Die Geschichte der Rasse: Von Palästen bis in die Moderne
Die Geschichte der kaiserlichen Hunde aus Peking reicht über zweitausend Jahre zurück und ist von Mythen sowie echten historischen Dramen umwoben. Diese Rasse ist so alt, dass ihre Wurzeln in den Tiefen der Jahrhunderte verschwinden, als Hunde noch als heilige Schutzgeister verehrt wurden.
Die Legende vom Ursprung
Einer der schönsten östlichen Legenden nach entstammt dieser drollige Hund mit dem stolzen Charakter einer Verbindung zwischen dem König der Tiere - dem Löwen - und einem kleinen Affen. Der Löwe, der sich in den Affen verliebt hatte, bat den Schutzpatron der Tiere, Ahura Mazda, ihn schrumpfen zu lassen, ihm aber seinen Mut und seine Würde zu lassen. So entstand der Pekingese: mit der Mähne und dem Herzen eines Löwen, aber mit dem lustigen Gesicht eines Affen. Diese romantische Geschichte erklärt das ungewöhnliche Aussehen und den unglaublichen Mut dieser Winzlinge, die selbst vor großen Schäferhunden nicht zurückschrecken.
Heiliger Status in China
Die Realität war nicht weniger faszinierend. Jahrhundertelang lebten Pekingesen ausschließlich in der Verbotenen Stadt in Peking. Nur die Monarchen Chinas hatten das Recht, diese flauschigen Vierbeiner zu besitzen. Für einen einfachen Bürger stand auf den Besitz eines solchen Haustieres die Todesstrafe. Man glaubte, dass diese Hunde böse Geister vertreiben, weshalb sie oft in den weiten Ärmeln der Kimonos getragen wurden (daher stammt auch die Bezeichnung „Ärmelhund“ für die kleinsten Vertreter). Ihre Pflege war Eunuchen anvertraut, und das Leben der Hunde war luxuriöser als das vieler Menschen jener Zeit.
Ankunft in Europa
Europäer bekamen Pekingesen erst Mitte des 19. Jahrhunderts zu Gesicht, und dieses Treffen war tragisch für China. Im Jahr 1860, während des Zweiten Opiumkriegs, stürmten britische und französische Truppen den Sommerpalast in Peking. Die kaiserliche Familie floh, befahl aber, alle heiligen Hunde zu töten, damit sie nicht den „fremden Barbaren“ in die Hände fielen. Dennoch überlebten 5 Hunde wie durch ein Wuder - man fand sie in den Gemächern der Tante des Kaisers, die Selbstmord begangen hatte. Diese „Trophäen“ wurden nach England gebracht. Einer von ihnen, namens Looty (von engl. Looty - Beute), wurde Königin Victoria geschenkt. So begann die europäische Ära der Pekingesen, die schnell den Adel eroberten.



