Geschichte und Herkunft
Die Geschichte des Kooikerhondjes ist untrennbar mit der Entenjagd verbunden, die in den Niederlanden als „eendenkooi“ (Entenfanganlage) bekannt ist. Der komplizierte Name der Rasse bedeutet wörtlich aus dem Niederländischen übersetzt „Hündchen des Kooikers“ (des Helfers des Jägers, der im Kooi arbeitet). Diese Hunde wurden etwa im 16. Jahrhundert gezüchtet, um Enten in die Falle zu locken. Mit seinem verspielten Aussehen und dem weißen, buschigen Schwanz weckte der Hund die Neugier der Vögel und verleitete sie dazu, in einen speziell angelegten Kanal zu schwimmen, wo der Jäger (Kooiker) sie fangen konnte.
Besonderes Interesse erweckte die Rasse im 17. und 18. Jahrhundert, was sich in den Werken der klassischen niederländischen Malerei widerspiegelt. Man kann sie auf Gemälden von Meistern wie Jan Steen, Rembrandt und Vermeer sehen. Die berühmteste Geschichte handelt von Prinz Wilhelm II. von Oranien, der der Legende nach von seinem Kooikerhondje gerettet wurde, als dieser ihn bei einem nächtlichen Angriff der Spanier durch Bellen weckte.
Leider war die Rasse am Ende des Zweiten Weltkriegs fast ausgestorben. Es gab nur noch etwa 25 Exemplare. Seine Wiedergeburt verdankt das Kooikerhondje den aufopferungsvollen Bemühungen der Baronin van Hardenbroek van Ammerstol, die 1939 ein Programm zur Wiederbelebung der Rasse startete. Sie verschickte Bilder des Hundes an Bauernhöfe, um ähnliche Hunde zu finden. Dank ihrer Arbeit wurde die Rasse gerettet und 1971 vom niederländischen Kennel Club offiziell anerkannt. Es wird angenommen, dass das Kooikerhondje an der Zucht einer anderen bekannten Jagdhundrasse beteiligt war – dem Nova Scotia Duck Tolling Retriever (Toller), der eine ähnliche Technik zum Anlocken von Beute verwendet.
Das Aussehen des Kooikerhondjes: Standard und Erscheinungsbild

Das Kooikerhondje ist ein eleganter, harmonisch gebauter Hund von fast quadratischem Format, bei dem die Körperlänge die Widerristhöhe leicht übertrifft. Es vermittelt den Eindruck eines lebhaften, wendigen und gleichzeitig sanften Begleiters.
- Kopf: Proportional zum Körper, mit einem sanften Übergang von der Stirn zum Fang. Der Schädel ist ausreichend breit und leicht gerundet.
- Ohren: Mittelgroß, etwas oberhalb der Augenlinie angesetzt. Sie hängen herab und liegen eng an den Wangen an. Ein sehr erwünschtes Merkmal sind die „Ohrringe“ – lange, schwarze Haarspitzen an den Ohren.
- Augen: Mandelförmig, dunkelbraun, mit einem freundlichen und aufmerksamen Ausdruck.
- Körper: Der Rücken ist gerade und kräftig, der Brustkorb tief mit gut entwickelten Rippen.
- Rute: Lang, bis zum Sprunggelenk reichend. Der Hund trägt sie auf Höhe des Rückens oder leicht darüber. Die Rute ist gut befedert, mit einer weißen Fahne, die eine Schlüsselrolle beim Anlocken der Enten spielte.
- Fell: Der besondere Stolz der Rasse. Es ist mittellang, leicht gewellt oder glatt, aber nicht lockig. Die Unterwolle ist gut entwickelt. Das Fell ist wasserabweisend, und Schmutz haftet kaum daran, was die Pflege erheblich erleichtert. Sein endgültiges Aussehen und seinen Glanz erreicht das Fell im Alter von etwa zwei Jahren.
- Farbe: Klare, deutlich abgegrenzte Flecken von reinem Orange-Rot auf weißem Grund. Die rote Farbe sollte überwiegen. Schwarze „Ohrringe“ und eine weiße Rute sind sehr erwünschte Merkmale.

