Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí)

By tvaryny
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Kurz Ein winziger mallorquinischer Rattenfänger-Wirbelwind mit mutigem Herzen: lebhaft, wendig, treu und wachsam. Der Ca Rater Mallorquí (Perro Ratero) ist eine kleine balearische Rasse, gezüchtet zur Rattenjagd in Sümpfen und auf Gehöften; ein energischer, anhänglicher Begleiter und hervorragender „Türklingel“-Hund, der leicht Mauern und Höhlen überwindet.
WohnungKinderKatzen ⚠Andere HundeAnfänger
Parameter
Höhe29–36 cm
Gewicht3–5 kg
Lebenserwartung12–15 Jahre
FCI-Gruppevon der FCI nicht anerkannt (balearischer Rattler)
HerkunftSpanien (Mallorca)
Größe
Schulterhöhe 29–36 cmGewicht 3–5 kg
Bewertungen · 12 · Dataset
FamilieKinderAnfängerErziehungEnergieGesundhe.HaarenSabbernBellenWohnungWetterJagdtrieb
Genaue Bewertungen
Familie4.5
Kinder3.5
Anfänger3.5
Erziehung3.5
Energie4.0
Gesundheit4.0
Haaren2.0
Sabbern1.0
Bellen3.5
Wohnung4.0
Wetter2.5
Jagdtrieb4.0
Häufige Krankheiten
  • Insgesamt robuste, ausdauernde Rasse
  • Patellaluxation
  • Zahnkrankheiten (kleines Maul)
  • Verletzungen durch Sprungfreude und Mut
  • Kälteempfindlichkeit (Kurzhaar)
Ernährung

Kleine Portionen hochwertigen Futters für kleine aktive Rassen, Gewichtskontrolle. Zahnpflege; im Winter wegen des kurzen Haarkleids vor Kälte schützen.

Der Perro Ratero Mallorquín, auf Mallorca selbst Ca Rater Mallorquí genannt, ist kein Schoßhund mit Jagdvergangenheit, sondern ein Arbeitshund mit Wohnungstauglichkeit — der Unterschied entscheidet darüber, ob Mensch und Hund miteinander glücklich werden. Vier Kilogramm, stehende Ohren, bernsteinfarbene Augen und ein Temperament, das man eher bei einem Terrier vermuten würde. Dieser Text ordnet ein, was gesichert ist und was ein deutscher Halter wissen muss. Mehr Rasseporträts auf Tvaryny.

Drei Namen, eine Rasse — und eine hartnäckige Verwechslung

Auf Mallorca heißt der Hund Ca Rater Mallorquí: ca ist schlicht „Hund“, rater leitet sich von rata ab, der Ratte. Nomen est omen. Auf Kastilisch wird daraus Perro Ratero Mallorquín, verkürzt oft Ratonero Mallorquín oder Ratoner de Mallorca; im deutschen Sprachraum kursieren „Ratero Mallorquin“ und „Majorca Ratter“. Das sieht nach vielen Rassen aus, ist aber eine einzige. Und es ist ausdrücklich kein Hüte- oder Herdenschutzhund; diese Verwechslung geistert durch viele Rasseporträts, weil Mallorca auch eine große Hirtenhunderasse hervorgebracht hat.

Etwas anderes ist die Verwechslung mit dem valencianischen Rattenfänger. Der ist eine eigenständige Rasse mit eigenem Standard, und weil beide „Rater“ im Namen tragen, werden sie in Datenbanken und Inseraten regelmäßig durcheinandergebracht. Ein Blick auf den Gos Rater Valencià (Valencianischer Ratter) zeigt die Familienähnlichkeit sofort — und ebenso die Unterschiede in Größe und Statur.

Die Geschichte der Rasse

Die Geschichte dieser Rasse ist eng mit den Balearen verwoben, insbesondere mit Mallorca. Es wird angenommen, dass die Vorfahren dieser Hunde zusammen mit katalanischen Siedlern auf die Inseln kamen. Jahrhundertelang verrichteten sie eine wichtige, wenn auch selten gewürdigte Arbeit — sie hielten Ställe und Gehöfte frei von Nagetieren.

Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Eine belegte Rassegeschichte, die weiter als bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreicht, gibt es nicht. Was davor liegt, sind plausible Hypothesen, aber nichts Dokumentiertes. Alles, was als lückenlose Ahnenreihe bis zu den Phöniziern präsentiert wird, gehört ins Reich der schönen Erzählung.

Gesichert ist der jüngere Teil: In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geriet der Hundetyp unter Druck, weil chemische Schädlingsbekämpfung seine Arbeit übernahm. Ein Hund, dessen Berufsbild verschwindet, verschwindet mit. Dass es nicht so kam, ist das Verdienst einer Handvoll Insulaner, die ab 1990 begannen, Tiere zu erfassen und planvoll zu verpaaren.

Der Arbeitsplatz: die mallorquinische Possessió

Um diesen Hund zu verstehen, muss man sich seinen Arbeitsplatz vorstellen. Die possessió ist das traditionelle mallorquinische Landgut: Steinhaus, Vorratskammer, Stall, Ölmühle, dazu kilometerlange Trockenmauern. In diesen Mauern, unter den Böden und zwischen den Getreidesäcken lebte, was Vorräte frisst — Ratten und Mäuse in Mengen, die man sich heute kaum vorstellt.

Der Ca Rater wurde nicht in den Hof gestellt, sondern buchstäblich hineingeschickt: unter die Bodendielen, in die Mauerzwischenräume, zwischen die Säcke. Hier liegt der Grund für seine Größe — sie ist kein Züchtergeschmack, sondern eine Maßvorgabe. Ein größerer Hund kommt nicht dorthin, wo die Ratte sitzt. Vier Kilogramm sind eine Funktion, kein Zierrat.

Diese Herkunft erklärt bis heute Verhaltensweisen, die deutsche Halter überraschen: die Vorliebe für enge Höhlen, das Buddeln, das Sich-Zwängen unter Zäune und Schuppen, die Fähigkeit, aus einem scheinbar hundesicheren Garten binnen einer Viertelstunde zu verschwinden. Wer den Zaun nach Augenmaß baut, macht die Rechnung ohne den Wirt.

Das Berufsbild: warum ein Rattenfänger anders tickt

Eine Ratte ist keine Beute, die davonläuft. Sie stellt sich, sie beißt, und sie beißt hart. Ein Hund, der beim ersten Widerstand zurückwich, wurde nicht weitergezüchtet. Über Generationen entstand daraus ein Zug, der freundlich als „Mut“ firmiert und im Alltag heißt: Dieser Hund schätzt Größenverhältnisse nicht realistisch ein.

Der zweite prägende Umstand: Er arbeitete allein und im Dunkeln. Niemand konnte im Zwischenraum unter dem Boden dirigieren, also musste der Hund selbst entscheiden — wo er sucht, wann er zupackt, wann er aufgibt. Genau diese Selbständigkeit beschreiben Halter später als „Sturheit“. Sie ist kein Erziehungsfehler, sondern das Betriebssystem.

Das Duo mit dem großen Hofhund — und die Sache mit dem Bellen

Auf der possessió arbeitete der Ca Rater in einer Rollenteilung, die man heute selten beschrieben findet. Den Wachdienst versah der große mallorquinische Hirtenhund, der Ca de Bestiar. Der Kleine meldete: Wer sich dem Hof näherte — Nachbar, Händler, Fremder, Fuchs —, wurde von ihm zuerst bemerkt und lautstark angezeigt.

Das ist der Schlüssel zum meistdiskutierten Merkmal der Rasse. Das Bellen ist hier kein Erziehungsdefizit, sondern eine ausdrücklich selektierte Arbeitseigenschaft — die dienstliche Meldung sozusagen. Ein Ca Rater, der nichts sagt, hätte auf dem Hof seinen Zweck verfehlt. Für den deutschen Alltag folgt daraus eine faire Erwartung: Man kann die Melderei durch Training und Auslastung deutlich herunterregeln, wegzaubern lässt sie sich nicht.

Nicht nur Ratten: Kaninchen, Igel und Drosseln

Das Repertoire war breiter, als der Name vermuten lässt: Neben Ratten und Mäusen kamen Kaninchen und Hasen ins Beutespektrum, gelegentlich Igel, und — für mitteleuropäische Ohren ungewöhnlich — Drosseln. Für die Kaninchenjagd gibt es auf Mallorca ein eigenes Wort: buidar, wörtlich „ausräumen“. Der Hund treibt das Wild aus dem Gestrüpp heraus, statt es über freies Feld zu hetzen — die Gegenposition zum ibizenkischen Podenco, dem Ca Eivissenc. Der eine räumt aus, der andere jagt hinterher: zwei Berufe auf zwei Nachbarinseln.

Aus dieser Arbeitsweise stammt ein reizendes Detail der Farbgebung. Jäger bevorzugten traditionell dreifarbige oder weißgescheckte Hunde, und zwar aus sehr praktischem Grund: Im dichten Buschwerk sollte man den Hund nicht mit dem Kaninchen verwechseln. Der weiße Fleck war eine Sicherheitsmaßnahme, keine Schönheitsfrage.

Die vier Hunderassen Mallorcas — und wen die FCI anerkannt hat

Eine Insel von der Größe des Saarlands hat vier eigene Hunderassen hervorgebracht. Stellt man sie nebeneinander, springt ein Muster ins Auge, das mehr über Kynologie als über Hunde verrät.

Rasse MallorcasAufgabeFCI-Status
Ca de Bou (Mallorca-Dogge)Packer, Hof- und Schutzhundanerkannt, Standard Nr. 249
Ca de Bestiar (Mallorca-Hirtenhund)Hüten und Bewachen der Herdeanerkannt, Standard Nr. 321, Gruppe 1
Ca Mè Mallorquí (Vorstehhund)Vorstehen bei der Jagdnicht anerkannt
Ca Rater MallorquíNagerbekämpfung auf dem Gehöftnicht anerkannt

Das Muster ist unübersehbar: Anerkannt wurden die großen und die repräsentativen Rassen. Die beiden Gebrauchshunde ohne Show-Charisma — Vorstehhund und Rattenfänger — blieben draußen. Das ist keine Verschwörung, sondern die Mechanik eines Systems, in dem Anerkennung Lobbyarbeit, internationale Verbreitung und einen aktiven Verband braucht.

Anerkennung: Was der Ca Rater hat und was ihm fehlt

Hier lohnt es sich, zwei völlig getrennte Systeme auseinanderzuhalten, weil ihre Vermischung die Quelle fast aller Fehlinformationen zu dieser Rasse ist.

Das kynologische System (FCI). Die Lage ist eindeutig: Der Ca Rater Mallorquí ist von der FCI nicht anerkannt. Es gibt keine Standardnummer und keine Gruppenzuordnung. Auch die Real Sociedad Canina de España (RSCE), der spanische FCI-Mitgliedsverband, führt ihn nicht unter den anerkannten spanischen Rassen, sondern nur in einer gesonderten Rubrik für weitere Rassen beziehungsweise Rassen in der Wiederherstellungsphase. Wenn ein Portal oder ein Versicherungsblog behauptet, die RSCE habe die Rasse „anerkannt“, ist das schlicht falsch — ein Irrtum, den Aggregatorseiten munter voneinander abschreiben.

Das agrarverwaltungsrechtliche System (Spanien). Hier sieht es anders aus. Die Regierung der Balearen veröffentlichte den Rassestandard im Amtsblatt der Inseln (BOIB) am 28. Dezember 2002. Bereits zuvor, mit Beschluss vom 21. November 2002, war dem Rasseklub die Führung des Zuchtbuchs (llibre genealògic) übertragen worden. Rechtlicher Rahmen ist das Real Decreto 558/2001 vom 25. Mai 2001, das die staatliche Anerkennung von Züchtervereinigungen regelt.

Auf staatlicher Ebene folgte die Aufnahme in den amtlichen Anhang: Der zuständige Ausschuss stimmte am 22. April 2003 zu, die Orden APA/807/2004 wurde am 24. März 2004 unterzeichnet und am 30. März 2004 im Staatsanzeiger BOE veröffentlicht. Wenn Quellen mal 2003 und mal 2004 nennen, widersprechen sie einander also nicht — sie benennen zwei Etappen desselben Verfahrens. Bemerkenswert ist ein Detail: Ca Rater und valencianischer Rattenfänger wurden am selben Tag im selben Papier aufgenommen. Zwanzig Jahre später trennten sich ihre Wege.

Wichtig ist: Das ist ein agrar- und verwaltungsrechtlicher Weg, kein kynologischer. Anders als bei mancher Rasse mit bloßer Registereintragung existieren hier aber tatsächlich ein publizierter Standard und ein real geführtes Zuchtbuch. Die Kurzformel, die viel Diskussion erspart: Papiere hat dieser Hund durchaus — nur eben keine FCI-Papiere.

Der Klub CEPRAM und die selbstgewählte Sackgasse

Getragen wird das Ganze vom Club del Ca Rater Mallorquí, kurz CEPRAM, gegründet 1990 und 2002 als Züchtervereinigung anerkannt. Der Klub versammelt Züchter, Liebhaber und Jäger, führt das Zuchtbuch und veranstaltet zweimal jährlich — im Mai und im Oktober — Zuchtbeurteilungen. Höhepunkt ist die Rassespezialschau im Ort Montuïri, traditionell am ersten Sonntag im Dezember.

Und hier kommt die Pointe. Der Weg in die FCI führt über den nationalen Mitgliedsverband, in Spanien also die RSCE — und wer ihn geht, gibt sein Zuchtbuch an den Dachverband ab. Genau das wollte CEPRAM nicht. Der Klub hat sich bewusst dagegen entschieden, um die Hoheit über die eigene Zucht zu behalten, und damit den Weg zur FCI-Anerkennung selbst versperrt.

Ganz ohne staatlichen Rückhalt ist die Rasse dabei nicht. Das balearische Jagdgesetz Ley 6/2006 verpflichtet die Verwaltung in Artikel 34.5 ausdrücklich, die Erhaltung der einheimischen Jagdhunderassen zu fördern — namentlich genannt sind eivissenc, und rater. Ein geltendes Gesetz, das eine Hunderasse beim Namen nennt, ist eine Seltenheit und wiegt kynologisch mehr, als die fehlende FCI-Nummer vermuten lässt.

Die fehlende FCI-Nummer ist also kein Qualitätsurteil über die Hunde, sondern das Ergebnis eines verbandspolitischen Konflikts. Noch vor wenigen Jahren waren alle drei iberischen Rattenfänger-Rassen unanerkannt: Der valencianische Rater erhielt 2022 seinen FCI-Standard, der Ratonero Bodeguero Andaluz folgte 2024 als vierzehnte spanische Rasse. Für den Mallorquiner ist die Tür nicht zugefallen, sondern von innen verriegelt.

Der VDH: Warum es in Deutschland keine Ahnentafel für diesen Hund gibt

Für deutsche Interessenten ist das kein akademisches Thema. Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ist das einzige deutsche FCI-Mitglied. Ahnentafeln entstehen nicht beim VDH selbst, sondern in den ihm angeschlossenen Rassehunde-Zuchtvereinen — und zwar für FCI-anerkannte Rassen.

Daraus folgt schlicht und ergreifend: Für den Ca Rater Mallorquí existiert in Deutschland kein VDH-Zuchtverein und damit keine VDH-Ahnentafel. Es gibt niemanden, der eine ausstellen könnte, weil es die Rasse im System nicht gibt. Wer Ihnen eine „VDH-Ahnentafel für den Ratero“ verspricht, sollte sehr genau erklären, wie das zugehen soll.

Was bleibt dem Käufer? Erstens die Abstammungsbescheinigung des mallorquinischen Klubs — ein echtes Dokument mit echter Ahnenreihe, das aber keine Türen zu VDH-Zuchtzulassungen öffnet. Zweitens: gar nichts, in Deutschland der häufigste Fall. Papier ist geduldig — und auch nicht alles: Für Alltag, Hundeschule und Tierarzt spielt die Ahnentafel keine Rolle.

Die Rute: angeboren kurz — und warum das in Deutschland zum Thema wird

Kein Merkmal dieser Rasse führt in Deutschland zu so vielen Missverständnissen wie ihre Rute. Beim Ca Rater Mallorquí kommt etwa jeder fünfte Welpe ohne oder nur mit einer rudimentären Rute zur Welt — ein Naturbobtail, also angeborene, genetisch bedingte Kurzrutigkeit. Kein Mensch hat da etwas abgeschnitten.

Die Verwirrung entsteht, weil die Rasse historisch flächendeckend kupiert wurde. Auf dem Gehöft galt die Rute als Verletzungsrisiko bei der Arbeit in Mauerspalten und unter Böden, und weil ohnehin ein Teil der Welpen von Natur aus kurz geraten war, wurde der Rest angeglichen. Auf einer mallorquinischen Spezialschau stehen heute Hunde mit voller Rute neben Hunden ohne — und beides ist regelkonform.

Bemerkenswert ist, dass das Herkunftsland dieselbe Entwicklung genommen hat wie Deutschland, nur später. Spanien hat das Europäische Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren ratifiziert — Veröffentlichung im BOE am 11. Oktober 2017, in Kraft seit 1. Februar 2018, und zwar ohne Vorbehalt zum Kupierverbot. Die staatliche Rassebeschreibung von 2004 stammt jedoch aus der Zeit davor und schildert das Kürzen der Rute noch als übliche Praxis. Wer ein solches Dokument findet und daraus schließt, bei dieser Rasse werde „regulär kupiert“, liest einen überholten Text.

Für den deutschen Betrachter ist das eine Falle: Hierzulande löst ein rutenloser Hund sofort den Reflex kupiert aus — und das ist kein neutraler Gedanke, sondern ein Tierschutzverstoß-Verdacht.

Was das Tierschutzgesetz tatsächlich sagt

Maßgeblich ist § 6 des Tierschutzgesetzes (TierSchG). Absatz 1 Satz 1 formuliert das Verbot denkbar breit: „Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres.“ Eine Rute ist ein Körperteil, das Kupieren ist eine teilweise Amputation — damit ist es grundsätzlich verboten.

Satz 2 nennt die Ausnahmen, und genau zwei davon betreffen Hunde. Nummer 1 Buchstabe a lässt den Eingriff zu, wenn er im Einzelfall „nach tierärztlicher Indikation geboten ist“ — also bei Verletzung oder Erkrankung. Nummer 1 Buchstabe b enthält die vieldiskutierte Jagdhundeklausel: zulässig ist der Eingriff, wenn er „bei jagdlich zu führenden Hunden für die vorgesehene Nutzung des Tieres unerläßlich ist und tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen“.

Man beachte, wie eng diese Ausnahme geschnitten ist: nicht für „Jagdhunderassen“ pauschal, sondern für jagdlich zu führende Hunde, mit Prüfung im Einzelfall, und nur wenn der Eingriff unerlässlich ist — nicht nützlich, nicht üblich, nicht traditionell. Ein Ratero, der als Familienhund in einer deutschen Stadtwohnung lebt, fällt unter keinen dieser Punkte.

Der praktische Rat für Halter

Wer einen rutenlosen Ca Rater aus Spanien übernimmt, sollte sich tierärztlich schriftlich bestätigen lassen, dass ein angeborener Naturbobtail vorliegt. Eine erfahrene Tierärztin erkennt den Unterschied — eine kupierte Rute hinterlässt eine Narbe und ein durchtrenntes Wirbelende. Diese Notiz gehört zu den Heimtierunterlagen und beendet Diskussionen mit Ordnungsamt oder besorgten Passanten in dreißig Sekunden.

Relevant ist das auch im Ausstellungswesen: Der VDH hat ein Ausstellungsverbot für kupierte Hunde — betroffen sind Tiere mit kupierten Ohren und/oder kupierter Rute, mit einer Ausnahme für jagdlich geführte Hunde nach deutschem Tierschutzrecht. Ausgerechnet die Rasse, die einen Teil ihrer kurzen Ruten der Natur verdankt, gerät hierzulande unter Kupier-Verdacht.

Aussehen und Rassestandards
Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí)

Der Perro Ratero Mallorquín ist klein, aber von robuster Statur — weder zerbrechlich noch ein „Spielzeug“. Sein Körper ist proportioniert, muskulös und auf blitzschnelle Reaktionen ausgelegt, der Kopf erinnert an einen abgestumpften Kegel, die Ohren sind fest, zugespitzt und stehend. Charakteristisch sind die runden, bernsteinfarbenen Augen, die dem Hund seinen wachen, fast frechen Ausdruck verleihen. Beim Fell ist ein Punkt für die deutsche Haltung entscheidend: kurz, glatt, dicht anliegend — und ohne Unterwolle.

Hauptmerkmale des Aussehens:

  • Ohren: Groß, stehend, dreieckig. Sie verleihen dem Hund einen stets wachsamen Ausdruck.
  • Fell: Kurz, glatt, dicht am Körper anliegend, ohne Unterwolle. Sehr angenehm in der Haptik.
  • Farbe: Am weitesten verbreitet ist Schwarz-Loh (black and tan). Seltener trifft man auf braun-lohfarbene Varianten. Ebenfalls zulässig ist Tricolor (schwarz, feuerfarben, weiß), wobei die „Feuer“-Flecken an Brust, Schnauze und Augenbrauen platziert sind.
MerkmalStandardbeschreibung
WiderristhöheRüden: 32-36 cm, Hündinnen: 29-33 cm
Gewicht3 – 5 kg (je nach Geschlecht und Konstitution)
Lebenserwartung12-15 Jahre
HerkunftslandSpanien (Mallorca)
VerwendungNagetierjagd, Begleithund, Wachhund

Eine Anmerkung zur Redlichkeit: Auch bei den Maßen gehen die Quellen auseinander — manche sprechen von „bis 40 cm“. Die Größenordnung ist unstrittig: ein kleiner, leichter, hochbeiniger Hund.

Der deutsche Brückenschlag: der Ratero ist ein „Rattler“

Deutsche Leser müssen für diesen Hund keine fremde Kategorie lernen — es gibt für seinen Beruf ein eigenes deutsches Wort. „Rattler“ nennt man im deutschen Sprachraum kleine bis mittelgroße Hunde, die ursprünglich als Rattenfänger verwendet wurden. Der Begriff steht bis heute im Sprachgebrauch und beschreibt exakt das, was der Ca Rater ist.

Der bekannteste heimische Vertreter ist der Zwergpinscher: Seine Vorfahren lebten auf Höfen und in Pferdeställen, wo sie das Futter vor Mäusen und Ratten schützten — genau der Job, den auf Mallorca der Ratero versah. Daher der Spitzname, der ihm bis heute anhängt: Rattler. Der Prager Rattler hat die Funktion sogar in die Rassebezeichnung übernommen. Die deutsche Kynologie hat also ein Regal für diesen Hundetyp — der Mallorquiner ist bloß kein Einheimischer darin.

Ein zweiter deutscher Bezugspunkt liegt bei der Arbeitsweise: der Deutsche Jagdterrier, FCI-Standard Nr. 103, Gruppe 3, Sektion 1. Er ist größer und kräftiger, aber sein Metier — die Arbeit unter der Erde, im Bau, allein, ohne Sichtkontakt zum Führer — ist strukturell dasselbe wie das Kriechen des Rateros unter die Bodendielen. Wer je erlebt hat, mit welcher Härte ein Jagdterrier arbeitet, versteht, warum ein Vier-Kilo-Hund einem Schäferhund die Meinung geigt.

RasseGröße (Rüden)FCI-StatusUrsprüngliche Aufgabe
Ca Rater Mallorquí32-36 cmnicht anerkanntNager auf dem Gehöft, Kaninchen
Gos Rater Valencià30-40 cm (Ideal 36)Standard Nr. 370, Gruppe 3, Sektion 1, seit 2022Wanderratte, Kaninchen, Maulwurf
Ratonero Bodeguero Andaluz37-43 cm (Ideal 40)Standard Nr. 371, Gruppe 3, Sektion 1, seit 2024Nager in den Weinkellern (Bodegas)
Zwergpinscher25-30 cmanerkanntStall- und Hofhund, „Rattler“
Deutscher Jagdterrier33-40 cmStandard Nr. 103, Gruppe 3, Sektion 1Bau- und Stöberarbeit

Der Andalusier liefert die Gegenprobe: Er geht nachweislich auf Linien des Glatthaar-Foxterriers zurück, die britische Sherry-Handelshäuser nach Jerez mitbrachten — und sein weißes Fell wurde ausgewählt, damit man ihn im Halbdunkel der Weinkeller sieht.

Genetik: ein Terrier, der keiner ist

Über Jahrzehnte hielt sich die Erzählung, im Ratero stecke britisches Terrierblut. Die Ähnlichkeit ist ja frappierend: Format, Ohren, Farbschema, Arbeitsstil. Eine 2022 veröffentlichte Untersuchung hat das geprüft — auf Basis von Mikrosatellitenmarkern und 77 Haarproben von Hunden aus Mallorca. Ergebnis: Eine Verwandtschaft mit Terrierrassen ließ sich nicht nachweisen. Die Ähnlichkeit ist konvergente Evolution — dieselbe Aufgabe, dieselben Zwänge, dasselbe Ergebnis. Wer heute noch die „britische Terrierlinie“ als Tatsache verkauft, gibt eine widerlegte Vermutung weiter. Bestätigt wurde dagegen die enge Verwandtschaft zum valencianischen Rattenfänger.

Die Kennzahlen zeichnen das Bild einer kleinen, aber überraschend gesund geführten Population: erwartete Heterozygotie 0,685, beobachtete 0,655, ein Inzuchtkoeffizient FIS von 0,044, im Mittel 6,61 Allele pro Locus bei 3,58 effektiven Allelen. Auf Deutsch: Die Vielfalt ist ordentlich, die Inzucht wird kontrolliert. Der Wermutstropfen: Im ausgewerteten Register fanden sich 363 Tiere, davon 146 Gründertiere — eine schmale Basis. Zudem stellten die Autoren seit 2011 einen kontinuierlichen Rückgang der Geburten fest und empfahlen ein Erhaltungsprogramm.

Wie viele gibt es? Warum die Zahlen nicht zusammenpassen

Wer eine belastbare Bestandszahl sucht, findet drei — und alle widersprechen einander. Der Klub spricht von über 1.000 registrierten Hunden und rund 150 neu eingetragenen Welpen pro Jahr, eine spanische Fachpublikation nennt 2.041 Tiere und schätzt den tatsächlichen Bestand auf das Doppelte, die genetische Studie arbeitete mit 363. Das ist kein Skandal, sondern eine Frage der Zählweise. Ableiten lässt sich genau eines: Die Rasse steht nicht am Rande des Aussterbens, bewegt sich aber im Bereich einiger Tausend Tiere. Sie ist selten, nicht bedroht.

Temperament und Charakter des mallorquinischen Rattenfängers
Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí) — Temperament und Charakter des mallorquinischen Rattenfängers

Wer glaubt, dass geringe Größe Ängstlichkeit bedeutet, den belehrt der Perro Ratero Mallorquín rasch eines Besseren. Klein, aber oho — die Redensart könnte für diesen Hund erfunden worden sein. Zu Hause ist er ausgesprochen anhänglich, sucht Körperkontakt und wählt sich oft eine Person, an der er besonders hängt. Doch sobald er über die Türschwelle tritt, schaltet ein anderer Modus zu: „Jäger“ oder „Melder“.

Erwähnenswert ist seine Zurückhaltung gegenüber Fremden. Anders als manche Gesellschaftshunderassen, die sich über jeden Besucher freuen, schätzt der Mallorquiner die Lage erst einmal ein — ein Zug, der ihn mit dem Ratonero Bodeguero Andaluz verbindet. Aggression ist damit nicht gemeint, eher eine kurze Prüfphase. Im Haus fällt auf, wie schnell dieser Hund von hundert auf null herunterfährt: Ein ausgelasteter Ratero liegt zusammengerollt in der wärmsten Ecke. Der Umschaltpunkt liegt allerdings tief — ein Geräusch im Treppenhaus genügt.

Jagdinstinkt

Man darf den ursprünglichen Zweck der Rasse nicht vergessen: Der Verfolgungstrieb ist extrem stark ausgeprägt. Jedes kleine, sich bewegende Objekt — Eichhörnchen, Maus, Taube, manchmal die Nachbarskatze — wird als Ziel wahrgenommen. Sein Antrieb erinnert stark an den Patterdale Terrier, der sich ebenso furchtlos ins Geschehen stürzt. Beim Freilauf ist deshalb Vorsicht geboten.

Alltag in der deutschen Wohnung: der Reiz ist schneller als das Kommando

Dieser Abschnitt fällt bewusst unvorteilhaft aus, denn hier entscheidet sich, ob eine Anschaffung gutgeht: Bei diesem Hund ist der Reflex auf eine kleine, schnelle Bewegung schneller als jedes Kommando. Das ist keine Frage von Gehorsam oder Bindung — der Auslöser sitzt tiefer als das Ohr, das Ihren Rückruf hört.

Praktisch heißt das: eine auffliegende Taube am Bahnhofsvorplatz, ein Eichhörnchen im Park, eine Katze zwischen zwei Autos — der Hund ist weg, bevor Sie den Namen ausgesprochen haben. Man managt diese Rasse deshalb nicht über Kommandos, sondern über die Umgebung: Leine, wo Reize erwartbar sind, Schleppleine im Übergang, Freilauf nur auf überblickbaren Flächen.

Zwei weitere Eigenheiten gehören zum ehrlichen Bild. Erstens das Graben und Durchschlüpfen: Ein Gartenzaun, der „eigentlich reicht“, reicht hier nicht. Zweitens die Eigenständigkeit im Entscheiden: Ein Ratero führt Kommandos aus, wenn sie ihm einleuchten. Blinden Gehorsam bekommen Sie nicht, und wer ihn erwartet, ist permanent frustriert.

Kleintiere im Haushalt: eine Frage der Technik, nicht der Erziehung

Hier ist Klartext angebracht, weil Beschönigung Tierleben kostet. Hamster, Meerschweinchen, Chinchilla, Zwergkaninchen, Wellensittich — das sind für einen Ca Rater Mallorquí keine Mitbewohner, sondern das Kernstück seines Beutespektrums. Er wurde über Generationen exakt darauf selektiert, solche Tiere in engen Räumen aufzuspüren. Das ist keine Charakterschwäche, das ist seine Berufsqualifikation.

Daraus folgt: Die Frage ist keine Erziehungs-, sondern eine bautechnische. Nagerkäfig in einem verschlossenen Raum, Türen, die zufallen statt angelehnt zu sein, Freilauf des Kleintiers nur bei sicher getrenntem Hund. Wer darauf setzt, dem Hund das „abzugewöhnen“, wettet gegen einige hundert Jahre Zuchtauslese — und verliert an einem beliebigen Dienstagnachmittag.

Bei Katzen ist die Lage differenzierter. Welpe wächst mit Kätzchen auf: in aller Regel unproblematisch. Erwachsener Hund zieht zu einer vorhandenen Katze oder umgekehrt: ein Glücksspiel, das wochenlange behutsame Zusammenführung braucht. Und immer gilt: Eine Katze, die wegläuft, schaltet den Reflex ein. Souveräne Katzen, die stehen bleiben, kommen mit einem Ratero meist bestens zurecht.

Erziehung und Training: Ein Ansatz für Persönlichkeiten
Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí) — Erziehung und Training: Ein Ansatz für Persönlichkeiten

Diese Hunde sind klug, können aber eigensinnig sein. Schablonenhafte Methoden funktionieren nicht — der Mallorquiner muss verstehen, wozu er ein Kommando ausführt. Die beste Methode ist positive Verstärkung und spielerisches Lernen. Im Agility zeigt er sich hervorragend.

Es ist wichtig, den Unterschied im Temperament von Jagdhunden zu verstehen. Wenn etwa der Otterhound ein großer, ausdauernder Spürhund für Wasser und schweren Boden ist, dann ist der Perro Ratero Mallorquín ein „Sprinter“ für festen Grund. Seine Aufgabe war der blitzschnelle Zugriff. Deshalb liegt der Schwerpunkt im Training auf Geduld und dem Bremsen von Reaktionen.

Ein Hinweis für deutsche Hundeschulen: Impulskontrolle ist bei dieser Rasse kein Zusatzmodul, sondern das Hauptfach. Übungen, die das Warten belohnen — Futter liegen lassen, erst auf Freigabe fressen, an der offenen Tür sitzen bleiben —, bringen hier mehr als jede weitere Wiederholung von „Sitz“. Wer eine Trainerin sucht, fragt gezielt nach jemandem, der mit Terriern und Jagdhunden arbeitet.

Dasselbe gilt fürs Melden: Ziel ist nicht Ruhe, sondern Regulierung. Was funktioniert, ist ein klarer Ablauf — der Hund darf melden, bekommt eine kurze Bestätigung und wird dann auf seinen Platz geschickt. Anschreien macht ihn lauter. Am wirksamsten sind die einfachsten Griffe: Sichtschutz an der unteren Fensterhälfte, Liegeplatz weg von der Tür und zwanzig Minuten Nasenarbeit, die mehr bringen als eine Stunde Spazierengehen.

AktivitätsartEmpfohlene HäufigkeitAnmerkung
Spaziergänge2-3 Mal täglichMindestens 45 Minuten aktive Bewegung
Agility / Sport1-2 Mal pro WocheIdeal für mentale Auslastung
SuchspieleTäglich zu HauseHilft, den Jagdinstinkt auszuleben
Recht und Pflichten in Deutschland: Steuer, Rasselisten, Leinenpflicht

Hundesteuer und Anmeldung

Die Hundesteuer ist eine kommunale Aufwandsteuer: Weder Bund noch Land legen sie fest, zuständig ist die Gemeinde mit ihrer eigenen Satzung. Für den Halter zählt vor allem eines: Die Anmeldung des Hundes bei der Gemeinde ist Pflicht, und zwar überall. Die Frist beträgt typischerweise zwei Wochen bis einen Monat nach Aufnahme des Tieres; wer sie verstreichen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Bei einem Hund aus dem Auslandstierschutz zählt der Tag der Übernahme, nicht der Einreise.

Rasselisten — und warum der Ratero nirgends draufsteht

Gefahrenabwehr durch Hunde ist Ländersache, weshalb es keine bundesweite Rasseliste gibt, sondern sechzehn unterschiedliche Regelungswerke. Manche Länder führen umfangreiche Listen, andere haben sie abgeschafft oder nie eingeführt; Schleswig-Holstein, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen verzichten darauf, Brandenburg ebenfalls seit 2024. Was in einem Bundesland als „Listenhund“ gilt, ist ein paar Kilometer weiter ein Hund wie jeder andere.

Für den Ca Rater Mallorquí ist die Antwort in allen sechzehn Ländern dieselbe: Er steht auf keiner Rasseliste — und konnte es nie, denn diese Listen zielen auf große Hunde vom Molosser- und Bullterrier-Typ. Kurios: Ausgerechnet sein großer Landsmann von derselben Insel, der Ca de Bou, taucht in mehreren europäischen Regelwerken auf. Wichtig bleibt: Auch ein nicht gelisteter Hund kann im Einzelfall behördlich als gefährlich eingestuft werden — die Rasse schützt vor der Einstufung, das Verhalten nicht. Niedersachsen und Berlin verlangen zudem von allen Haltern Sachkundenachweis und Haftpflichtversicherung.

Leinenpflicht und Brut- und Setzzeit

Für einen Hund mit diesem Jagdtrieb ist das die praktisch wichtigste Regelung überhaupt. In Berlin, Hamburg, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Thüringen gilt eine ganzjährige Leinenpflicht in näher bestimmtem Umfang. Zahlreiche Länder schreiben zudem während der Brut- und Setzzeit das Anleinen in der freien Landschaft vor — der Zeitraum beginnt je nach Land am 1. März, 15. März oder 1. April und endet meist am 15. Juli. Niedersachsen regelt ihn vom 1. April bis 15. Juli, Bremen vom 15. März bis 15. Juli mit ausdrücklichem Bezug auf Felder, Wiesen, Weiden, Heiden, Moor- und Ödland.

Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten, und der Bußgeldrahmen der Länder reicht weit nach oben, besonders wenn ein Hund nachweislich Wild aufgescheucht oder Gelege zerstört hat. Genau das ist beim Ca Rater das reale Szenario: Ein Hund, der auf das Ausräumen von Deckung gezüchtet wurde, findet in einer Feldhecke im Mai binnen Minuten ein Kaninchenlager oder ein Bodennest. Wer auf dem Land wohnt, sollte außerdem die Landesjagdgesetze kennen — wildernde Hunde sind dort ein eigenes, ernstes Kapitel. Da beißt die Maus keinen Faden ab: Verbindlich ist immer die aktuelle Landesverordnung.

Haltung und Pflege
Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí) — Haltung und Pflege

Einer der größten Vorteile dieser Rasse ist die einfache Pflege. Das kurze Fell benötigt kein Grooming, kein Trimmen und keine komplizierten Prozeduren. Es reicht, den Hund einmal pro Woche mit einem Noppenhandschuh abzureiben, um lose Haare zu entfernen. Baden ist selten nötig; einen ausgeprägten „Hundegeruch“ entwickelt diese Rasse ohnehin kaum.

Regelmäßige Aufmerksamkeit verdienen Krallen — bei einem Stadthund wachsen sie schneller, als sie sich abnutzen — sowie die Zähne: Kleiner Kiefer, enger Zahnstand, früher Zahnstein.

Nuancen der Pflege im Winter:

  • Warme Kleidung (Overall oder Pullover) ist Pflicht.
  • Verkürzung der Spaziergänge bei starkem Frost.
  • Schutz der Pfoten vor Streusalz durch spezielles Wachs.
Von Mallorca nach Mitteleuropa: die Klimarechnung

Mallorca kennt in Deutschland fast jeder — als Insel mit milden Wintern und Sommern, die man im Schatten verbringt. Genau in diesem Klima ist dieser Hund entstanden, und sein Körper ist die Antwort darauf: vier Kilogramm Lebendgewicht, ein kurzes Deckhaar ohne Unterwolle und keine nennenswerte Fettschicht unter der Haut.

Ein kleiner Körper hat im Verhältnis zu seinem Volumen viel Oberfläche und verliert Wärme entsprechend schnell. Fehlt dann die isolierende Unterwolle, wird ein deutscher Januar zur echten Belastung. Die Konsequenz ist unmissverständlich: Ganzjährige Außenhaltung im Zwinger oder auf dem Hof ist bei dieser Rasse ausgeschlossen. Das ist keine Verzärtelung, das ist Physik.

Das deutsche Recht denkt in dieselbe Richtung. Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 4 für die Haltung im Freien eine Schutzhütte und außerhalb davon einen „witterungsgeschützten, schattigen und wärmegedämmten Liegeplatz“; die Hütte muss aus wärmedämmendem Material bestehen und so bemessen sein, dass der Hund „den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten kann“. Genau daran scheitert die Rechnung: Vier Kilogramm Hund ohne Unterwolle erzeugen nicht genug Körperwärme für eine Frostnacht. Die Norm gibt also dieselbe Antwort wie die Biologie.

Umgekehrt hat die Herkunft einen handfesten Vorteil: Hitze steckt dieser Hund deutlich besser weg als die meisten mitteleuropäischen Rassen. Für die zunehmende Sommerhitze deutscher Städte ist er gut aufgestellt — nur eben nicht für den Rest des Jahres. Zwischen November und März heißt das: Mantel bei Nässe und Kälte, kürzere und dafür häufigere Runden, ein warmer, zugfreier Liegeplatz mit Abstand zum Boden. Ein Ratero, der stehen bleibt und die Pfote hebt, sagt genau das.

Gesundheit und genetische Besonderheiten
Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí) — Gesundheit und genetische Besonderheiten

Über diese Rasse liest man häufig, die Rasse ist widerstandsfähig, hat jedoch eigene Veranlagungen, die unten aufgeführt sind. Der Satz ist gut gemeint und zugleich irreführend. Genauer:diese Rasse hat nie jemand systematisch untersucht, deshalb existiert für sie keine Liste von Erbkrankheiten — eine Lücke in den Daten, kein Gesundheitszeugnis. „Nicht beschrieben“ ist aber nicht dasselbe wie „nicht vorhanden“ — es heißt nur, dass niemand systematisch nachgesehen hat.

Die Gründe, die Rasse dennoch für robust zu halten, sind real: eine Entstehung unter natürlicher Auslese statt am Schautisch, ein arbeitsgeprägter Lebensstil, das Fehlen extremer Zuchtmerkmale — keine verkürzte Schnauze, keine übertriebenen Winkelungen — und der niedrige Inzuchtkoeffizient aus der Populationsstudie. Weil rassespezifische Daten fehlen, orientiert man sich an den allgemeinen Vorsorgeprotokollen für kleine Hunde:

  • Patellaluxation: das Herausspringen der Kniescheibe, der Klassiker unter den Kleinhundeproblemen. Frühes Anzeichen ist kurzes Hüpfen auf drei Beinen mit anschließend normalem Gang.
  • Zähne und Gebiss: kleiner Kiefer, enger Zahnstand, dadurch früher Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Regelmäßige Kontrolle ab dem dritten Lebensjahr.
  • Gewichtskontrolle: bei vier Kilogramm Zielgewicht sind schon dreihundert Gramm zu viel eine relevante Mehrbelastung für Gelenke und Herz.
  • Verletzungen aus Übermut: Sprünge vom Sofa, Sprünge aus dem Kofferraum, Auseinandersetzungen mit deutlich größeren Hunden. Die häufigste „Erbkrankheit“ dieser Rasse ist ihr eigener Mut.
Zoonosen: die Berufskrankheiten eines Rattenfängers

Ein Hund, der Nagern nachstellt, hat ein anderes Infektionsrisiko als einer, der neben dem Fahrrad hertrabt. Leptospirose steht dabei an erster Stelle: Erregerreservoir sind vor allem Wanderratten und Mäuse, und die Übertragung erfolgt nicht nur über direkten Kontakt, sondern auch über Wasser und Erdreich, die mit deren Urin verunreinigt sind. Ein Hund, der Pfützen ausschleckt, in Uferböschungen gräbt und Nager aufstöbert, sammelt genau diese Expositionen ein. Die Impfung gehört hier nicht in die Kategorie „kann man machen“ — auch wegen der Übertragbarkeit auf den Menschen.

Hinzu kommen Endoparasiten: Gefressene Beute ist ein klassischer Übertragungsweg für Bandwürmer, weshalb ein Hund mit Beutekontakt ein engmaschigeres Entwurmungsschema braucht. Zecken sind das zweite Dauerthema, der Tollwutschutz ohnehin obligatorisch.

Sekundärvergiftung: die unterschätzte Gefahr

Ein Punkt, den jeder Halter dieser Rasse kennen sollte, weil er Leben rettet: Rattengift auf Antikoagulanzien-Basis wirkt nicht nur auf die Ratte. Frisst ein Hund einen vergifteten oder sterbenden Nager, nimmt er den Wirkstoff mit auf — das nennt man Sekundärvergiftung, und diese Wirkstoffe hemmen die Blutgerinnung.

Das Tückische ist der zeitliche Versatz: Die Symptome zeigen sich erst nach mehreren Tagen. Der Hund frisst am Samstag eine Maus, verhält sich das Wochenende über normal, und am Mittwoch fallen Nasenbluten, blasse Schleimhäute, Blutergüsse, Schwäche oder Atemnot auf. Weil Tage dazwischenliegen, wird der Zusammenhang oft nicht hergestellt — und das kostet die entscheidende Zeit.

Für einen Hund, der auf das Aufspüren von Nagern gezüchtet ist, ist das kein exotisches Restrisiko, sondern das wahrscheinlichste Vergiftungsszenario überhaupt — Köderboxen stehen in Hinterhöfen, an Mülltonnenplätzen, auf Bauernhöfen und an Bahndämmen. Die Regel lautet deshalb: Beobachtetes Fressen eines Nagers ist immer ein Anruf beim Tierarzt, sofort und nicht erst bei Symptomen. Ein Gegenmittel existiert, wirkt aber umso besser, je früher es gegeben wird.

Ernährung: Wie man den Athleten nicht überfüttert
Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí) — Ernährung: Wie man den Athleten nicht überfüttert

Mallorquiner haben einen ausgezeichneten Appetit. Der Stoffwechsel arbeitet schnell, doch bei verringerter Belastung — im Winter, im Alter, nach einer Verletzungspause — legen sie zügig zu. Übergewicht ist bei dieser Statur kritisch, weil es die feinen Gliedmaßen und das Herz überproportional belastet. Empfohlen wird hochwertiges Futter für kleine, aktive Rassen. Wer selbst kocht oder roh füttert, sollte den Fleischanteil bei 60 bis 70 Prozent halten und die Ration tierärztlich prüfen lassen — bei einem Vier-Kilo-Hund schlagen Rechenfehler schneller durch als bei einem Schäferhund.

Ein praktischer Kniff: Verfüttern Sie einen Teil der Tagesration nicht aus dem Napf, sondern über Suchspiele, Schnüffelteppich oder Futterbeutel. Der Hund bekommt dieselbe Menge, arbeitet aber dafür — und ein Rattenfänger, der seine Nase benutzen durfte, ist ein zufriedener und leiserer Hund. Die Rippen sollten jederzeit unter leichtem Fingerdruck zu ertasten sein.

Woher nehmen? Der deutsche Weg führt über den Tierschutz

Das ist für deutsche Interessenten die praktischste Frage — und die Antwort fällt anders aus als bei jeder gängigen Rasse. In Deutschland gibt es keinen Zuchtverein für den Ca Rater Mallorquí, weder innerhalb noch außerhalb des VDH, und außerhalb Mallorcas praktisch keine Zuchtstätten. Deutschsprachige Quellen schätzen den Bestand hierzulande auf einige Hundert Tiere, überwiegend Ratero-Mischlinge, fast alle über den Auslandstierschutz ins Land gekommen.

Damit ergeben sich zwei Wege: der Auslandstierschutz, wo spanische Auffangstationen mit deutschen Vereinen kooperieren — oder der direkte Weg über den mallorquinischen Rasseklub, dessen Züchterliste öffentlich einsehbar ist und dessen Zuchtbucheintrag die einzige echte Abstammungsurkunde darstellt. Beides erfordert Geduld und Sprachaufwand; einen Hund „aus der Nachbarstadt“ wird es nicht geben.

Wer den Tierschutzweg geht, sollte eine deutsche Vorschrift kennen, die viel über die Seriosität einer Organisation verrät. Nach § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 des Tierschutzgesetzes braucht eine behördliche Erlaubnis, wer Wirbeltiere, die keine Nutztiere sind, „zum Zwecke der Abgabe gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung in das Inland verbringen oder einführen“ oder deren Abgabe vermitteln will. Nach dieser Erlaubnis darf und soll man fragen — ein seriöser Verein legt sie ohne Zögern vor.

Für die Einreise aus Spanien gilt der EU-Rahmen: Mikrochip, EU-Heimtierausweis und gültige Tollwutimpfung, die bei der Erstimpfung mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt erfolgt sein muss und frühestens im Alter von zwölf Wochen verabreicht werden darf. Rechnerisch: Ein legal eingereister Welpe ist mindestens fünfzehn Wochen alt. Wird Ihnen ein jüngerer „direkt aus Spanien“ angeboten, stimmt etwas nicht.

Standard sein sollten außerdem ein Test auf die mediterranen Infektionskrankheiten und ein Schutzvertrag mit Vor- und Nachkontrolle. Zum Erwartungsmanagement: Ein Ratero, der zwei Jahre selbst für sein Futter gesorgt hat, wird nicht binnen einer Woche zum Sofahund — er braucht Monate, und Menschen, die das aushalten.

Vor- und Nachteile der Rasse
Perro Ratero Mallorquín (Ca Rater Mallorquí) — Vor- und Nachteile der Rasse
Vorteile (+)Nachteile (-)
Kompaktheit: Ideal für Wohnungshaltung und Reisen.Lautstärke: Bellen gerne, manchmal ohne ernsten Grund.
Gesundheit: Eine der gesündesten Rassen unter kleinen Hunden.Nervosität: Brauchen frühe Sozialisierung, sonst können sie ängstlich oder aggressiv werden.
Wachsamkeit: Warnt immer mit lautem Bellen vor Gästen.Kälteempfindlichkeit: Nicht für die Außenhaltung in unserem Klima geeignet.
Pflegeleichtigkeit: Fell benötigt keinen Aufwand.Jagdtrieb: Können der Beute hinterherlaufen.
Für wen ist dieser Hund geeignet — und für wen nicht

Er passt zu Menschen, die einen kleinen Hund wollen, ohne einen bequemen zu erwarten: zu Berufstätigen mit Struktur im Tag, zu Haushalten, in denen jemand konsequent an der Impulskontrolle arbeitet, und zu allen, die mit einem lauten Melder gut leben können.

Er passt nicht zu Haushalten mit frei laufenden Kleintieren, zu Menschen, die einen ruhigen Begleiter suchen, zu geräuschempfindlichen Wohnsituationen und zu Familien mit sehr kleinen Kindern, in denen ständige Aufsicht nicht leistbar ist. Für Anfänger ist er kein Ausschlusskriterium, aber kein Selbstläufer: Wer glaubt, ein Vier-Kilo-Hund erziehe sich nebenbei, erlebt ein anstrengendes Jahr.

Interessante Fakten über die Rasse
  1. Auf Mallorca wird diese Rasse bis heute bestimmungsgemäß auf Bauernhöfen sowie zur Kaninchenjagd eingesetzt.
  2. Die internationale Anerkennung kommt nur langsam voran, was die Rasse außerhalb Spaniens exklusiv macht.
  3. Sie haben keinen typischen „Hundegeruch“, was sie zu angenehmen Mitbewohnern macht.
  4. Diese Rasse gilt als nationales Kulturerbe der Balearen — das balearische Jagdgesetz nennt den rater sogar namentlich.
  5. Etwa jeder fünfte Welpe kommt ohne oder nur mit einer Rudimentärrute zur Welt — angeboren, nicht kupiert.
  6. Die Genetik hat die beliebte These vom britischen Terrierblut nicht bestätigt: Die Ähnlichkeit zu Terriern ist ein Fall von konvergenter Evolution.
  7. Deutsch hat für den Beruf dieses Hundes ein eigenes Wort — „Rattler“, bis heute der Spitzname des Zwergpinschers.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Ca Rater Mallorquí von der FCI anerkannt?

Nein. Die Rasse besitzt keinen FCI-Standard und keine Standardnummer. Anerkannt ist sie in Spanien: Der Standard erschien am 28. Dezember 2002 im balearischen Amtsblatt BOIB, das Zuchtbuch wurde dem Rasseklub mit Beschluss vom 21. November 2002 übertragen, und staatlich folgte die Aufnahme in den amtlichen Anhang durch die Orden APA/807/2004. Auch die spanische RSCE führt die Rasse nicht unter den anerkannten Rassen — anderslautende Angaben auf Vergleichsportalen sind falsch.

Bekomme ich in Deutschland eine VDH-Ahnentafel für diesen Hund?

Nein. Der VDH ist das einzige deutsche FCI-Mitglied, und Ahnentafeln entstehen über die ihm angeschlossenen Zuchtvereine für FCI-anerkannte Rassen. Für den Ca Rater Mallorquí existiert kein solcher Verein, folglich auch keine VDH-Ahnentafel. Was es gibt, ist die Abstammungsbescheinigung aus dem Zuchtbuch des mallorquinischen Klubs — ein echtes Dokument, das aber keine Türen zu VDH-Zuchtzulassungen öffnet. Für Alltag, Hundeschule, Tierarzt und Versicherung spielt das keine Rolle.

Mein Ratero hat keine Rute — ist er kupiert?

Sehr wahrscheinlich nicht: Bei dieser Rasse kommt etwa jeder fünfte Welpe als angeborener Naturbobtail zur Welt. Weil sie historisch flächendeckend kupiert wurde, liegt der Verdacht nahe — und in Deutschland ist das Kupieren nach § 6 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes grundsätzlich verboten. Die Ausnahme gilt eng begrenzt für Eingriffe nach tierärztlicher Indikation sowie für jagdlich zu führende Hunde, wenn der Eingriff im Einzelfall unerlässlich ist. Lassen Sie sich die angeborene Kurzrutigkeit tierärztlich bestätigen und legen Sie die Notiz zu den Heimtierunterlagen.

Steht die Rasse auf einer Rasseliste?

Auf keiner der Rasselisten der Bundesländer taucht der Ca Rater Mallorquí auf — diese Listen zielen auf große Hundetypen, in die ein Vier-Kilo-Rattenfänger nicht fällt. Hundesteuer fällt dagegen ganz normal an: eine kommunale Aufwandsteuer mit eigener Satzung je Gemeinde. Die Anmeldung ist überall Pflicht, üblicherweise binnen zwei Wochen bis einem Monat nach Übernahme; wer sie versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Kann der Hund in Deutschland ganzjährig draußen leben?

Nein. Vier Kilogramm Körpergewicht, kurzes Haar ohne Unterwolle und kaum Unterhautfett — dieser Hund ist für mallorquinische Winter gebaut, nicht für mitteleuropäische. Auch die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 4 für die Haltung im Freien eine wärmedämmende Schutzhütte, die der Hund mit seiner eigenen Körperwärme warm halten kann; genau das leistet ein Tier dieser Größe nicht. Zwinger- oder Hofhaltung im Winter scheidet damit aus. Hitze verträgt er umgekehrt besser als die meisten heimischen Rassen.

Wo findet man in Deutschland einen Ca Rater Mallorquí?

Zuchtstätten außerhalb Mallorcas gibt es praktisch keine, und in Deutschland existiert kein Zuchtverein für die Rasse. Der hiesige Bestand wird auf einige Hundert Tiere geschätzt, überwiegend Mischlinge, fast alle über den Auslandstierschutz vermittelt. Realistisch bleiben zwei Wege: eine Tierschutzorganisation mit Spanien-Kontakten oder der direkte Kontakt zum mallorquinischen Rasseklub. Fragen Sie einen vermittelnden Verein nach seiner Erlaubnis nach § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 des Tierschutzgesetzes.

Ist diese Rasse für Familien mit Kindern geeignet?

Ja, aber mit Einschränkungen. Sie spielen gerne, dulden aber keine grobe Behandlung — das ist kein Hund, den man an den Ohren ziehen kann. Für Familien mit Kindern bis etwa fünf oder sechs Jahre ist es besser, eine andere Rasse zu erwägen oder den Kontakt ständig zu beaufsichtigen. Mit Schulkindern, die Rückzugsorte respektieren, funktioniert das Zusammenleben ausgezeichnet.

Verträgt er sich mit Katzen und Kleintieren?

Bei Katzen kommt es auf die Konstellation an: Wächst der Welpe mit einem Kätzchen auf, werden die beiden meist Freunde. Zieht ein erwachsener Hund zu einer vorhandenen Katze oder umgekehrt, ist behutsame Zusammenführung nötig, und eine Katze, die davonläuft, löst den Jagdreflex aus. Bei Hamstern, Kaninchen, Chinchillas oder Vögeln ist die Sache eindeutig: Das ist das ursprüngliche Beutespektrum dieser Rasse. Hier hilft keine Erziehung, sondern nur sichere räumliche Trennung.

Wie viel bellt er, und lässt sich das abstellen?

Er meldet viel, denn genau dafür wurde er auf dem Hof gebraucht: Der große Hirtenhund bewachte, der kleine Ratero zeigte an. Das Bellen ist eine gezüchtete Arbeitseigenschaft, kein Erziehungsfehler. Regulieren lässt es sich gut — melden erlauben, kurz bestätigen, dann auf den Platz schicken —, ganz abstellen nicht. Wer in einem hellhörigen Haus wohnt, sollte das ehrlich einkalkulieren; Auslastung und Sichtschutz am Fenster senken den Pegel oft deutlicher als jedes Kommando.

Video über die Rasse
Vorteile
  • Kompakt, gut für die Wohnung
  • Treu und anhänglich zur Familie
  • Wendiger, unermüdlicher Rattenfänger
  • Wachsamer „Türklingel“-Wächter
Nachteile
  • Nervöses, erregbares Temperament
  • Neigt zum Bellen
  • Starker Jagdtrieb (Ratten, Kleintiere)
  • Selten außerhalb der Balearen
Vergleich mit ähnlichen Rassen
Ratonero Bodeguero AndaluzPrager RattlerJack Russell Terrier
Höhe35–43 cm20–23 cm25–30 cm
Energie43.54.5
Wohnung3.54.53.5
Anfänger3.53.53
Häufige Fragen
Ist der Ca Rater Mallorquí von der FCI anerkannt?
Nein. Die Rasse besitzt keinen FCI-Standard und keine Standardnummer. Anerkannt ist sie in Spanien: Der Standard erschien am 28. Dezember 2002 im balearischen Amtsblatt BOIB, das Zuchtbuch wurde dem Rasseklub mit Beschluss vom 21. November 2002 übertragen, und staatlich folgte die Aufnahme in den amtlichen Anhang durch die Orden APA/807/2004. Auch die spanische RSCE führt die Rasse nicht unter den anerkannten Rassen — anderslautende Angaben auf Vergleichsportalen sind falsch.
Bekomme ich in Deutschland eine VDH-Ahnentafel für diesen Hund?
Nein. Der VDH ist das einzige deutsche FCI-Mitglied, und Ahnentafeln entstehen über die ihm angeschlossenen Zuchtvereine für FCI-anerkannte Rassen. Für den Ca Rater Mallorquí existiert kein solcher Verein, folglich auch keine VDH-Ahnentafel. Was es gibt, ist die Abstammungsbescheinigung aus dem Zuchtbuch des mallorquinischen Klubs — ein echtes Dokument, das aber keine Türen zu VDH-Zuchtzulassungen öffnet. Für Alltag, Hundeschule, Tierarzt und Versicherung spielt das keine Rolle.
Mein Ratero hat keine Rute — ist er kupiert?
Sehr wahrscheinlich nicht: Bei dieser Rasse kommt etwa jeder fünfte Welpe als angeborener Naturbobtail zur Welt. Weil sie historisch flächendeckend kupiert wurde, liegt der Verdacht nahe — und in Deutschland ist das Kupieren nach § 6 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes grundsätzlich verboten. Die Ausnahme gilt eng begrenzt für Eingriffe nach tierärztlicher Indikation sowie für jagdlich zu führende Hunde, wenn der Eingriff im Einzelfall unerlässlich ist. Lassen Sie sich die angeborene Kurzrutigkeit tierärztlich bestätigen und legen Sie die Notiz zu den Heimtierunterlagen.
Steht die Rasse auf einer Rasseliste?
Auf keiner der Rasselisten der Bundesländer taucht der Ca Rater Mallorquí auf — diese Listen zielen auf große Hundetypen, in die ein Vier-Kilo-Rattenfänger nicht fällt. Hundesteuer fällt dagegen ganz normal an: eine kommunale Aufwandsteuer mit eigener Satzung je Gemeinde. Die Anmeldung ist überall Pflicht, üblicherweise binnen zwei Wochen bis einem Monat nach Übernahme; wer sie versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Kann der Hund in Deutschland ganzjährig draußen leben?
Nein. Vier Kilogramm Körpergewicht, kurzes Haar ohne Unterwolle und kaum Unterhautfett — dieser Hund ist für mallorquinische Winter gebaut, nicht für mitteleuropäische. Auch die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 4 für die Haltung im Freien eine wärmedämmende Schutzhütte, die der Hund mit seiner eigenen Körperwärme warm halten kann; genau das leistet ein Tier dieser Größe nicht. Zwinger- oder Hofhaltung im Winter scheidet damit aus. Hitze verträgt er umgekehrt besser als die meisten heimischen Rassen.
Wo findet man in Deutschland einen Ca Rater Mallorquí?
Zuchtstätten außerhalb Mallorcas gibt es praktisch keine, und in Deutschland existiert kein Zuchtverein für die Rasse. Der hiesige Bestand wird auf einige Hundert Tiere geschätzt, überwiegend Mischlinge, fast alle über den Auslandstierschutz vermittelt. Realistisch bleiben zwei Wege: eine Tierschutzorganisation mit Spanien-Kontakten oder der direkte Kontakt zum mallorquinischen Rasseklub. Fragen Sie einen vermittelnden Verein nach seiner Erlaubnis nach § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5 des Tierschutzgesetzes.
Ist diese Rasse für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, aber mit Einschränkungen. Sie spielen gerne, dulden aber keine grobe Behandlung — das ist kein Hund, den man an den Ohren ziehen kann. Für Familien mit Kindern bis etwa fünf oder sechs Jahre ist es besser, eine andere Rasse zu erwägen oder den Kontakt ständig zu beaufsichtigen. Mit Schulkindern, die Rückzugsorte respektieren, funktioniert das Zusammenleben ausgezeichnet.
Verträgt er sich mit Katzen und Kleintieren?
Bei Katzen kommt es auf die Konstellation an: Wächst der Welpe mit einem Kätzchen auf, werden die beiden meist Freunde. Zieht ein erwachsener Hund zu einer vorhandenen Katze oder umgekehrt, ist behutsame Zusammenführung nötig, und eine Katze, die davonläuft, löst den Jagdreflex aus. Bei Hamstern, Kaninchen, Chinchillas oder Vögeln ist die Sache eindeutig: Das ist das ursprüngliche Beutespektrum dieser Rasse. Hier hilft keine Erziehung, sondern nur sichere räumliche Trennung.
Wie viel bellt er, und lässt sich das abstellen?
Er meldet viel, denn genau dafür wurde er auf dem Hof gebraucht: Der große Hirtenhund bewachte, der kleine Ratero zeigte an. Das Bellen ist eine gezüchtete Arbeitseigenschaft, kein Erziehungsfehler. Regulieren lässt es sich gut — melden erlauben, kurz bestätigen, dann auf den Platz schicken —, ganz abstellen nicht. Wer in einem hellhörigen Haus wohnt, sollte das ehrlich einkalkulieren; Auslastung und Sichtschutz am Fenster senken den Pegel oft deutlicher als jedes Kommando.
Quellen

Balearischer Ursprungstyp (Club del Ca Rater Mallorquí)

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