English Greyhound

By tvaryny
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Kurz Der Ferrari unter den Hunden: bis zu 72 km/h im Sprint – und den Rest des Tages eine „Sofakartoffel“. Sanft, ruhig, minimale Fellpflege. Trotz seiner Größe wohnungstauglich, braucht aber sicheren Freilauf wegen des starken Jagdtriebs.
WohnungKinderKatzen ⚠Andere HundeAnfänger
Parameter
Höhe68–76 cm
Gewicht27–36 kg
Lebenserwartung10–14 Jahre
FCI-Gruppe10 · Windhunde
HerkunftGroßbritannien
Größe
Schulterhöhe 68–76 cmGewicht 27–36 kg
Bewertungen · 12 · Dataset
FamilieKinderAnfängerErziehungEnergieGesundhe.HaarenSabbernBellenWohnungWetterJagdtrieb
Genaue Bewertungen
Familie5.0
Kinder4.0
Anfänger4.0
Erziehung3.0
Energie3.5
Gesundheit4.0
Haaren2.0
Sabbern1.0
Bellen1.0
Wohnung5.0
Wetter2.0
Jagdtrieb5.0
Häufige Krankheiten
  • Magendrehung (Bloat)
  • Narkose-Empfindlichkeit
  • Kardiomyopathie
  • Osteosarkom
Ernährung

Eine magere Rasse mit wenig Körperfett → braucht hochwertiges Eiweiß. Wegen Magendrehungsrisiko – kleine, häufige Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen.

Der English Greyhound ist der Ferrari unter den Hunden – ein Geschöpf, vom Wind und der Evolution für ein einziges Ziel geformt: die Beute zu fangen, die das Auge erspäht. Doch hinter dieser aerodynamischen Perfektion verbirgt sich einer der ruhigsten und sanftesten Begleiter, die man sich vorstellen kann. Das Paradoxon dieser Rasse liegt darin, dass sich der schnellste Hund des Planeten im Alltag in eine absolute „Couch-Potato“ verwandelt, die problemlos 18 Stunden am Tag schlafen kann. Erfahren Sie mehr auf Tvaryny.

Die Geschichte der Rasse: Vom Wüstensand Ägyptens bis zum englischen Rasen

Die Geschichte des Greyhounds ist eine Reise durch die Jahrtausende. Obwohl der moderne Name „English Greyhound“ auf Großbritannien als Zentrum der Standardisierung hinweist, reichen die Wurzeln dieser Hunde bis ins alte Ägypten zurück. Abbildungen von Hunden, die phänotypisch den modernen Greyhounds ähneln, finden sich in Gräbern, die auf 4000 v. Chr. datiert werden. Sie waren die Begleiter der Pharaonen und galten als so wertvoll, dass ihre Tötung einem Verbrechen gegen einen Menschen gleichkam.

Im mittelalterlichen England wurde der Greyhound zum Statussymbol. Ein Gesetz aus dem Jahr 1016, erlassen von König Knut, verbot „einfachen Leuten“ den Besitz dieser Hunde. Nur der Adel hatte das Recht, einen Windhund für die Jagd zu halten. Genau das bewahrte die Rasse vor einer Verwässerung des Blutes und erhielt ihre einzigartigen Arbeitseigenschaften. Später, mit dem Aufkommen von Coursing und Hunderennen, sicherte sich der Greyhound endgültig den Titel als König der Geschwindigkeit und erreicht auf kurzen Distanzen bis zu 72 km/h.

Aussehen und Aerodynamik des Greyhounds
English Greyhound

Der Körperbau des Greyhounds ist ein Triumph der funktionalen Anatomie. Jede Kurve, jeder Muskel arbeitet darauf hin, den Luftwiderstand zu minimieren und den Schub zu maximieren. Es ist ein großer Hund, der jedoch niemals schwerfällig wirkt.

  • Kopf: Lang, schmal, mit flachem Schädel. Die Ohren sind klein, in Form einer „Rose“ (Rosenohren); bei Erregung stellen sie sich auf, liegen aber normalerweise zur besseren Aerodynamik eng am Kopf an.
  • Körper: Zeichnet sich durch einen tiefen Brustkorb (für voluminöse Lungen und ein großes Herz) und einen stark aufgezogenen Bauch aus. Der Rücken ist breit und muskulös.
  • Gliedmaßen: Lang und kraftvoll. Die Hinterbeine verfügen über eine unglaublich entwickelte Oberschenkelmuskulatur, die wie eine Sprungfeder wirkt.
  • Fell: Kurz, fein, eng anliegend. Es besitzt keine Unterwolle, was den Hund kälteempfindlich macht (darüber sprechen wir separat).
ParameterRüdenHündinnen
Widerristhöhe71-76 cm68-71 cm
Gewicht29-36 kg27-31 kg
Lebenserwartung10-14 Jahre10-14 Jahre
Verwandte und Unterschiede: Wer ist wer in der Welt der Windhunde?

Neulinge in der Welt der Kynologie verwechseln oft die ähnlichen Rassen der Windhundgruppe. Der Greyhound ist dabei die „goldene Mitte“ in Bezug auf die Größe, aber es gibt auch seine engsten Verwandten. Wenn Sie zum Beispiel einen Hund suchen, der dem Greyhound ähnelt, aber kleiner ist, sollten Sie sich den Whippet ansehen. Er ist im Grunde eine verkleinerte Kopie, die ideal für Stadtwohnungen geeignet ist. Falls Ihnen selbst der Whippet zu groß erscheint, gibt es das Italienisches Windspiel (Italian Greyhound) – den kleinsten Vertreter der Windhunde, der weniger als 5 kg wiegt, aber die Anmut seiner großen Brüder beibehält.

Am anderen Ende des Spektrums befindet sich der majestätische Scottish Deerhound. Im Gegensatz zum glatthaarigen Greyhound hat der Deerhound raues Fell und wurde für die Hirschjagd unter den rauen Bedingungen Schottlands gezüchtet. Der Greyhound hingegen ist der Sprinter der Ebenen.

Charakter und Temperament: 72 km/h oder absolute Windstille
English Greyhound — Foto 2

Es hält sich hartnäckig der Mythos, dass Greyhounds gigantische Mengen an Bewegung und ständiges Rennen benötigen. Das ist falsch. Der English Greyhound ist ein Sprinter, kein Marathonläufer. Seine Physiologie ist auf eine gewaltige, aber kurze Energieexplosion ausgelegt. Zu Hause verhalten sich diese Hunde überraschend ruhig, ja fast unauffällig. Sie bellen selten, lieben weiche Unterlagen und versuchen oft, sich unter der Bettdecke des Besitzers einzunisten.

Wichtige Charaktereigenschaften:

  • Zurückhaltung: Greyhounds sind Fremden gegenüber oft gleichgültig. Sie springen Gäste nicht vor Freude an wie Labradore, zeigen aber auch keine Aggression.
  • Sensibilität: Sie sind emotional verletzliche Hunde. Geschrei oder harte Disziplin können einen Greyhound in Stress versetzen. Sie merken sich Kränkungen.
  • Jagdinstinkt: Dies ist der wichtigste Punkt. Der Greyhound ist ein Sichtjäger (Sight-Hound). Alles, was sich schnell bewegt (Eichhörnchen, Katze, kleiner Hund, Plastiktüte), wird automatisch als Beute wahrgenommen.

Dieser Verfolgungstrieb unterscheidet sie grundlegend von Laufhunden, die mit der Nase arbeiten. Zum Beispiel kann ein English Foxhound stundenlang einer Spur folgen, ohne das Tier zu sehen, während der Greyhound blitzschnell auf visuelle Reize reagiert. Besitzer sollten beim Spaziergang ohne Leine in offenem Gelände vorsichtig sein.

Sind Greyhounds aggressiv?

Obwohl Greyhounds bei Rennen Maulkörbe tragen (damit sie sich im Eifer des Gefechts im Ziel nicht gegenseitig beißen), sind sie im normalen Leben absolut nicht aggressiv gegenüber Menschen. Viele verwechseln ihre Muskelkraft mit Kampfpotenzial. Doch im Gegensatz zum American Pit Bull Terrier, der Aggression gegenüber Tieren oder Schutzeigenschaften zeigen kann, ist der Greyhound ein reiner Jäger, kein Kämpfer oder Wächter. Er würde eher auf einem Einbrecher einschlafen, als ihn aufzuhalten.

Besonderheiten bei Pflege und Haltung
English Greyhound — Foto 3

Die Haltung eines Greyhounds unterscheidet sich von der Pflege eines gewöhnlichen Schäferhundes oder Spaniels. Hier sind die Schlüsselmomente, die jeder potenzielle Besitzr wissen sollte.

Temperaturmanagement

Der Greyhound hat praktisch keine Fettschicht und sehr dünnes Fell. Das bedeutet, dass er genauso friert wie ein Mensch ohne Kleidung. Im Winter, Herbst und sogar an kühlen Frühlingsmorgen braucht der Hund Kleidung. Das ist keine modische Laune, sondern eine gesundheitliche Notwendigkeit. Im Sommer riskieren sie dagegen Hitzschlag oder Sonnenbrand (besonders helle Hunde).

Pfotenpflege

Bei Greyhounds treten häufig Probleme mit den Pfotenballen auf, insbesondere sogenannte „Hühneraugen“ oder „Corns“. Das sind harte Keratinbildungen, die in den Ballen einwachsen und beim Gehen starke Schmerzen verursachen. Regelmäßige Kontrolle der Pfoten und die Verwendung von Schutzschuhen auf hartem Untergrund helfen, Probleme zu vermeiden.

Gesundheit und physiologische Besonderheiten
English Greyhound — Foto 4

Greyhounds sind im Allgemeinen eine gesunde Rasse, die nicht an vielen genetischen Krankheiten leidet, die für andere Rassehunde typisch sind (Hüftdysplasie kommt bei ihnen beispielsweise extrem selten vor). Ihre einzigartige Physiologie diktiert jedoch eigene Regeln.

Spezifische medizinische Probleme

  • Narkoseempfindlichkeit: Aufgrund des geringen Körperfettanteils und eines spezifischen Leberstoffwechsels bauen Greyhounds Barbiturate und andere Narkosemittel viel langsamer ab. Der Tierarzt muss diese Besonderheit kennen und spezielle Protokolle verwenden (z. B. Propofol oder Inhalationsnarkose).
  • Magendrehung (Bloat): Der tiefe Brustkorb erhöht das Risiko einer Magendrehung, was ein lebensbedrohlicher Zustand ist. Besitzern wird empfohlen, den Hund in kleinen Portionen zu füttern und aktive Spiele direkt nach dem Essen zu vermeiden.
  • Osteosarkom: Leider tritt Knochenkrebs bei Greyhounds häufiger auf als bei vielen anderen Rassen. Eine frühzeitige Diagnose bei Lahmheit ist entscheidend.
  • Syndrom der kahlen Schenkel (Bald Thigh Syndrome): Haarausfall an der Rückseite der Oberschenkel. Dies ist oft ein rein kosmetisches Problem, das nichts mit Parasiten oder Hormonen zu tun hat.
Ernährung: Treibstoff für die Rakete
English Greyhound — Foto 5

Die Fütterung eines Greyhounds erfordert Balance. Einerseits ist er ein Athlet, der hochwertiges Protein für die Muskeln benötigt. Andererseits muss die Nahrung wegen der Neigung zu Blähungen leicht verdaulich sein. Viele Züchter empfehlen Mischfütterung oder hochwertiges Super-Premium-Trockenfutter. Es ist wichtig, dass die Napfe mit Wasser und Futter erhöht stehen – das verringert die Belastung des Nackens und erleichtert das Schlucken für einen so großen Hund.

Vor- und Nachteile der Rasse
English Greyhound — Foto 6
Vorteile (+)Nachteile (-)
Sehr ruhig im Haus, bellen kaumStarker Jagdinstinkt (Gefahr für Katzen/Kleintiere)
Minimale Fellpflege, kein „Hundegeruch“Benötigen Kleidung bei kaltem Wetter, temperaturempfindlich
Lieben Komfort und KuschelnNeigung zum Essenklauen vom Tisch (dank ihrer Größe)
Ideale Jogging-Partner (an der Leine)Dürfen in nicht eingezäunten Gebieten nicht von der Leine
Gute GelenkgesundheitSpezifische medizinische Nuancen (Narkose)
Interessante Fakten über die Rasse
  • Der Greyhound verbringt beim Galopp 75% der Zeit in der Luft. Das bedeutet, dass er den Großteil der Strecke faktisch fliegt.
  • Dies ist die einzige Hunderasse, die in der Bibel erwähnt wird (in einigen Übersetzungen des Buches der Sprüche 30:29-31).
  • Greyhounds haben mehr rote Blutkörperchen als andere Hunde. Das erlaubt es ihnen, während des Laufens Sauerstoff effizienter zu den Muskeln zu transportieren. Deswegen bitten Tierärzte Greyhound-Besitzer oft, ihre Hunde als Blutspender für andere Vierbeiner einzusetzen.
  • Sie haben ein Sichtfeld von 270 Grad und können ein Objekt auf eine Distanz von bis zu 1 Kilometer sehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man einen Greyhound in der Wohnung halten?

Ja, und das ist eine der besten Optionen für die Wohnung unter den großen Rassen. Sie rollen sich kompakt auf dem Sofa zusammen und schlafen den Großteil des Tages. Die Hauptsache ist, ihnen beim Spaziergang die Möglichkeit zu geben, „Dampf abzulassen“.

Vertragen sie sich mit Katzen?

Das ist eine komplizierte Frage. Viele Greyhounds haben einen hohen „Prey Drive“ (Beutetrieb) und könnten die Katze als Beute ansehen. Es gibt jedoch „cat-friendly“ Greyhounds, oft solche, die mit Katzen aufgewachsen sind oder deren Jagdinstinkt schwach ausgeprägt ist. Ein Test auf die Reaktoin gegenüber Katzen ist Pflicht.

Wie viel Auslauf braucht ein Greyhound?

Entgegen aller Klischees brauchen sie keine stundenlangen Dauerläufe. Zwei bis drei Spaziergänge von 20-30 Minuten und die Möglichkeit, ein paar Mal pro Woche auf einem eingezäunten Gelände (z. B. auf einer Hundewiese) frei zu rennen, sind völlig ausreichend.

Video über die Rasse
Vorteile
  • Sanft und treu
  • Ruhig, bellt kaum
  • Minimale Fellpflege
  • Ruhig in der Wohnung
Nachteile
  • Starker Jagdtrieb
  • Nicht für Haushalte mit Kleintieren
  • Friert – braucht einen Mantel
  • Braucht sicheren Auslauf
Vergleich mit ähnlichen Rassen
WhippetItalienisches WindspielDeerhound
Höhe44–51 cm32–38 cm71–81 cm
Energie433.5
Wohnung554
Anfänger43.53
Häufige Fragen
Kann ein Greyhound in einer Wohnung leben?
Ja – trotz seiner Größe ist er drinnen eine „Sofakartoffel“; zwei kurze Spaziergänge und die Möglichkeit zu sprinten reichen.
Verstehen sich Greyhounds mit Katzen?
Das hängt vom Individuum ab: Der Jagdtrieb ist stark, daher sind frühe Sozialisierung und ein Katzentest nötig.
Wie viel schlafen Greyhounds?
Bis zu 18 Stunden am Tag – sie sind Sprinter, keine Marathonläufer.
Quellen

FCI-Standard Nr. 158 · The Kennel Club

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