Der Japan Chin (Japanese Chin) ist eine uralte östliche Hunderasse von winziger Größe mit riesigen, runden Augen, die an Kirschblüten erinnern. Der ausdrucksstarke, leicht erstaunte Blick und die kleinen Pfoten des flauschigen Winzlings wecken unweigerlich die Begeisterung von Tierfreunden auf der ganzen Welt. Doch unter dem lustigen Äußeren des Hundes der strengen japanischen Herrscher verbirgt sich ein kühler und zurückhaltender Charakter. Der Japan Chin kennt seinen Wert und verlangt eine angemessene Behandlung, schließlich lebte er jahrhundertelang in den Ärmeln der seidenen Kimonos der Kaiser. Dieser Stubenliebling ist recht unkompliziert in der Pflege, hat aber seine einzigartigen Besonderheiten. Mehr dazu erfahren Sie auf Tvaryny.
Japan Chin: Kurzer Überblick über die Rassemerkmale

| Ursprungsland | Japan |
| Internationale Bezeichnung | Japanese Chin |
| FCI-Gruppe | Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde) |
| FCI-Anerkennung | 1957 (erste Erwähnung des Standards – 1956) |
| Lebenserwartung | 12-14 Jahre (in Ausnahmefällen bis 16) |
| Widerristhöhe | 23-25 cm (Rüden), Hündinnen etwas kleiner |
| Gewicht | 2-4 kg (Idealgewicht 1,8-3,2 kg) |
| Felltyp | Lang, seidig, glatt, ohne Unterwolle |
| Pflegeaufwand | Mittel |
Geschichte der Rasse: Der Weg von Tempeln zu Palästen
Die Geschichte dieser Rasse ist von Legenden und Geheimnissen des Ostens umhüllt. Man vermutet, dass die Chins von alten chinesischen Hunden abstammen, die vor fast eineinhalbtausend Jahren von chinesischen Mönchen als Geschenk für die kaiserliche Familie nach Japan gebracht wurden. Das Wort „Chin“ kann als „Juwel“ gedeutet werden. Es gibt eine Version, nach der die Vorfahren dieser Hunde im Jahr 732 n. Chr. über Korea nach Japan gelangten, als Geschenk der koreanischen Herrscher der Silla-Dynastie an den japanischen Hof.
Die winzigen Chins gefielen den lokalen Kaisern so gut, dass sie sogar zu heiligen Hunden erklärt wurden. Einfachen Leuten war der Besitz dieser Tiere unter Androhung der Todesstrafe streng verboten. Nur die bedeutendsten Aristokraten konnten einen Welpen als Geschenk für besondere Verdienste um das Kaiserreich erhalten. Die Hunde lebten in mit Gold verzierten Bambuskäfigen, und Diener fächelten ihnen bei Hitze Luft zu.
Mitte des 19. Jahrhunderts (genauer gesagt 1853) öffnete Kommodore Matthew Perry Japan für den internationalen Handel. Damals wurde der englischen Königin Victoria ein Paar kleiner Chins geschenkt – so wie zuvor dem japanischen Kaiser. Von da an begannen diese dekorativen Hündchen rasch die Herzen der Europäer und Amerikaner zu erobern. Es ist erwähnenswert, dass der Japan Chin gemeinsame genetische Wurzeln mit Rassen wie dem Pekingesen und dem Tibet-Spaniel hat, obwohl er sich zu einer feineren Form entwickelt hat.
Der Zweite Weltkrieg und Erdbeben in Japan brachten die Rasse an den Rand des Aussterbens, doch gelang es, sie dank Enthusiasten und britischen Züchtern zu retten, welche die Reinheit der Linien außerhalb der historischen Heimat bewahrten.
Wie sieht der Japan Chin aus: Detaillierte Beschreibung des Äußeren

Japan Chins sind exquisite Hunde von quadratischem Format mit einer charakteristischen Art der Bewegung. Chins schreiten stolz und heben ihre kleinen Pfoten hoch an, was oft mit dem Gang von Japanern in traditionellen Geta-Schuhen verglichen wird. Dieser „tänzelnde“ Gang ist das Markenzeichen der Rasse.
Kopf und Schnauze
Sie haben einen großen Kopf und eine breite, gewölbte Stirn. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist sehr tief und abrupt. Die Schnauze ist kurz, breit, mit gut geöffneten Nasenlöchern. Eine Besonderheit ist die Platzierung der Nase: Sie befindet sich auf einer Linie mit den Augen. Die Augen sind wohl das wichtigste Merkmal. Sie sind dunkel, glänzend, weit auseinanderstehend und etwas „hervorstehend“, was dem Hund ein verblüfftes Aussehen verleiht. In den Augenwinkeln ist das Weiß zu sehen, was den sogenannten „Blick des Erstaunens“ formt.
Körper und Fell
Der Körper ist von glattem, langem und seidigem Fell bedeckt. Es darf sich nicht kräuseln. Zur dekorativen Erscheinung tragen die schönen „Federn“ an den Läufen, die reiche Mähne (Jabot) an Hals und Brust sowie der Wasserfall aus Haaren an der Rute bei. Die Rute ist hoch angesetzt und wird über dem Rücken des Hundes getragen, wo sie wie eine Fontäne zerfällt. Die traditionelle Farbe dieser zurückhaltenden, stolzen Winzlinge ist zweifarbig: weiß mit schwarzen oder weiß mit roten Flecken. Die rote Farbe kann von hellgelb bis dunkel schokoladenbraun variieren, aber der schwarz-weiße Klassiker ist am weitesten verbreitet. Die Symmetrie der Flecken am Kopf wird besonders hoch geschätzt.
Äußerlich erinnert der Japan Chin etwas an den King Charles Spaniel, hat jedoch einen eher „östlichen“ Gesichtsausdruck und einen leichteren Knochenbau.
Vor- und Nachteile der Rasse
Bevor man sih diesen Hund anschafft, ist es wichtig, alle Vor- und Nachteile abzuwägen, denn der kaiserliche Charakter passt nicht zu jedem.
| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
| Ideal für die Wohnung, braucht wenig Platz | Starker saisonaler Haarausfall, Haare auf Möbeln |
| Bellt nicht ohne Grund (sehr ruhige Rasse) | Schnarchen und Röcheln durch den Nasenaufbau |
| Reinlich, putzt sich oft wie eine Katze | Schlechte Hitzeverträglichkeit (Hitzschlagrisiko) |
| Benötigt keine langen körperlichen Belastungen | Wählerisch beim Futter (können Gourmets sein) |
| Freundlich zu anderen Tieren | Mag keine Distanzlosigkeit und grobe Behandlung |
Charakter: Temperament und Verhalten in der Familie

Unter anderen „Toy“-Hunderassen zeichnen sich Japan Chins durch Intelligenz und katzenhafte Gewohnheiten aus. Sie benutzen oft ihre Vorderpfoten, um sich zu waschen oder mit Spielzeug zu spielen, was für Hunde untypisch ist. Die freundlichen und liebevollen Kleinen mit den lustigen Ohren kommen gut mit anderen Haustieren aus, insbesondere mit Hunden. Wenn Sie einen Begleiter suchen, der dem Kontinentalen Zwergspaniel Papillon in seiner Verspieltheit ähnelt, aber ruhiger ist – dann ist der Chin die ideale Wahl.
Sie genießen die Fürsorge der Menschen um sie herum: Der Japan Chin liebt es, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, drängt sich aber niemals auf. Er wird auf der hohen Rückenlehne des Sofas sitzen (sie lieben die Höhe) und Sie beobachten. Dabei verhält sich ein solcher Stubenliebling Fremden gegenüber zurückhaltend und kann den Mut verlieren, wenn er sich an einem lauten, unbekannten Ort befindet. Wenn Sie dem Chin nicht genügend Aufmerksamkeit schenken, können Sie mit Eifersucht oder sogar Depressionen des winzigen Hundes konfrontiert werden – sie sind sehr abhängig vom emotionalen Zustand des Besizers.
Gesundheit: Typische Krankheiten und Schwachstellen
Im Allgemeinen ist dies eine gesunde Rasse, aber der anatomische Aufbau der flachen Schnauze (Brachyzephalie) der Japan Chins bedingt gewisse Risiken. Besitzer müssen auf folgende Aspekte achten:
- Atmungssystem: Für einen solchen Stubenliebling sind Röcheln und nächtliches Schnarchen typisch. Rückwärtsniesen (Reverse Sneezing) kommt ebenfalls häufig vor – das sieht beängstigend aus, als ob der Hund ersticken würde, vergeht aber meist von selbst, wenn man die Nasenlöcher für eine Sekunde mit der Handfläche zuhält. Wenn diese Geräusche jedoch zu bedrohlich werden, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen.
- Augen: Die großen Augen sind anfällig für Verletzungen, Staub und Trockenheit. Keratokonjunktivitis und grauer Star können im Alter auftreten.
- Bewegungsapparat: Bei Vertretern der Rasse kommt häufig eine Patellaluxation (Herausspringen der Kniescheibe) vor. Dies ist ein gemeinsames Problem vieler kleiner Rassen, darunter leidet beispielsweise auch der Russische Toy-Terrier (Glatthaar).
- Hitzschlag: Der flauschige Knirps ist extrem empfindlich gegenüber Überhitzung aufgrund der kurzen Nase, die die Luft nicht schnell genug kühlen kann. Im Sommer sollte man nur früh morgens oder abends spazieren gehen.
Fellpflege und Hygiene

Der Japan Chin eignet sich gut für die Wohnungshaltung und benötigt kein professionelles Grooming wie Pudel oder Yorkies. Der Hund hat keine dichte Unterwolle, und sein glattes Fell neigt nicht zu starkem Verfilzen, wenn man es regelmäßig bürstet.
Kämmen und Baden
Es wird empfohlen, den Hund 2-3 Mal pro Woche mit einem Metallkamm mit langen Zinken zu kämmen. Achten Sie besonders auf den Bereich hinter den Ohren und unter den Pfoten, wo das Fell weicher ist und sich zu Knötchen verfilzen kann. Gebadet wird ein solcher Stubenliebling nach Bedarf (einmal alle 2-3 Wochen) unter Verwendung eines feuchtigkeitsspendenden Shampoos und unbedingt einer Spülung oder einer speziellen Creme für Fellglanz. Für die Express-Reinigung kann Trockenshampoo verwendet werden.
Hygienische Prozeduren
- Augen: Jeden Tag werden die Augen des Hundes mit einem Wattepad gereinigt, das in einer speziellen Lotion getränkt ist, um Tränenspuren zu entfernen, die das Aussehen des weißen Fells im Gesicht beeinträchtigen.
- Ohren: Einmal pro Woche kontrollieren. Hängeohren werden schlecht belüftet.
- Krallen: Einmal pro Woche werden die Krallen gekürzt, wenn sie sich beim Spazierengehen nicht abnutzen.
- Pfoten: Außerdem ist es notwendig, regelmäßig überschüssiges Fell zwischen den Pfotenballen zu schneiden – das verbessert die Bodenhaftung und verhindert Schmutzansammlungen.
Erziehung und Sozialisierung
Mit der Erziehung des Japan Chin muss man schon im frühen Alter beginnen, da ein erwachsener Hund kein großes Interesse an den Übungen sehen und Sturheit zeigen könnte. Sie sollten täglich durchgeführt werden, wobei die Reihenfolge der Befehle maximal variiert werden sollte – denn ein solches Haustier kann sich schnell langweilen. Ein Chin wird nicht gedankenlos 20 Mal hintereinander „Sitz“ machen.
Ein wichtiger Aspekt – für das tägliche Training sollte nur sehr wenig Zeit eingeplant werden – etwa fünf bis zehn Minuten. Die Grundlage für ein positives Ergebnis sind positive Bestärkung mit Leckerlis und Regelmäßigkeit der Übungen. Den Chin anzuschreien ist zwecklos – er wird sich einfach in sich selbst zurückziehen oder beleidigt sein („den Kaiser einschalten“). Der kluge Japan Chin kann lernen, seinen Besizer aufs Wort zu verstehen und Tricks auszuführen, ohne sein würdevolles Gesicht zu verlieren. Bringen Sie dem Hund unbedingt den Befehl „Zu mir“ bei, da sein Jagdinstinkt auf der Straße beim Anblick eines Schmetterlings oder eines Vogels plötzlich erwachen kann.
Ernährung: Menü für Gourmets

Ein erwachsener Japan Chin wird zweimal täglich gefüttert, wobei man versuchen sollte, dem hungrigen Blick der kosmischen Augen des Kleinen außerhalb des Zeitplans nicht nachzugeben. Übergewicht ist für diese Rasse kritisch, da es eine zusätzliche Belastung für Herz und Gelenke darstellt. Geben Sie einem Rassehund auf keinen Fall Gerichte von Ihrem eigenen Tisch – Geräuchertes, Süßes und Gebratenes stehen unter strengem Verbot.
| Ernährungsart | Empfehlungen | Verbotene Produkte |
|---|---|---|
| Natürliche Ration (BARF/Gekocht) | Basis – mageres Fleisch (Rind, Pute, Kaninchen). Seefisch (Filet) 1-2 Mal pro Woche. Reis, Buchweizen, gekochtes Gemüse (Zucchini, Karotte). Quark mit Kefir zum Frühstück. | Schweinefleisch, Flussfisch, Röhrenknochen, Kartoffeln, Hülsenfrüchte. |
| Trockenfutter | Klasse Super-Premium oder Holistic für kleine Rassen. Die Granulate müssen klein sein. | Futter der Economy-Klasse (kann Allergien auslösen). |
Als Belohnung während des Trainings können Sie ihm höchstens ein kleines Stück Hartkäse oder spezielle Hundeleckerlis anbieten. Man darf den Bedarf des Hundes an komplexen Kohlenhydraten nicht vergessen, an denen Getreidebreie reich sind, aber Fleisch sollte im Napf überwiegen (ca. 60-70%). Nudeln und süßes Gebäck darf man ihm nicht anbieten, das führt zu Verdauungsstörungen.
Interessante Fakten über die Rasse
- „Chin-Spin“: Viele Vertreter dieser Rasse haben die einzigartige Angewohnheit, sich auf den Hinterbeinen um die eigene Achse zu drehen, wenn sie sich freuen oder aufgeregt sind. Dieser Tanz wird „Chin Spin“ genannt.
- Hund als Talisman: Im alten Japan glaubte man, dass Chins böse Geister vom Kaiserhaus fernhalten.
- Abweichende Anatomie: In einigen Linien der Japan Chins sind die Zehen an den Pfoten etwas mehr durch Schwimmhäute verbunden als bei anderen Rassen.
- Diätetisches Wunder: Trotz seiner Größe kann der Chin beim Futter recht wählerisch sein und Abwechslung verlangen wie ein echter Aristokrat.
Häufig gestellte Fragen zur Rasse (FAQ)
Bellen Japan Chins viel?
Nein, das ist eine der ruhigsten Rassen. Sie bellen extrem selten, nur im Alarmfall. Öfter geben sie Geräusche von sich, die Gesang, Murmeln oder „Gesprächen“ ähneln.
Eignet sich der Japan Chin für eine Familie mit Kindern?
Ja, aber mit Vorsicht. Der Hund ist sehr zerbrechlich, daher ist er für ganz kleine Kinder, die das Tier versehentlich verletzen könnten, nicht geeignet. Für ältere Kinder, die den Raum des Hundes zu respektieren wissen, wird der Chin ein wunderbarer Freund sein.
Wie vertragen sie Einsamkeit?
Chins vertragen lange Trennungen schlecht. Wenn Sie 12 Stunden am Tag arbeiten und niemand zu Hause ist, sollten Sie besser eine andere Rasse in Betracht ziehen oder dem Chin einen Freund besorgen (zum Beispiel noch einen Chin oder eine Katze).
