DE
Tvaryny › Hunde › Löwchen › Geschichte und Standard

Löwchen — Geschichte und Standard

Ein winziger „Löwe“ mit Bichon-Wurzeln — mutig und treu: fröhlich, anhänglich, klug und tapfer über seine Größe hinaus. Das Löwchen (Petit Chien Lion) ist eine der ältesten Begleithunderassen, erkennbar am traditionellen „Löwenschnitt“; trotz der Miniaturgröße verteidigt es die Familie mutig, versteht sich hervorragend mit Kindern und schätzt Gesellschaft über alles.
← Vollständiges Rasseprofil
Löwchen
Inhalt
1Geschichte und Herkunft der Rasse 2Das Aussehen des Löwchens: Standard und Erscheinungsbild

Geschichte und Herkunft der Rasse

Die Geschichte des Löwchens reicht tief ins Mittelalter zurück, vermutlich bis ins 14. Jahrhundert. Das Zentrum der Herkunft der Rasse wird im Mittelmeerraum vermutet, insbesondere in Frankreich und Spanien, obwohl auch Deutschland Ansprüche auf sie erhebt. Diese Hunde waren jahrhundertelang die Lieblinge der Aristokratie und reicher Damen.

Man kann sie oft auf alten Gemälden, Wandteppichen und in literarischen Werken sehen. Zum Beispiel finden sich Darstellungen von Hunden, die Löwchen im Löwenschnitt sehr ähnlichsehen, in Werken von Albrecht Dürer (16. Jahrhundert) und Goya. Ihre Hauptrolle war immer dieselbe - die eines Begleiters. Sie wärmten ihre Besitzerinnen (sie wurden sogar „Bettwärmer“ genannt) und spendeten einfach Freude.

Es wird vermutet, dass Löwchen Teil der großen Bichon-Familie sind und möglicherweise durch Kreuzungen von frühen Pudeln, kleinen Hunden vom Typ Barbet und anderen lokalen Begleithunderassen entstanden sind. Ihre Verwandtschaft mit Rassen wie dem Malteser, dem Havaneser und dem Phalène ist offensichtlich.

Trotz ihrer langen Geschichte stand die Rasse jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Rande des völligen Aussterbens. Modewandel, soziale Umwälzungen und zwei Weltkriege hätten diese charmanten Hunde fast vernichtet. In den 1960er Jahren wurde das Löwchen in das Guinness-Buch der Rekorde als seltenste Hunderasse der Welt aufgenommen. Zu dieser Zeit gab es weltweit nur noch wenige Dutzend Exemplare.

Die Wiederbelebung der Rasse ist das Verdienst mehrerer engagierter Enthusiasten, insbesondere von Madame Madeleine Bennert aus Brüssel (Belgien). Sie widmete ihr Leben der Rettung der Löwchen. Dank ihrer Bemühungen und der Anstrengungen anderer Züchter begann sich die Population langsam aber sicher zu erholen. 1961 wurde die Rasse offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt. Heute ist das Löwchen immer noch eine seltene Rasse, aber es ist nicht länger vom Aussterben bedroht.

Das Aussehen des Löwchens: Standard und Erscheinungsbild

Löwchen im Löwenschnitt steht auf

Das Löwchen ist ein kleiner, aber robuster und gut proportionierter Hund. Er strahlt Eleganz und Lebhaftigkeit aus. Sein Körper ist etwas länger als die Widerristhöhe, was ihm ein rechteckiges Format verleiht.

Kopf, Augen und Ohren

Der Kopf des Löwchens ist relativ kurz und im oberen Schädelbereich ziemlich breit. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist gut ausgeprägt. Die Schnauze ist kurz, aber nicht flach. Die Nase ist immer schwarz (außer bei braunen Hunden, wo sie dunkelbraun sein kann).

  • Augen: Groß, rund und von dunkler Farbe. Sie sind gerade eingesetzt und blicken nach vorne. Der Blick ist sehr ausdrucksstark, intelligent und lebhaft.
  • Ohren: Tief angesetzt, auf Augenhöhe. Sie sind hängend, von mittlerer Länge und gut mit langem, gewelltem Haar bedeckt, das an Fransen erinnert.
  • Gebiss: Immer ein Scherengebiss.

Körper, Rute und Gliedmaßen

Das Löwchen hat für seine Größe einen kräftigen Körperbau. Der Hals ist leicht gebogen, der Rücken gerade und fest. Die Brust ist gut entwickelt. Die Rute ist etwas unterhalb der Rückenlinie angesetzt, aber das Wichtigste ist - sie wird elegant in einem anmutigen Bogen über den Rücken getragen, wobei die Rutenspitze den Rücken berühren kann, die Rute selbst aber nicht flach aufliegen darf.

Die Gliedmaßen sind gerade, parallel und gut bemuskelt. Die Pfoten sind klein, rund („Katzenpfoten“) mit gebogenen Zehen und dunklen Ballen.

Fell, Farbe und der charakteristische Schnitt

Das Fell ist eines der markantesten Merkmale der Rasse. Es ist lang, seidig, leicht gewellt, aber niemals lockig. Ein sehr wichtiges Merkmal ist das völlige Fehlen von Unterwolle. Das macht ihr Fell dem menschlichen Haar ähnlich und ist einer der Gründe, warum die Rasse oft Menschen mit Allergien empfohlen wird (sie haaren wenig).

Farbe: Der FCI-Standard für das Löwchen erlaubt absolut alle Farben und deren Kombinationen. Sie können einfarbig (schwarz, weiß, falbfarben) oder gefleckt (z. B. schwarz-weiß, rot-weiß) sein. Die einzige Ausnahme - braun (leberfarben) und seine Abwandlungen sind nicht erwünscht, aber zulässig.

Der traditionelle „Löwenschnitt“: Genau dieser Schnitt gab der Rasse ihren Namen. Der Hund wird so geschoren, dass langes Haar („Mähne“) am vorderen Teil des Körpers (vom Kopf bis zu den letzten Rippen), an den Vorderbeinen (mit „Manschetten“), am unteren Teil der Hinterbeine und an der Rutenspitze (als „Pinsel“) stehen bleibt. Der hintere Teil des Körpers, der obere Teil der Hinterbeine und der Rutenansatz werden sehr kurz, fast bis auf die Haut, geschoren. Diese Schur ist für Ausstellungen obligatorisch und ein fester Bestandteil des Images der Rasse.

Vollständiges Rasseprofil → Löwchen: Gesundheit und Risiken, Ernährung, Fotos
Löwchen Löwchen Löwchen Löwchen
Ähnliche Rassen
Bichon FriséEnergie 3.5 HavaneserEnergie 3 MalteserEnergie 3