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Thai Bangkaew Dog — Geschichte und Standard

Die einzige Rasse Thailands in der FCI-Sektion der asiatischen Spitze (Standard Nr. 358; vorläufige Anerkennung 2011, endgültige 2022). Ein wachsamer, auf den Menschen bezogener Begleithund mit Doppelhaar auf weißem Grund. Der Standard nennt die Rasse klug, treu und leicht auszubilden und zählt Aggressivität und übermäßige Ängstlichkeit zu den disqualifizierenden Fehlern. Zurückhaltung gegenüber Fremden ist ein Rassemerkmal, frühe Sozialisierung daher unerlässlich.
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Thai Bangkaew Dog
Inhalt
1Geschichte: das Dorf Bangkaew, das Kloster und das Jahr 1957 2Erscheinungsbild nach Standard Nr. 358

Geschichte: das Dorf Bangkaew, das Kloster und das Jahr 1957

Historische Darstellung Thai Bangkaew

Der FCI-Standard ist einer jener seltenen Fälle, in denen das offizielle Dokument die Rassegeschichte selbst erzählt, und genau dort sollte man beginnen. Im Abschnitt „Brief historical summary“ heißt es, der Bangkaew sei eine alte Rasse aus dem Dorf Bangkaew in der Ortschaft Tha Nang Ngam, Bezirk Bang Rakam, Provinz Phitsanulok. Das ist Zentralthailand, die Niederung des Flusses Yom — eine Gegend, die in der Regenzeit überflutet wird und die über Jahrhunderte vergleichsweise abgeschlossen lebte.

Der Angelpunkt dieser Geschichte ist das buddhistische Kloster Wat Bangkaew. Nach der im Standard selbst festgehaltenen Version geht die Rasse auf die Kreuzung einer schwarz-weißen einheimischen Hündin, die dem Klostervorsteher gehörte, mit einem heute ausgestorbenen wilden Kaniden zurück. Diese Formulierung lohnt es sich wörtlich zu merken: Das Dokument spricht von einem ausgestorbenen wilden Kaniden, nicht von einer bestimmten Art.

Anschließend nennt der Standard das einzige feste Datum der gesamten Rassegeschichte: das Jahr 1957. Seither wurde gezielt gezüchtet — die Generationen, die wir heute sehen, sind durch Selektion aus einzelnen Würfen entstanden. „Eine Rasse, die sich ohne Zutun des Menschen geformt hat“ ist somit eine halbe Wahrheit: Ohne Zutun formte sich der einheimische Landschlag, die Rasse im kynologischen Sinn rechnet sich jedoch ab 1957 — und das sind keine siebzig Jahre gezielter Arbeit.

Eine weitere Zeile des Standards wird üblicherweise ungenau wiedergegeben. Die FCI nennt den Bangkaew das kostbare Erbe der Provinz Phitsanulok — der Provinz, nicht des Landes. Weiter heißt es im Dokument, die Hunde würden in der Provinz breit gezüchtet und die Rasse sei landesweit so bekannt geworden, dass sie inzwischen in allen Teilen Thailands gezüchtet werde. Der Unterschied zwischen „Stolz einer Provinz, der im ganzen Land bekannt wurde“ und „Nationalgut Thailands“ ist fürs Ohr gering, aber es sind zwei verschiedene Aussagen, und in der Quelle steht die erste.

Die wissenschaftliche Literatur ergänzt einen weiteren Strich. Die thailändischen Autoren, die 2015 normale Netzhautparameter bei vier in Thailand verbreiteten Rassen maßen, schreiben in der Einleitung ihrer Arbeit, der Thai Ridgeback und der Thai Bangkaew seien vom Kennel Club of Thailand als Nationalhunde des Landes anerkannt, und die FCI habe den Ridgeback 1993 und den Bangkaew 2011 registriert. Das deckt sich mit den Daten auf der FCI-Seite: vorläufige Anerkennung des Bangkaew im April 2011, endgültige im Juni 2022.

Entsprechend kurz ist die Ausstellungsgeschichte der Rasse. Der Hund, den man in Europa im Ring unter der Standardnummer 358 sehen kann, war noch in der Erinnerung der heutigen Richtergeneration ein lokaler thailändischer Hund ohne internationalen Status.

Erscheinungsbild nach Standard Nr. 358

Thai Bangkaew Dog im Profil

Der Standard beschreibt den Bangkaew als Hund von quadratischem Format, gut ausbalanciert, niemals gedrungen, mit ziemlich breiter und tiefer Brust. Eine wichtige Proportion ist direkt festgelegt: Rumpflänge zu Widerristhöhe verhält sich wie 1 : 1, und die Länge der Läufe übertrifft die Brusttiefe leicht. Rüden haben stärkere Knochen als Hündinnen. Das Doppelhaar soll um Hals und Schultern eine Krause bilden, die Rute soll gut behaart sein — bei Rüden sind beide Merkmale deutlicher ausgeprägt.

  • Schädel: keilförmig, kräftig, ziemlich breit, aber nicht grob, dem Körper proportioniert. Der Stopp ist deutlich ausgeprägt, aber mäßig.
  • Nasenschwamm: schwarz, dem Fang proportioniert. Ein aufgehellter Nasenschwamm ist ein Fehler.
  • Fang: mittellang, am Ansatz breit, zum Ende hin sich verjüngend; der Nasenrücken ist gerade.
  • Lippen: trocken, mit dunkler und vollständiger Pigmentierung.
  • Kiefer und Zähne: kräftig, vollständiges Gebiss. Scherengebiss; ein Zangengebiss ist zugelassen.
  • Augen: mittelgroß, mandelförmig, schwarz oder dunkelbraun. Große runde Augen und helle Augen sind Fehler.
  • Ohren: klein, dem Kopf proportioniert, eher hoch, aber nicht eng beieinander angesetzt; dreieckig, mit leicht zugespitzten Enden, stehend und nach vorn gerichtet, nur leicht „gehaubt“.
  • Hals: kräftig, muskulös, fließend in die Schultern übergehend, stolz getragen.
  • Körper: Der Rücken ist im Profil gerade und waagerecht, die Lende kräftig und breit, die Kruppe mäßig abfallend, die Brust ziemlich breit und tief, bis zu den Ellenbogen reichend, die Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig; die Bauchlinie ist nur leicht aufgezogen.
  • Gliedmaßen: Die Schulter ist mäßig schräg und gut bemuskelt, der Unterarm gerade und kräftig, von vorn gesehen parallel; der Vordermittelfuß ist kurz und leicht geneigt; die Pfoten sind rund, gewölbt und geschlossen. Der Oberschenkel ist gut bemuskelt, das Knie gut gewinkelt, das Sprunggelenk tief angesetzt, der Hintermittelfuß von hinten gesehen senkrecht zum Boden.

Die Rute: die größte Falle in Bangkaew-Beschreibungen

Hier irren die meisten populären Texte, und sie irren grundsätzlich. Der Bangkaew ist ein Spitz, also schreiben Autoren aus Gewohnheit von einer „über dem Rücken geringelten Rute“. Standard Nr. 358 verlangt etwas anderes: Die Rute ist mäßig lang, gut behaart, am Ansatz dick, gut angesetzt und wird in mäßigem Bogen aufwärts über dem Rücken getragen. In der Liste der disqualifizierenden Fehler steht dagegen als eigene Zeile die geringelte oder geknickte Rute. Ausgerechnet jenes „Spitz-Kringel“-Detail, das Beschreibungen als Rassemerkmal ausgeben, nimmt den Bangkaew also aus dem Ring. Eine flach auf den Rücken gepresste Rute und eine seitlich abfallende Rute wertet der Standard als gewöhnliche Fehler.

Gangwerk

Das Gangwerk beschreibt der Standard als geschmeidig und kraftvoll, mit gutem Vortritt und Schub, aber ohne Übertreibung: ohne übermäßige Raumgriffigkeit und Geschwindigkeit, unter Wahrung einer waagerechten Oberlinie und der stolzen Haltung von Kopf und Rute. Vorder- und Hinterhand bewegen sich parallel, mit zunehmender Geschwindigkeit konvergieren die Pfoten zu einer Linie. Ruderndes Gangwerk oder ein Auswärtsschleudern der Pfoten ist ein Fehler.

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