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Picardischer Schäferhund — Geschichte und Standard

Ein rustikaler französischer Hütehund mit „nachlässiger Frisur“ — athletisch und feinfühlig: lebhaft, klug, treu und energiegeladen. Der Picardie-Schäferhund (Berger Picard) ist ein mittelgroßer, eleganter Schäferhund mit langgestrecktem Körper und rauem zotteligem Fell; hinter dem schlichten Äußeren verbergen sich ein wacher Verstand und außergewöhnliche Sensibilität, daher braucht er eine enge Bindung, Bewegung und eine sanfte Erziehung.
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Picardischer Schäferhund
Inhalt
1Geschichte des Picardischen Schäferhundes 2Das Aussehen des Picardischen Schäferhundes: eine detaillierte Beschreibung

Geschichte des Picardischen Schäferhundes

Der Picardische Schäferhund gilt als eine der ältesten Hütehundrassen Frankreichs, deren Geschichte von Geheimnissen umgeben ist. Seine Wurzeln reichen Jahrhunderte zurück; einigen Theorien zufolge wurden die Vorfahren dieser Hunde bereits im 9. Jahrhundert, vielleicht sogar früher, von keltischen Stämmen in die Picardie (eine historische Region in Nordfrankreich) gebracht. Über die Jahrhunderte dienten diese Hunde loyal den Schäfern, schützten die Herden vor Raubtieren und halfen beim Viehtrieb. Ihr raues, wetterbeständiges Fell und ihre unglaubliche Ausdauer machten sie ideal für die Arbeit unter den rauen Bedingungen des atlantischen Klimas. Es gibt mehrere Theorien über die genaue Herkunft der Picards. Eine davon besagt, dass sie Nachfahren lokaler europäischer Schäferhunde sind, möglicherweise verwandt mit dem Deutschen und dem Belgischen Schäferhund. Eine andere Theorie vermutet, dass der Picardische Schäferhund aus Kreuzungen mit anderen französischen Hirtenhunden wie dem Briard und dem Beauceron hervorgegangen sein könnte, obwohl sich der Picard durch eine leichtere Statur und einen anderen Felltyp von ihnen unterscheidet. Es gibt auch Annahmen über eine Verbindung zum Holländischen Schäferhund, mit dem er eine Ähnlichkeit in Fellstruktur und Statur aufweist.

Trotz seiner langen Geschichte blieb die Rasse lange Zeit außerhalb ihrer Heimatregion kaum bekannt. Die offizielle Anerkennung erfolgte erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Picardische Schäferhund wurde erstmals 1863 auf einer Ausstellung gezeigt, aber lange Zeit zusammen mit Beaucerons und Briards gerichtet. Erst dank der Bemühungen von Enthusiasten, insbesondere Paul Mégnan, begann man, die Rasse als eigenständig zu betrachten. Der erste Rassestandard wurde 1925 in Frankreich verabschiedet. Leider hatten die beiden Weltkriege katastrophale Folgen für die Population der Picardischen Schäferhunde. Die Felder der Picardie waren Schauplatz erbitterter Kämpfe, und viele Hunde kamen ums Leben. Die Überlebenden wurden oft für militärische Zwecke eingesetzt, beispielsweise zur Übermittlung von Nachrichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Rasse am Rande des Aussterbens. Dank der Bemühungen engagierter Züchter, darunter Monsieur Robert Montagné, konnte die Population aus einigen wenigen überlebenden Tieren allmählich wieder aufgebaut werden. Trotzdem bleibt der Picardische Schäferhund bis heute eine relativ seltene Rasse, besonders außerhalb Frankreichs. Weltweit gibt es schätzungsweise 3500–4500 Exemplare. Die meisten leben in Frankreich, aber auch in Deutschland, Kanada und den USA, wo die Rasse aufgrund ihres einzigartigen Aussehens und ihrer Arbeitsqualitäten eine gewisse Beliebtheit erlangte.

Das Aussehen des Picardischen Schäferhundes: eine detaillierte Beschreibung

Picardischer Schäferhund — Das Aussehen des Picardischen Schäferhundes: eine detaillierte Beschreibung

Der Picardische Schäferhund ist ein mittelgroßer Hund mit einem kräftigen, aber nicht schweren Körperbau und gut entwickelter Muskulatur, was seine Ausdauer und Wendigkeit bezeugt. Das Gesamtbild ist elegant, aber gleichzeitig etwas zottelig, was ihm einen besonderen Charme verleiht. Der Körper ist leicht gestreckt, d. h. die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe geringfügig. Das Hauptmerkmal ist sein einzigartiges, raues Fell.

Der Kopf des Picards ist proportional zum Körper, weder zu massiv noch zu leicht. Schädel und Fang sind etwa gleich lang. Von oben betrachtet sollte der Schädel so breit wie lang sein. Der Übergang von der Stirn zum Fang (Stop) ist sanft, nicht scharf ausgeprägt. Der Fang ist kräftig, aber nicht grob und verjüngt sich zur Nase hin. Der Nasenrücken ist gerade. Die Lefzen sind trocken, anliegend und schwarz. Die Nase ist gut entwickelt und immer schwarz.

Die Augen sind mittelgroß, oval, dunkel (von Haselnussbraun bis Dunkelbraun) und nicht hervorstehend. Der Blick ist lebhaft, intelligent, wachsam und wirkt oft fröhlich oder sogar ein wenig verschmitzt. Helle Augen gelten als Mangel. Der direkte, selbstbewusste Blick spiegelt den mutigen Charakter des Hundes wider.

Die Ohren sind mittelgroß (etwa 10 cm), recht hoch angesetzt und an der Basis breit. Sie stehen immer aufrecht, mit leicht abgerundeten Spitzen. Die Ohren sind sehr beweglich und drücken die Stimmung des Hundes deutlich aus – von Interesse bis zur Wachsamkeit. Der Rassestandard schreibt vor, dass die Ohren natürlich sein müssen; Kupieren ist streng verboten.

Das Fell ist das Markenzeichen der Rasse. Es ist rau, dicht, zottelig und am ganzen Körper etwa 5–6 cm lang. Die Unterwolle ist kurz, weich und dicht und bietet einen guten Schutz vor Regen, Kälte und Hitze. Das Fell sollte nicht gelockt oder zu weich sein, was als schwerwiegender Mangel gilt. Eine charakteristische Eigenschaft sind die rauen Haare, die eine Art Bart und Schnurrbart am Fang bilden („griffonnage“), sowie ausgeprägte Augenbrauen, die dem Hund einen intelligenten und aufmerksamen Ausdruck verleihen. Dieses „unordentliche“ Erscheinungsbild ist natürlich für die Rasse und erfordert kein aufwendiges Grooming oder Trimmen.

Die Fellfarben können fauve (von hellem Weizenfarben bis zu einem dunkleren Rehbraun) oder gestromt sein (fauve oder graue Grundfarbe mit dunklen Streifen). Es kommen auch verschiedene Grautöne vor: grauschwarz (mit überwiegend schwarzen Haaren auf grauem Grund), graublau (mit bläulichem Schimmer) und graurot. Durchgehend schwarzes, weißes, fauve mit schwarzem Rücken oder geschecktes Fell entspricht nicht dem Standard. Kleine weiße Abzeichen an der Brust und an den Zehenspitzen sind zulässig, aber in großen Mengen unerwünscht.

Der Schwanz ist von natürlicher Länge und reicht bis zum Sprunggelenk. Im Ruhezustand trägt der Hund ihn tief, mit einer leichten Biegung am Ende (in Form eines „J“). Bei Bewegung oder Erregung kann der Schwanz höher getragen werden, sollte sich aber nicht über dem Rücken einrollen. Der Schwanz ist gut behaart, mit dem gleichen zotteligen Fell wie am Körper, was ihm einen „Rattenschwanz“-artigen Look verleiht.

Merkmal · 8
MerkmalStandard-Beschreibung (zusammenfassend)
GesamterscheinungMittelgroßer Hund, kräftig, beweglich, muskulös, aber elegant, leicht gestrecktes Format.
KopfProportional, Schädel und Fang gleich lang, Stop sanft. Nase schwarz.
AugenMittelgroß, oval, dunkel, mit lebhaftem und intelligentem Ausdruck.
OhrenMittelgroß, hoch angesetzt, aufrecht stehend, an der Basis breit.
FellRau, zottelig, 5–6 cm, mit Unterwolle. Charakteristisch sind Bart, Schnurrbart und Augenbrauen.
FellfarbenFauve, gestromt, verschiedene Grautöne. Kleine weiße Abzeichen zulässig.
SchwanzNatürlich, reicht bis zum Sprunggelenk, tief getragen mit einer Biegung am Ende („J“-Form).
BewegungenFrei, fließend, energisch, leicht. Der Hund macht einen eleganten und geschmeidigen Eindruck.
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