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Norfolk Terrier — Geschichte und Standard

Winziger „Kobold“ mit großem Herzen und Hängeohren — lebhaft, mutig und ausgeglichen: klug, treu, freundlich und anspruchslos. Der Norfolk Terrier ist einer der kleinsten Arbeitsterrier (Zwilling des Norwich, aber mit Hängeohren); bei allem Terriertemperament ist er ausgeglichen und freundlich, findet sich in Stadt und Land gut zurecht, erträgt aber kein Alleinsein.
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Norfolk Terrier
Inhalt
1Geschichte der Rasse: vom Rattenfänger zum Begleiter 2Rassestandard und äußeres Erscheinungsbild des Norfolk Terriers

Geschichte der Rasse: vom Rattenfänger zum Begleiter

Die Geschichte des Norfolk Terriers ist untrennbar mit der seines nächsten Verwandten, des Norwich Terriers, verbunden. Über Jahrzehnte hinweg galten sie als eine einzige Rasse, die unter dem Namen „Norwich Terrier“ bekannt war. Ihre Heimat ist Ostengland, insbesondere die Grafschaften Norfolk und Norwich, wo im 19. Jahrhundert Bauern kleine, aber mutige Hunde zur Bekämpfung von Nagetieren in Ställen und Scheunen benötigten. Diese Hunde waren nicht nur Schädlingsbekämpfer, sondern auch ausgezeichnete Begleiter, die ihre Besitzer überall hin begleiteten.

Als Schlüsselfigur in der Entwicklung der Rasse gilt Frank „Roughrider“ Jones, der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts aktiv mit der Zucht dieser kleinen Arbeitsterrier befasste. Seine Hunde, bekannt als „Canterbury Terrier“ oder „Jones-Terrier“, bildeten die Grundlage für die moderne Rasse. Sie waren bei Studenten der Universität Cambridge als Begleiter und Maskottchen beliebt.

Der Hauptunterschied, der die Rasse später trennte, war die Form der Ohren. Es gab zwei Varianten: Hunde mit stehenden, spitzen Ohren („prick-eared“) und Hunde mit hängenden, ordentlich an den Wangen anliegenden Ohren („drop-eared“). Lange Zeit wurden beide Typen miteinander gekreuzt und auf Ausstellungen als eine Rasse gezeigt. Doch 1964 traf der englische Kennel Club eine historische Entscheidung: Sie als zwei eigenständige Rassen anzuerkennen. Terrier mit stehenden Ohren behielten den Namen Norwich Terrier, während Terrier mit hängenden Ohren den neuen offiziellen Namen Norfolk Terrier erhielten, zu Ehren ihrer Heimatgrafschaft. Diese Entscheidung ermöglichte es jeder Rasse, sich nach ihrem eigenen Standard zu entwickeln, wobei sie ihre gemeinsamen Wurzeln und ihr ähnliches Temperament beibehielten. Auch der Cairn Terrier teilt eine ähnliche Herkunft als robuster und bodenständiger Terrier.

Rassestandard und äußeres Erscheinungsbild des Norfolk Terriers

Der Norfolk Terrier ist ein kleiner, kräftiger, kurzbeiniger Hund mit einem kompakten Körper und einer starken Muskulatur. Er vermittelt den Eindruck eines energischen und ausdauernden Tieres, das bereit zur Arbeit ist. Trotz seiner geringen Größe sollte er nicht zerbrechlich oder zierlich wirken.

  • Kopf: Der Schädel ist breit und leicht gewölbt. Der Übergang von der Stirn zum Fang (Stopp) ist gut ausgeprägt. Der Fang ist keilförmig und kräftig, seine Länge beträgt etwa ein Drittel weniger als die Länge des Schädels. Die Kiefer sind stark, mit einem Scherengebiss.
  • Augen: Oval geformt, dunkelbraun oder fast schwarz, tief liegend. Der Blick ist lebhaft, intelligent und aufmerksam.
  • Ohren: Mittelgroß, V-förmig, an den Spitzen leicht abgerundet. Sie hängen, an den Wangen anliegend, und sind nach vorne gerichtet. Genau dieses Merkmal ist der Hauptunterschied zum Norwich Terrier.
  • Körper: Kompakt, mit einem kurzen, geraden Rücken. Der Brustkorb ist tief, die Rippen sind gut gewölbt.
  • Gliedmaßen: Kurz, gerade und kräftig, mit gut entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind rundlich, mit dicken Ballen.
  • Rute: Früher wurde sie traditionell etwa zur Hälfte kupiert. Eine unkupierte Rute ist von mittlerer Länge, dick an der Basis und verjüngt sich zum Ende hin. Der Hund trägt sie hoch und gerade, aber nicht über den Rücken geworfen.
  • Fell: Doppelt, mit hartem, geradem, drahtigem Deckhaar und weicher, dichter Unterwolle. Am Hals und an den Schultern bildet das Fell eine kleine „Mähne“. Auf dem Kopf, an den Ohren und am Fang ist das Fell kurz, mit Ausnahme kleiner Brauen und Schnurrhaare.
  • Färbung: Alle Rottöne sind erlaubt (von hell-weizenfarben bis zu sattem Rot), sowie Schwarz und Loh (black and tan) und auch Grizzle (eine Mischung aus roten, schwarzen und grauen Haaren). Kleine weiße Abzeichen sind zulässig, aber nicht erwünscht.
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