Der Odis ist nicht einfach nur ein Hund mit lustigem Aussehen und fröhlichem Gemüt. Er ist der ganze Stolz der ukrainischen Zucht und die erste Rasse, die offiziell als nationale Rasse anerkannt wurde. Der Name ist ein Akronym für „Odesa Domestic Ideal Dog“ (Odeski Domaschni Idealni Sobaka), was so viel bedeutet wie „Idealer Haushund aus Odessa“. Und wie die Praxis zeigt, entspricht dieser ehrgeizige Name voll und ganz der Realität. Wenn Sie einen Freund suchen, der Intelligenz, Schönheit und kompakte Maße vereint, könnte dieser flauschige Odessit Ihre beste Wahl sein. Erfahren Sie mehr auf Tvaryny.
Die Entstehungsgeschichte: Wie das Ideal aus Odessa geboren wurde

Die Geschichte der Odis-Rasse beginnt im sonnigen Odessa der späten 1970er Jahre. In einer Zeit, in der sich die meisten Kynologen auf Gebrauchshunde konzentrierten, beschloss eine Gruppe von Enthusiasten, den perfekten Stadthund zu erschaffen. Die Aufgabe war nicht leicht: Das Tier sollte klein sein (um sich in einer Wohnung wohlzufühlen), eine robuste Gesundheit, eine stabile Psyche und natürlich ein attraktives Äußeres haben.
Dies erinnert an die Entstehungsgeschichte von Rassen wie dem Labradoodle, wo Züchter ebenfalls danach strebten, die besten Eigenschaften der Elterntiere zu kombinieren, um den idealen Begleiter zu erhalten. Für die Schaffung des Odis wurden drei Rassen verwendet:
- Foxterrier – von ihm erbte der Odis seine Lebensfreude und das kräftige Skelett.
- Zwergpudel – schenkte der Rasse die hervorragende Fellqualität und die hohe Intelligenz.
- Französische Bulldogge – steuerte die Friedfertigkeit und die spezifische Kopfhaltung bei.
Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Bereits 1999 wurde ein vorläufiger Standard entwickelt, und 2008 genehmigte der Ukrainische Kynologenverband (UKU) den Rassestandard offiziell. Heute erobern diese Hunde selbstbewusst die Herzen nicht nur in der Ukraine, sondern auch weit über ihre Grenzen hinaus.
Das Aussehen: Ein einzigartiges Exterieur

Rein äußerlich wirkt der Odis wie eine verkleinerte Kopie großer Schäferhunde, besitzt aber seinen ganz eigenen Charme. Oft werden sie mit anderen zotteligen Rassen verwechselt. Visuell ähnelt er beispielsweise stark einem Ukrainischeт Schäferhund, jedoch im Miniaturformat. Es ist ein mittelgroßer Hund von kräftiger Konstitution, bedeckt mit dichtem, langem Fell.
| Parameter | Merkmale (Rüden) | Merkmale (Hündinnen) |
|---|---|---|
| Widerristhöhe | 30 – 35 cm | 28 – 33 cm |
| Gewicht | 9 – 11 kg | 8 – 10 kg |
| Felllänge | 7 – 10 cm | 7 – 10 cm |
| Konstitutionstyp | Kräftig, ausgewogen | Etwas feingliedriger |
Der Kopf hat die Form eines stumpfen Keils, mit einem sanften Übergang von der Stirn zur Schnauze. Die Augen sind dunkel, ausdrucksstark und oval, was dem Hund einen intelligenten und freundlichen Blick verleiht. Die Ohren sind hängend, hoch angesetzt und liegen eng am Kopf an. Die Rute ist säbelförmig; in Ruhe hängt sie nach unten, bei Erregung wird sie über der Rückenlinie getragen. Das Fell an der Rute ist lang, was einen schönen „Federbusch-Effekt“ erzeugt.
Fell und Farbe: Der Stolz der Rasse

Das Fell des Odis ist sein Markenzeichen. Es ist dicht, lang (7-15 cm) und verfügt über gut entwickelte Unterwolle. Es fühlt sich angenehm an, nicht zu weich, aber auch nicht drahtig. Im Gesicht bilden sich der charakteristische „Schnurrbart“, „Bart“ und „Augenbrauen“, die die Augen verdecken und dem Hund sein drolliges Aussehen geben. Interessanterweise erinnert die Fellstruktur an den Bobtail (Old English Sheepdog), wobei die Pflege des Odis aufgrund seiner geringeren Größe deutlich einfacher ist.
Zulässige Farben:
- Weiß (am häufigsten und begehrtesten);
- Weiß mit Flecken in verschiedenen Farben (grau, falb, bläulich);
- Grau in verschiedenen Schattierungen;
- Falb (beige).
Charakter und Temperament: Der perfekte Familienfreund

Der Name „Idealer Hund“ wurde der Rasse nicht ohne Grund gegeben. Der Odis besitzt eine ausgeglichene Psyche, hohe Intelligenz und ein gewisses Selbstwertgefühl. Er ist kein hysterischer „Kläffer“, sondern ein vollwertiger Begleiter.
Verhältnis zu Kindern und Tieren
Der Odis liebt Kinder. Er ist bereit, stundenlang zu spielen, kindliche Streiche (in vernünftigem Rahmen) zu ertragen und als Babysitter zu fungieren. Aggression gegenüber Menschen gilt bei dieser Rasse als schwerer Fehler. Mit anderen Tieren kommen die Odessiten wunderbar aus. Sie versuchen nicht zu dominieren wie Terrier und zeigen keinen Jagdinstinkt gegenüber Katzen oder Hamstern.
Intelligenz und Lernfähigkeit
Dank der Gene von Pudel und Foxterrier begreift der Odis alles im Flug. Sie lassen sich leicht trainieren, können Zirkustricks lernen und sind erfolgreich in Hundesportarten wie Agility, Obedience und Dogdancing. Im Gegensatz zur Lettischen Bracke, die auf die Arbeit im Wald und selbstständige Entscheidungen ausgerichtet ist, orientiert sich der Odis voll und ganz am Menschen und möchte seinem Besitzer gefallen.
Pflege und Haltung

Der Odis ist die ideale Wahl für die Wohnungshaltung. Er benötigt keine riesigen Flächen, braucht aber, wie jeder Hund, regelmäsige Spaziergänge. Allerdings: Wer schön sein will, muss leiden – oder in diesem Fall Zeit für die Fellpflege aufbringen.
| Prozedur | Häufigkeit | Kommentar |
|---|---|---|
| Bürsten | 2-3 Mal pro Woche | Verwenden Sie eine Zupfbürste und einen Kamm mit langen Zinken. Achten Sie besonders auf den Bereich hinter den Ohren und unter den Achseln. |
| Baden | Alle 2-3 Wochen | Verwenden Sie feuchtigkeitsspendende Shampoos für Langhaarhunde. |
| Schneiden | Hygienisch (nach Bedarf) | Die Rasse erfordert keine komplizierten Modeschur-Frisuren wie ein Pudel, aber die Konturen können nachgebessert werden. |
| Ohrenpflege | Wöchentlich | Hängeohren neigen zu Entzündungen, daher ist Kontrolle Pflicht. |
Es ist erwähnenswert, dass im Gegensatz zum Malteser, dessen Fell eher menschlichem Haar ähnelt und ständigen Schutz sowie Wickler für Ausstellungen benötigt, das Fell des Odis „wilder“ und natürlicher ist. Es verfilzt weniger, wenn es regelmäßig durchgekämmt wird.
Gesundheit und Genetik der Rasse

Der Odis ist eine relativ junge Rasse, und die Züchter haben großen Wert auf die Gesundheit gelegt. Dank der „Auffrischung“ durch das Blut verschiedener Rassen (Heterosis-Effekt) zeichnen sich Odis durch ein starkes Immunsystem und das Fehlen spezifischer genetischer Erkrankungen aus, die vielen künstlich gezüchteten Rassen eigen sind. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12-15 Jahren, was ein hervorragender Wert ist.
Dennoch sollten zukünftige Besitzer auf Folgendes achten:
- Zahnzustand (Neigung zu Zahnsteinbildung);
- Augen (durch das lange Fell, das in die Augen fällt, sind Bindehautentzündungen möglich);
- Bewegungsapparat (während der aktiven Wachstumsphase sollte der Welpe nicht durch Springen überlastet werden).
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
|---|---|
| Einzigartiger ukrainischer Status | Im Ausland noch wenig bekannt (schwierig, Zuchtpartner außerhalb der Ukraine zu finden) |
| Robuste Gesundheit und Immunität | Erfordert regelmäßige Fellpflege |
| Keine Aggression und hohe Intelligenz | Im Fell verfangen sich bei Spaziergange in der Natur oft Schmutz und Kletten |
| Kompakt und bequem im Alltag | Kann etwas „geschwätzig“ sein, wenn man ihn nicht erzieht |
| Hypoallergen (haart nur wenig) | Der Preis für Welpen der Show-Klasse kann recht hoch sein |
Interessante Fakten über die Rasse
- Fakt 1: Der Odis ist die erste Rasse, die in der unabhängigen Ukraine den Status einer nationalen Rasse erhielt.
- Fakt 2: Trotz ihres dekorativen Aussehens haben Odis ein sehr gut entwickeltes Immunsystem und sind resistenter gegen Infektionskrankheiten als viele ihrer „Vorfahren“.
- Fakt 3: Der Name der Rasse war ein Geschenk an die Frau eines der Züchter. ODIS wurde als „Odesa Domestic Ideal Dog“ entschlüsselt.
- Fakt 4: Odis haben eine sehr ausgeprägte Mimik. Besitzer behaupten, dass diese Hunde lächeln können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die Odis-Rasse von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt?
Derzeit ist die Rasse vom Ukrainischen Kynologenverband (UKU) und vielen kynologischen Organisationen anderer Länder auf der Grundlage von Kooperationsverträgen anerkannt. Der Prozess der FCI-Anerkennung läuft, aber es ist ein langer Weg, den die Rasse jedoch sehr selbstbewusst beschreitet.
Haart der Odis stark?
Der Odis gehört zu den Rassen mit geringem Haarausfall. Es gibt bei ihnen keinen saisonalen Fellwechsel in Büscheln wie bei Schäferhunden. Das abgestorbene Haar verbleibt in der Unterwolle und muss ausgekämmt werden. Das ist ein großer Pluspunkt für die Sauberkeit im Haus.
Kann man den Odis im Sommer kurz scheren?
Kynologen raten davon ab, den Hund „auf Null“ zu scheren, da das Fell eine thermoregulierende Funktion hat und nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Überhitzung und Sonnenbrand schützt. Ein hygienischer Schnitt, bei dem das Fell gekürzt wird, aber eine ausreichende Schicht zum Schutz der Haut verbleibt, ist möglich.
