Geschichte und Herkunft der Rasse

Die Geschichte des Kleinspitzes reicht tief in die Antike zurück, und das ist keine künstlerische Übertreibung. Abbildungen alter Hunde, die anatomisch den modernen Spitzen sehr ähnlich sind, wurden von Archäologen an vielen Orten der Welt gefunden: in Zentral- und Südasien, in Europa, in Ägypten, in China und sogar auf Madagaskar. Dies lässt den Schluss zu, dass Hunde vom Typ Spitz praktisch in allen Ecken des Planeten verbreitet waren und eine der ältesten Formen von Haushunden darstellen.
Die meisten Kynologen vertreten die Theorie, dass die direkten Vorfahren dieser Hunde die Torfhunde (Canis familiaris palustris) waren, deren Überreste in Pfahlbauten der Steinzeit gefunden wurden. Später wurden ihre Nachkommen als „Pfahlbauspitze“ bekannt. Genau deshalb kann selbst in einem niedlich aussehenden Kleinspitz manchmal ein gar nicht so einfacher und ernster Charakter erwachen, der seinen wilden Vorfahren eigen war. Es gibt die Hypothese, dass Wölfe entfernte Verwandte der Spitze sind, was ihre ausgeprägte Rudelhierarchie und Vokalisierung erklärt.
Die offizielle Heimat und der Ort der Standardisierung dieser Hunde ist Deutschland. Es waren deutsche Kynologen, die die gesamte Vielfalt der Spitze systematisierten und sie in Größenkategorien unterteilten. Dieses Ereignis fand Ende des 19. Jahrhunderts statt. Im Jahr 1899 wurde der „Verein für Deutsche Spitze“ gegründet, der Standards für die gesamte Gruppe der Spitze je nach Größe und Farbe entwickelte. Bis dahin war die Unterteilung eher bedingt: Große Spitze wurden zur Bewachung von Weinbergen und Kähnen eingesetzt, kleinere Exemplare als Lieblinge für drinnen („Damenuhren“) und als lebendige Türklingeln, die die Ankunft von Gästen meldeten.
Es ist erwähnenswert, dass der Kleinspitz genetisch eng mit anderen europäischen Spitzen verwandt ist. Er hat zum Beispiel gemeinsame Wurzeln mit einer Rasse wie dem Islandhund, der ebenfalls das ursprüngliche Aussehen eines Spitzes bewahrt hat. Und wenn man in den Süden Europas schaut, findet man Ähnlichkeiten mit dem Volpino Italiano - der italienischen Variante des kleinen Spitzes, die sich parallel entwickelte.
Wie sieht der Kleinspitz aus: Standards des Aussehens

Der Deutsche Kleinspitz ist ein Hund von quadratischem Format, kompakt, von geringer Größe, aber mit einem robusten Knochenbau. Er sollte nicht zierlich oder zerbrechlich wirken, wie zum Beispiel ein Toy Terrier. Seine Schönheit liegt in der Harmonie von flauschigem Fell und selbstbewusster Haltung.
Kopf und Schnauze
Der Kopf des Kleinspitzes ist mittelgroß, keilförmig und erinnert von oben betrachtet an einen Fuchs. Der Schädel ist hinten breit und verjüngt sich zur Nase hin. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist mäßig ausgeprägt, nicht so abrupt wie bei den Pomeranians, aber auch nicht abgeflacht. Die Schnauze ist harmonisch, nicht zu lang, aber auch nicht „eingedrückt“.
- Nase: Der Nasenschwamm ist klein, rund und vorwiegend schwarz. Bei braunen Hunden kann die Nase dunkelbraun sein.
- Augen: Mittelgroß, mandelförmig oder leicht oval, dunkel. Der Blick ist klug, lebhaft und ein wenig verschmitzt. Die Augenlider sind schwarz pigmentiert (bei braunen Hunden braun).
- Ohren: Das ist die Visitenkarte der Rasse. Sie sind klein, hoch und nah beieinander angesetzt, dreieckig mit spitzen, harten Enden. Die Ohren stehen immer vertikal, was dem Hund ein freches Aussehen verleiht.
- Zähne: Die Kiefer sind entwickelt, Scherengebiss (die oberen Zähne überlappen die unteren eng). Bei Kleinspitzen ist das Fehlen einiger Prämolaren zulässig, obwohl Vollzahnigkeit höher geschätzt wird.
Körper und Gliedmaßen
Der Hals ist mittellang, ohne Wamme, bedeckt mit einer dichten Mähne, die ihn optisch kürzer und kräftiger macht. Der Rücken ist kurz, fest und absolut gerade. Die Lende ist kurz und breit. Der Brustkorb ist tief, mit gut gewölbten Rippen, was für die Ausdauer wichtig ist. Der Bauch ist mäßig aufgezogen.
Die Rute ist ein weiterer Stolz des Spitzes. Sie ist hoch angesetzt, wird über den Rücken geworfen und rollt sich zu einem festen Ring (manchmal doppelt). Die Rute ist mit sehr dichtem, langem und luxuriösem Fell bedeckt, weshalb sie einem Pompon oder einer Blume ähnelt.
Die Gliedmaßen sind gerade, parallel zueinander, mit guten Gelenkwinkeln, was dem Hund leichte, federnde Bewegungen ermöglicht. Die Pfoten sind „Katzenpfoten“ - klein, rund, eng geschlossen. Krallen und Ballen sind vorwiegend schwarz.
Fell und Farbe
Das Haarkleid des Kleinspitzes besteht aus zwei Schichten: langem, geradem und hartem Deckhaar und dichter, weicher, wattierter Unterwolle, die das Deckhaar stützt und verhindert, dass es am Körper anliegt. Genau deshalb sieht der Spitz aus wie eine flauschige Kugel. An Kopf, Ohren und der Vorderseite der Gliedmaßen ist das Fell kurz und samtig (bei Berührung). Am Hals befindet sich ein reicher „Kragen“, an den Hinterbeinen üppige „Hosen“.
Der Standard erkennt eine vielfältige Farbpalette an:
- Schwarz: Unterwolle und Haut müssen dunkel sein, lackschwarze Farbe ohne weiße oder rote Abzeichen.
- Braun: Gleichmäßiger dunkelbrauner Farbton.
- Weiß: Reinweiß ohne Gelbstich, besonders hinter den Ohren.
- Orange: Gleichmäßige Farbe mittlerer Intensität, eine der beliebtesten.
- Graugewolkt (Wolfsfarben): Silbergrau mit schwarzen Haarspitzen (wie beim Keeshond, kommt bei den Kleinen aber seltener vor).
- Andere Farben: Dazu gehören Creme, Creme-Sable, Orange-Sable, Black-and-Tan und Schecken (Parti-Color). Bei gescheckten Hunden muss die Grundfarbe Weiß sein.

