Geschichte und Herkunft der Rasse
Die deutschen Auswanderungswellen, die im frühen 19. Jahrhundert begannen, brachten in die USA nicht nur Sprache, Brauwesen und lutherische Gemeinden, sondern auch Hunde. Darunter war der Deutsche Spitz — ein vielseitiger Bauernhund, der den Hof bewachte, vor Fremden warnte und seinen Menschen begleitete. So beschreibt es der AKC in seiner eigenen Rassegeschichte, und so beschreibt es auch der Rasseverein. Deutsche Familien siedelten in Wisconsin, Minnesota, Ohio, in Neuengland und im Süden von Texas, und die weißen Spitze verteilten sich mit ihnen.
Ein entscheidendes Detail wird meist übergangen: In Deutschland gab es Spitze in Schwarz, Braun und Orange, in den USA setzte sich jedoch gerade der weiße Schlag durch. Der Rasseverein schreibt offen, dass der Grund für dieses Übergewicht unbekannt ist. Die amerikanische Geschichte der Rasse beginnt also nicht mit der Züchtung eines neuen Hundes, sondern mit einer Farbauslese innerhalb eines bereits vorhandenen Typs.
Der zweite Erzählstrang ist der Zirkus. Wanderzirkusse, Varietétruppen und Wild-West-Shows durchquerten das vorelektrische Amerika, und weiße Spitze wurden dank ihrer Lernfreude und ihres auffälligen Aussehens zur Stütze der Hundedressuren. Der AKC schreibt das ausdrücklich. Der Rasseverein fügt allerdings eine Einschränkung hinzu, die in keiner populären Nacherzählung vorkommt: Die Rasse wurde nie als Zirkushund gezüchtet — die Hunde wurden in die Nummern geholt, so wie viele andere auch.
Die formale Registergeschichte sieht so aus. Der UKC erkannte die Rasse 1913 an und registrierte ausschließlich weiße Hunde. Hier bricht die Aktenspur jedoch ab: In den Anfangsjahren des UKC gab es einen Brand, bei dem ein Teil der Unterlagen verlorenging. Deshalb stammt die früheste erhaltene Registrierung erst aus dem Jahr 1922 — sieben Hunde unter der Rassebezeichnung „Spitz“, die erste Hündin Patsy Pall und der erste Rüde Rob Roy; im Folgejahr kamen dreizehn weitere hinzu. Das ist der seltene Fall, in dem nicht nur bekannt ist, dass ein Dokument fehlt, sondern auch, warum es fehlt.
Der AKC nahm die Rasse sehr viel später auf — und ebenfalls nicht mit einem einzigen Datum. Der Rasseverein trug die Abstammungsnachweise zusammen, der Standard wurde am 11. Oktober 1994 angenommen und am 30. November 1994 in Kraft gesetzt, den ersten Hund registrierte der AKC 1995. In der eigenen Datenbank des AKC steht als Jahr der Anerkennung 1994, im Geschichtstext auf derselben Seite dagegen 1995. Das ist kein Fehler einer einzelnen Stelle: Es sind drei verschiedene Ereignisse, die leicht zu einem verschmelzen.
Wie der American Eskimo Dog aussieht: der Rassestandard

Der AKC-Standard beschreibt einen kleinen bis mittelgroßen Hund nordischen Typs, stets weiß oder weiß mit Biscuit-Creme, kompakt und ausgewogen gebaut, mit aufrecht getragenen dreieckigen Ohren und ausdrucksstarken schwarzen „Points“ — Lefzen, Nasenschwamm und Lidrändern. Die Rumpflänge vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker ist etwas größer als die Widerristhöhe, im Verhältnis von etwa 1,1 zu 1.
- Haarkleid. Doppelt und abstehend: dichte kurze Unterwolle und längeres Deckhaar, das durch sie hindurchwächst. Gerade, ohne Locke und ohne Welle. Um Hals und Brust eine Mähne, bei Rüden deutlicher als bei Hündinnen; an den Hinterläufen bis zu den Sprunggelenken die typischen „Hosen“. Der Standard verbietet ausdrücklich das Trimmen von Körper und Schnurrhaaren und verlangt, dies streng zu bestrafen: Erlaubt ist allein das Nacharbeiten an den Pfoten und an den Rückseiten der hinteren Mittelfüße.
- Kopf. Der Schädel ist leicht gewölbt, weich keilförmig und zwischen den Ohren am breitesten. Der Fang ist breit und nicht länger als der Schädel. Scheren- oder Zangengebiss. Rosa Pigment an Nase oder Lefzen ist ein Fehler.
- Augen. Nicht ganz rund, leicht oval, weit auseinander liegend. Erwünscht ist eine dunkel- bis mittelbraune Farbe. Bernsteinfarbene Augen und rosa Lidränder sind Fehler. Blaue Augen dagegen sind ein Ausschlussfehler — sowohl im AKC- als auch im UKC-Standard. Das ist also keine „auf Ausstellungen weniger erwünschte Variante“, sondern ein Grund, den Hund aus dem Ring zu nehmen. Tränenspuren gelten, sofern sie nicht stark sind, nicht als Fehler — der Standard schreibt ausdrücklich, dass sie die Bewertung von Typ, Bau und Wesen nicht überwiegen dürfen.
- Rute. Mäßig hoch angesetzt, üppig mit langem Haar bedeckt, locker auf dem Rücken getragen; in der Ruhe darf sie hängen. Eine in Ruhe hängende Rute ist kein Fehler — auch das steht geschrieben.
- Bewegung. Die Rasse trabt und passt nicht. Mit zunehmender Geschwindigkeit tritt der Hund in eine Spur, die Läufe konvergieren zur Mittellinie, und der Rücken bleibt fest und gerade.
Ausschlussfehler nach AKC: jede andere Farbe als Weiß oder Weiß mit Biscuit-Creme; blaue Augen; eine Höhe unter 9 oder über 19 Zoll. Der UKC-Standard ergänzt eigene: ein- oder beidseitiger Kryptorchismus, Bösartigkeit oder extreme Ängstlichkeit, Albinismus, Blindheit, Taubheit sowie jede über den Standard hinausgehende Veränderung am Hund. Die UKC-Liste ist länger — und dass Taubheit und Blindheit dort als eigene Zeilen stehen, ist bei einer weißen Rasse vielsagend.
Ein weiteres Detail lohnt sich zu wissen: Ein Gewicht steht im Standard überhaupt nicht — weder beim AKC noch in den Unterlagen des Rassevereins. Alle Gewichtsangaben, die im Netz kursieren, stammen von der Infokarte auf der AKC-Website und nicht aus dem Standard. Wir führen sie getrennt auf und nennen die Quelle gerade deshalb, weil das Vermischen dieser beiden Zahlensätze sinnlose „verschmolzene“ Bereiche erzeugt.


