Geschichte der Rasse Shar-Pei

Der Shar-Pei ist eine der ältesten Hunderassen, dessen Geschichte Jahrtausende zurückreicht. Sein Name bedeutet im Chinesischen „sandfarbene Haut“ (沙皮, shā pí), was die einzigartige Textur seines Fells sehr genau beschreibt – kurz, rau und stachelig im Griff. Als Heimat der Rasse gelten die südlichen Provinzen Chinas, die an Tibet grenzen. Genetische Studien haben bestätigt, dass das Alter der Rasse mindestens 3000 Jahre beträgt.
Die ersten Erwähnungen und Darstellungen von Hunden, die dem modernen Shar-Pei ähneln, stammen aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.). Archäologen fanden Tonfiguren von „faltigen“ Hunden in Gräbern des chinesischen Adels. Diese Hunde waren vielseitige Helfer der Bauern: Sie bewachten das Haus, jagten Wild und wurden sogar als Kampfhunde eingesetzt, obwohl ihre Hauptrolle immer die des Wachhundes war. Ihre Hautfalten dienten als eine Art „Panzer“, der sie bei Auseinandersetzungen mit anderen Tieren vor ernsthaften Verletzungen schützte.

Es wird angenommen, dass der Shar-Pei gemeinsame Vorfahren mit einer anderen bekannten chinesischen Rasse hat – dem Chow-Chow. Dies beweist ein einzigartiges gemeinsames Merkmal – die blau-schwarze Zunge. Lange Zeit war der Shar-Pei ausschließlich in China verbreitet. Im 20. Jahrhundert erlebte die Rasse jedoch schwere Zeiten. Mit dem Aufstieg der kommunistischen Partei unter Mao Zedong wurde der Besitz von Haustieren als „bürgerlicher Luxus“ deklariert. Es begann eine Massenvernichtung von Hunden im ganzen Land. Der Zweite Weltkrieg und die darauf folgende Politik der Regierung brachten den Shar-Pei an den Rand des vollständigen Aussterbens.
Die Wiederbelebung der Rasse begann in den 1970er Jahren dank der Bemühungen des Hongkonger Enthusiasten Matgo Law. Er wandte sich über Zeitschriften an amerikanische Hundezüchter und bat um Hilfe bei der Rettung der „letzten chinesischen Shar-Peis“. Sein Aufruf fand Gehör, und mehrere Hunde wurden in die USA gebracht. Diese acht Exemplare bildeten die Grundlage für die Wiederherstellung der Population. Dank seines exotischen Aussehens gewann die Rasse schnell an Popularität. 1976 wurde der erste Rassestandard genehmigt, und 1978 wurde der Shar-Pei sogar in das Guinness-Buch der Rekorde als seltenste Rasse der Welt aufgenommen. Heute sind Shar-Peis glücklicherweise keine Seltenheit mehr und gehören zu den beliebtesten Hunden in vielen Ländern.
Wie der Shar-Pei aussieht: Standard und Beschreibung des Aussehens

Der Shar-Pei ist ein kompakter, kräftiger, mittelgroßer Hund von quadratischem Format mit einzigartigen Merkmalen, die ihn unverwechselbar machen. Sein Erscheinungsbild vereint Kraft, Würde und Exotik.
- Kopf: Im Verhältnis zum Körper groß, mit breitem, flachem Schädel. Der Fang ist von der Basis bis zur Nasenspitze breit und ähnelt in seiner Form dem Maul eines Flusspferdes. Ein charakteristisches Merkmal sind die „Polster“ am Fang.
- Falten: Bei Welpen bedecken Hautfalten den ganzen Körper. Bei erwachsenen Hunden (nach einem Jahr) ist eine übermäßige Anzahl von Falten am Körper unerwünscht. Sie sollten hauptsächlich am Kopf, Hals und Widerrist verbleiben.
- Zunge: Zunge, Gaumen, Zahnfleisch und Lippen sollten blau-schwarz gefärbt sein. Eine rosa gesprenkelte Zunge ist zulässig, eine durchgehend rosa Zunge ist jedoch ein disqualifizierendes Merkmal.
- Augen: Dunkel, mandelförmig, mit einem düsteren, strengen Ausdruck. Aufgrund der tiefen Hautfalten können die Augen klein wirken.
- Ohren: Sehr klein, dick, dreieckig, hoch angesetzt, die Spitzen zeigen zu den Augen und liegen eng am Schädel an. Stehohren sind ein schwerwiegender Mangel.
- Körper: Kräftig, mit kurzem und starkem Rücken. Die Rückenlinie fällt hinter dem Widerrist leicht ab und steigt dann wieder zur Lendenpartie an. Die Brust ist breit und tief.
- Rute: Dick und rund an der Basis, zum Ende hin spitz zulaufend. Sehr hoch angesetzt. Kann zu einem engen Ring gerollt und auf dem Rücken oder an der Seite liegen.
- Gliedmaßen: Vordergliedmaßen gerade, kräftig. Hintergliedmaßen – muskulös und kräftig. Falten an den Gliedmaßen bei erwachsenen Hunden sind unerwünscht.
Felltypen und Fellfarben des Shar-Pei

Das Fell des Shar-Pei ist eines seiner Schlüsselmerkmale. Es ist kurz, hart, borstig und hat keine Unterwolle. Es gibt zwei Hauptfelltypen:
- „Horse Coat“: Sehr kurz (bis zu 1 cm), hart und stachelig. Gilt als traditionellerer Typ.
- „Brush Coat“: Etwas länger (von 1 bis 2,5 cm), weicher im Griff, aber immer noch ohne Unterwolle.
Der Rassestandard erlaubt jede einfarbige Fellfarbe, außer Weiß. Die häufigsten Farben sind: Rot, Rehfarben (falb), Creme, Schwarz, Schokolade, Isabella, Blau, Lila. Oft gibt es am Rücken und an den Ohren eine Verdunkelung des Grundtons.

