Geschichte der Rasse
Die Geschichte des Großspitzes reicht weit zurück. Wie der Name schon vermuten lässt, liegt die Heimat dieser prächtigen Hunde in Deutschland, obwohl sich ihre genetischen Spuren in ganz Nord- und Mitteleuropa finden lassen. Historisch gesehen waren sie auch in Holland, Österreich und Großbritannien weit verbreitet und äußerst beliebt.
Großspitze sind klassische nordische Hunde. Leider ist es heute recht schwierig, ihren genauen Ursprung auf ein bestimmtes Jahr festzulegen. Kynologen und Historiker vermuten jedoch, dass in den Adern der Spitze das Blut der alten „Torfhunde“ (Canis familiaris palustris) fließt, deren Überreste an Lagerplätzen der Steinzeitmenschen gefunden wurden. Es gibt auch die Theorie, dass die Vorfahren dieser Hunde von den Wikingern in das Gebiet des heutigen Deutschlands und der Niederlande gebracht wurden. Damit gehören die Spitze zu den ältesten Rassen Mitteleuropas.
Historisch gesehen war der Großspitz kein „Schoßhund“. Er war der Arbeitshund der Bauern und Handwerker. Man schätzte ihn für seine Vielseitigkeit: Er bewachte die Weinberge vor Vögeln und Dieben, begleitete Fuhrwerke und bewachte Eigentum auf Binnenschiffen. Eine besondere Eigenschaft, für die sie geliebt wurden, war das Fehlen eines Jagdinstinkts - der Spitz rannte nicht in den Wald einem Hasen hinterher, sondern blieb immer in der Nähe des Hauses oder seines Besitzers.
Im Jahr 1899 wurde in Deutschland der „Verein für Deutsche Spitze“ gegründet, und 1906 wurde ein einheitlicher Standard für Spitze aller Größen verabschiedet, der die Parameter und Farben für jeden Schlag festlegte. Doch mit der Zeit änderte sich die Mode. In den Nachkriegsjahren sank die Popularität der Großspitze katastrophal und sie mussten Schäferhunden und Terriern weichen. Heute steht der Großspitz auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen (in Deutschland geführt von der GEH). Daher trägt jeder Besitzer eines solchen Hundes faktisch zur Rettung eines lebendigen Kulturerbes bei.
Wie sieht der Großspitz aus: Detaillierte Beschreibung des Standards

Der Großspitz ist ein mittelgroßer Hund von quadratischem Format, was bedeutet, dass die Widerristhöhe ungefähr der Rumpflänge entspricht. Dies vermittelt einen Eindruck von Kompaktheit und Kraft. Seine Silhouette ist dank des prächtigen Fells und der stolzen Haltung unverkennbar.
Kopf und Schnauze
Der Kopf des Großspitzes ist keilförmig und mittelgroß. Von oben betrachtet ist er im hinteren Teil am breitesten und verjüngt sich keilförmig zur Nasenspitze hin, was an einen Fuchs erinnert. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist sanft, aber deutlich ausgeprägt, niemals abrupt. Der Nasenschwamm ist rund, klein und zwingend reinschwarz (bei braunen Hunden dunkelbraun).
Augen und Ohren
Die Ohren sind hoch angesetzt, stehen nah beieinander, sind klein, dreieckig und laufen spitz zu. Sie werden immer aufrecht getragen, was dem Hund einen kecken und aufmerksamen Ausdruck verleiht. Die Augen sind mittelgroß, oval, etwas schräg gestellt und dunkel. Die Augenlider sind schwarz pigmentiert (oder dunkelbraun bei braunen Hunden), was wie ein „Lidstrich“ wirkt.
Körper und Gliedmaßen
Der Hals ist leicht gebogen, mittellang und ohne Wamme; das Fell um den Hals bildet den berühmten, üppigen Kragen (Mähne), der bei Rüden besonders ausgeprägt ist. Der Rücken ist gerade und kurz, die Lendenpartie kräftig. Der Brustkorb ist sehr gut entwickelt, tief und breit, was auf Ausdauer hindeutet. Die Gliedmaßen sind gerade, parallel zueinander, gut bemuskelt und haben starke Knochen. Die Pfoten sind geschlossen („Katzenpfoten“) mit harten Ballen.
Rute und Fell
Die Rute ist hoch angesetzt, mittellang, kippt gleich an der Wurzel nach oben und rollt sich ringförmig über den Rücken. Sie ist sehr buschig behaart, was die Silhouette des Hundes abrundet.
Das Haarkleid des Spitzes ist doppelt: langes, gerades, abstehendes Deckhaar und kurze, wattige, dichte Unterwolle. An Kopf, Ohren und den Vorderseiten der Gliedmaßen ist das Fell kurz und samtig (dicht), am restlichen Körper lang und üppig. Wichtig ist, dass das Fell nicht gewellt oder lockig sein darf. Laut Standard sind drei Farben zulässig:
- Weiß: Das Fell muss reinweiß sein, ohne Gelbstich, besonders an den Ohren.
- Schwarz: Unterwolle und Haut müssen dunkel sein, die Farbe des Deckhaars lackschwarz ohne weiße Flecken oder Abzeichen.
- Braun: Gleichmäßiges Dunkelbraun. Leider ist diese Farbe heute extrem selten anzutreffen.


