Geschichte des Samojeden

Die Geschichte des Samojeden reicht Tausende von Jahren zurück und ist eng mit den nomadischen Samojeden-Stämmen (heutige Nenzen, Enzen, Nganasanen) verbunden, die in den riesigen Gebieten Sibiriens und im Norden Russlands lebten. Diese Hunde waren nicht nur Tiere, sondern vollwertige Mitglieder des Stammes. Sie erfüllten zahlreiche Funktionen: Sie halfen beim Hüten von Rentieren, zogen Schlitten, jagten und wärmten sogar ihre Besitzer und deren Kinder in kalten Polarnächten, indem sie mit ihnen in den Tschum schliefen. Durch diese enge Interaktion mit dem Menschen entwickelte die Rasse ihren einzigartigen freundlichen und familienorientierten Charakter.
Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts wurden europäische Arktisforscher auf diese ausdauernden weißen Hunde aufmerksam. Der britische Zoologe Ernest Kilburn-Scott brachte 1889 einige Vertreter der Rasse nach England. Er und seine Frau Clara wurden zu den Hauptenthusiasten und Gründern der westlichen Zuchtlinie. Sie organisierten die erste Zuchtstätte „Farningham“ und unternahmen enorme Anstrengungen zur Popularisierung der Rasse. Samojeden nahmen an vielen Polarexpeditionen teil, darunter an den Reisen von Fridtjof Nansen und Roald Amundsen, und bewiesen dabei ihre unglaubliche Ausdauer und Kraft. Der erste offizielle Rassestandard wurde 1909 in Großbritannien erstellt, und seitdem begannen diese „lächelnden Hunde“ die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt zu erobern.
Wie der Samojede aussieht: Rassestandard

Der Samojede ist ein eleganter, aber kräftiger arktischer Spitz mittlerer Größe. Er vermittelt den Eindruck von Stärke, Ausdauer, Anmut und Selbstvertrauen. Sein Äußeres ist ideal an raue klimatische Bedingungen angepasst.
- Kopf: Keilförmig, kräftig, mit breitem Schädel. Das Fang ist voluminös, tief, verjüngt sich allmählich zur Nase hin, aber nicht spitz.
- Augen: Mandelförmig, dunkelbraun, schräg eingesetzt. Weit auseinander liegend. Der Ausdruck der Augen - lebhaft und intelligent. Der schwarze Augenrand bildet einen Kontrast zum weißen Fell.
- Ohren: Klein, dick, dreieckig mit leicht abgerundeten Spitzen. Hoch angesetzt, beweglich.
- Lefzen und „Lächeln“: Die Lefzen sind schwarz, straff anliegend. Ein charakteristisches Merkmal der Rasse ist das „Samojeden-Lächeln“, das durch die Kombination der Augenform und der leicht hochgezogenen Mundwinkel entsteht. Diese Besonderheit hat praktische Bedeutung - sie verhindert das Herunterlaufen von Speichel, der bei extremer Kälte gefrieren könnte.
- Körper: Kompakt, kräftig, etwas länger als hoch am Widerrist. Der Rücken ist muskulös, mittellang. Der Brustkorb ist tief und breit.
- Rute: Hoch angesetzt, buschig. Wenn der Hund aktiv oder aufmerksam ist, wird die Rute über dem Rücken oder zur Seite getragen. Im Ruhezustand kann sie herabhängen.
- Gliedmaßen: Gerade, parallel, mit kräftigen Knochen und gut entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind oval, mit dichtem Fell zwischen den Zehen, das vor Kälte schützt.

Fell und Farbe
Das Fell des Samojeden ist sein ganzer Stolz und Schutz. Es ist doppelt, dicht und fest. Es besteht aus einer kurzen, weichen Unterwolle und längerem, härterem Deckhaar. Diese Struktur sorgt für eine hervorragende Wärmeisolierung. Um den Hals und an den Schultern bildet das Fell einen üppigen „Kragen“, besonders bei Rüden. Die Farbe kann reinweiß, cremefarben oder weiß mit kleinen bisquitfarbenen (hell-falbfarbenen) Abzeichen sein.


