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Bichon Frisé — Geschichte und Standard

Ein fröhliches weißes „Wölkchen“ mit gelocktem Fell: anhänglich, verspielt, idealer Begleiter für die Wohnung und für Allergiker. Haart kaum (hypoallergen), braucht aber regelmäßige Pflege; neigt zu Allergien und Harnsteinen.
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Bichon Frisé
Inhalt
1Geschichte und Herkunft des Bichon Frisé 2Wie sieht der Bichon Frisé aus: Rassestandard

Geschichte und Herkunft des Bichon Frisé

Die Geschichte des Bichon Frisé ist eine faszinierende Reise vom Schiff-Rattenfänger zum Liebling der Könige. Obwohl die Rasse oft mit Frankreich in Verbindung gebracht wird, reichen ihre Wurzeln tiefer, bis ins Mittelmeer. Es wird angenommen, dass die Bichons vom „Barbet“ (einem Wasserhund) abstammen, woher der Begriff „Barbichon“ stammt, der später zu „Bichon“ verkürzt wurde.

Diese kleinen weißen Hunde waren auf den Kanarischen Inseln, insbesondere auf Teneriffa, bereits im 14. Jahrhundert beliebt. Sie wurden oft von italienischen und spanischen Seefahrern an Bord genommen, die sie nicht nur als Gesellschaft, sondern auch für die effektive Jagd auf Nagetiere auf Schiffen schätzten. Es waren die Seefahrer, die den „Teneriffa-Bichon“ nach Europa brachten.

Wahrer Ruhm kam der Rasse in der Renaissance. Im 16. Jahrhundert wurden sie zu Lieblingen des französischen Hofes, insbesondere während der Herrschaft von Franz I. und Heinrich III. Sie wurden verehrt, verhätschelt, auf den Händen getragen und sogar mit Bändern geschmückt. Die Rasse fand auch in Spanien Anklang; der berühmte Maler Francisco de Goya bildete diese Hündchen auf seinen Leinwänden ab. Sie sind auch nahe Verwandte von Rassen wie dem Malteser, dem Bologneser und dem Havaneser.

Nach der Französischen Revolution änderte sich das Schicksal der Rasse drastisch. Die Aristokratie wurde gestürzt, und die Bichons landeten auf der Straße. Doch ihre Intelligenz, Lebhaftigkeit und Lernfähigkeit blieben nicht unbemerkt. Sie wurden zu Stars auf Straßenaufführungen und in Wanderzirkussen, wo sie Tricks vorführten und das Publikum unterhielten.

Die Wiederbelebung der Rasse begann erst Anfang des 20. Jahrhunderts dank der Bemühungen französischer und belgischer Enthusiasten. Sie begannen, die Rasse wiederherzustellen und zu standardisieren. 1933 wurde die Rasse in Frankreich unter dem Namen „Bichon Frisé“ („Bichon mit gelocktem Haar“) offiziell anerkannt. Der American Kennel Club (AKC) erkannte die Rasse 1973 an, was zu ihrer weltweiten Popularität beitrug.

Wie sieht der Bichon Frisé aus: Rassestandard

Wie sieht der Bichon Frisé aus: Rassestandard

Der Bichon Frisé ist ein kleiner, aber robuster Hund mit stolzer Haltung. Sein Hauptmerkmal ist das einzigartige „flauschige“ Fell, das den Eindruck einer weichen Wolke erweckt. Auf dem weißen Hintergrund heben sich die dunklen, wachsamen Augen, umrahmt von dunkler Pigmentierung, und die knopfartige schwarze Nase besonders deutlich ab. Ihre Haut hat oft eine gefleckte Pigmentierung, die bei der Pflege sichtbar wird.

Der Rassestandard schreibt keine bestimmte Frisur für Haustiere vor, aber für Ausstellungen ist ein spezielles „flauschiges“ Grooming erforderlich, das die runden Formen von Kopf und Körper betont. Der Bichon Frisé trägt seine Rute fröhlich, anmutig über den Rücken gebogen, sie sollte jedoch weder den Rücken berühren noch geringelt sein.

Wie sieht der Bichon Frisé aus: Rassestandard · 10
KörperteilStandardbeschreibung (FCI/AKC)
Allgemeines ErscheinungsbildKleiner, lebhafter, fröhlicher Hund. Der Körper ist etwas länger als die Widerristhöhe.
KopfProportional zum Körper. Schädel flach, nicht zu rund. Stop (Übergang von der Stirn zur Schnauze) kaum merklich.
SchnauzeDie Schnauze sollte nicht spitz oder schwer sein. Lippen dünn, fest, immer schwarz.
AugenDunkel (schwarz oder dunkelbraun), rund, lebhaft, mit schwarzer Umrandung. Sollten nicht mandelförmig oder hervorstehend sein.
OhrenHängend, dünn, mit langem, gelocktem Haar bedeckt. Etwas oberhalb der Augenlinie angesetzt.
NaseAusdrucksstark, gerundet, immer schwarz.
GebissScherengebiss ist der Standard.
HalsZiemlich lang, stolz erhoben, geht sanft in die Schultern über.
KörperOberlinie gerade. Brust gut entwickelt. Lenden muskulös, leicht gewölbt.
RuteEtwas unterhalb der Rückenlinie angesetzt, wird anmutig über dem Rücken gebogen getragen.

Das Fell: Einzigartiges Merkmal des Bichon Frisé

Das Fell ist die Visitenkarte des Bichon Frisé. Es ist doppelt: Es besteht aus einer weichen, dichten Unterwolle und einer gröberen, lockigen Deckhaarschicht, die eine Textur ähnlich wie Samt oder Plüsch aufweist. Diese spiralförmigen Locken (7–10 cm lang) liegen nicht am Körper an, sondern stehen ab und erzeugen das charakteristische Volumen. Beim Drücken federt das Fell zurück.

Farbe: Der Standard verlangt eine rein weiße Farbe. Welpen können Flecken von Beige, Creme oder „Aprikose“ aufweisen (oft an den Ohren oder am Körper), aber diese Flecken müssen verschwinden oder sehr blass werden, bis der Hund das Erwachsenenalter erreicht (etwa bis zu 1 Jahr). Jegliche dunklen Flecken bei einem erwachsenen Hund sind ein Fehler.

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