | 38–43 cm | 43–46 cm |
| Energie | 3 | 4 | 3.5 |
| Wohnung | 3 | 3.5 | 3 |
| Anfänger | 3.5 | 3.5 | 3.5 |
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