| Höhe | 50–65 cm |
| Gewicht | 26–30 kg |
| Lebenserwartung | 12–16 Jahre |
| FCI-Gruppe | nicht von der FCI anerkannt (deutsch, jung) |
| Herkunft | Deutschland (Westerwald) |
Genaue Bewertungen
- Insgesamt sehr gesunde, robuste Rasse
- Hüftgelenksdysplasie (Zucht dagegen)
- Augenerkrankungen (wie bei Hüterassen)
- Ohrenentzündungen bei Hängeohren
- Neigung zu Langeweile ohne Aufgabe
Ausgewogenes Futter für eine aktive mittelgroße Rasse, Gewichtskontrolle. Regelmäßige Pflege des welligen Fells; für tägliche Bewegung und Beschäftigung sorgen (Agility, Gehorsam, Denkspiele).
Der Wäller ist der lebende Beweis dafür, wie gezielte Zucht einen Hund hervorbringen kann, der die besten Eigenschaften von Hütehunden vereint und gleichzeitig ein fantastischer Familienbegleiter bleibt. Vertreter dieser noch relativ jungen Rasse sind nicht bloß Haustiere, sondern echte Partner für aktive Menschen, die bereit sind, jedes Abenteuer mit ihren Besitzern zu teilen. Lesen Sie mehr dazu auf Tvaryny.
Die Entstehungsgeschichte der Rasse
Die Geschichte des Wällers nahm 1994 in Deutschland ihren Anfang. Die Schöpferin der Rasse war Karin Wimmer-Kieckbusch, eine erfahrene Briard-Züchterin. Sie bemerkte, dass viele moderne Rassen unter Inzucht und einer Zucht leiden, die sich ausschließlich auf Äußerlichkeiten konzentriert (Show-Zucht), was oft zulasten der Gesundheit und der Arbeitseigenschaften geht.
Karins Ziel war es, einen Hund zu schaffen, der:
- Eine robuste Gesundheit und eine hohe Lebenserwartung besitzt;
- Über hohe Intelligenz und Lernfähigkeit verfügt;
- Menschenbezogen ist, aber nicht zu aufdringlich;
- Eine pflegeleichte Fellstruktur hat, die sowohl die Haltung im Haus als auch draußen ermöglicht.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden zwei Hütehundrassen ausgewählt: der Briard (Französischer Schäferhund) und der Australische Schäferhund (Aussie). Vom Briard erbte der Wäller die Ruhe, das Selbstbewusstsein und eine gewisse Unabhängigkeit, während der Aussie seine Energie, die etwas kompaktere Größe und den sogenannten „Will to Please“ (den Willen, dem Besitzer zu gefallen) beisteuerte. Der Name der Rasse leitet sich vom Wohnort der Züchterin ab – der Region Westerwald, daher „Wäller“.
Der erste Rasseclub (1. Wäller-Club Deutschland e.V.) wurde 1995 gegründet und kontrolliert bis heute streng die Zucht, um zu verhindern, dass die Rasse zu einer reinen Show-Linie verkommt.
Das Erscheinungsbild: Warum jeder Wäller ein Unikat ist

Eine der interessantesten Besonderheiten des Wällers ist, dass der Rassestandard in Bezug auf das Aussehen recht flexibel ist. Da Charakter und Arbeitseigenschaften oberste Priorität haben, können sich die Hunde in Felltyp, Farbe und Statur unterscheiden. Das verleiht jedem Vertreter dieser Rasse einen ganz eigenen Charme.
Größe und Statur
Der Wäller ist ein mittelgroßer bis großer Hund. Er wirkt athletisch und muskulös, aber nicht schwerfällig. Die Bewegungen sind frei und raumgreifend, was von seinen Wurzeln als Hütehund zeugt. Sie müssen ausdauernd sein und große Distanzen ohne Anzeichen von Ermüdung zurücklegen können.
| Parameter | Rüden | Hündinnen |
|---|---|---|
| Widerristhöhe | 55 – 65 cm | 50 – 60 cm |
| Gewicht | 25 – 35 kg | 20 – 30 kg |
| Lebenserwartung | 13 – 15 Jahre | 13 – 15 Jahre |
Fell und Farbe
Das Fell ist das Markenzeichen des Wällers. Es ist lang, dicht und verfügt über eine gut entwickelte Unterwolle. Die Struktur kann von wellig bis zottelig variieren. Im Gesicht sind immer der für Briards typische Bart und Schnurrbart vorhanden, sowie ein Pony, der jedoch die Augen nicht vollständig verdecken sollte, um die Sicht nicht zu behindern.
Farblich sind keine Grenzen gesetzt. Sie können Wäller in Merle (marmoriert), Schwarz, Rot, Falb, Grau oder in Kombinationen dieser Farben antreffen. Die genetische Farbvielfalt, die vom Australian Shepherd stammt, macht jeden Welpen zu einem einzigartigen Kunstwerk der Natur.
Charakter und Temperament

Es ist vor allem der Charakter, weswegen sich Menschen für diese Rasse entscheiden. Der Wäller ist ein außerordentlich intelligenter, lebensfroher und ausgeglichener Hund. Ihm fehlt die übermäßige Nervosität, die manchmal bei reinrassigen Aussies vorkommt, gleichzeitig ist er aber viel aktiver als klassische große Molosser.
- Intelligenz. Sie begreifen neue Kommandos im Flug. Das sind Hunde, die gerne mitdenken. Stumpfsinniges Wiederholen ein und derselben Übung langweilt sie schnell, daher ist vom Halter Kreativität gefragt.
- Freundlichkeit. Wäller binden sich in der Regel sehr eng an ihre Familie. Sie ertragen Einsamkeit nur schwer und wollen immer im Zentrum des Geschehens sein.
- Wachsamkeit. Trotz ihrer Freundlichkeit haben sie sich den Beschützerinstinkt bewahrt. Sie sind wachsam und melden Fremde durch Bellen, zeigen aber selten grundlose Aggression. In dieser Hinsicht erinnern sie ein wenig an den Berger de Picardie, indem sie Wachsamkeit mit Besonnenheit paaren.
Man muss verstehen, dass der Wäller im Herzen ein Arbeitshund ist. Ohne angemessene körperliche und geistige Auslastung können sie beginnen, Familienmitglieder, Kinder oder andere Haustiere zu „hüten“, indem sie ihnen leicht in die Fersen zwicken. Das ist keine Aggression, sondern ein Ausdruck von unerfülltem Instinkt.
Erziehung und Training

Der Wäller ist ein Traum für jeden Fan des Hundesports. Dank ihrer Genetik zeigen sie herausragende Leistungen in Disziplinen wie:
- Agility (Hindernislauf);
- Obedience (Gehorsam auf hohem Niveau);
- Dog Frisbee;
- Rettungshundearbeit.
Die Erziehung des Welpen sollte vom ersten Tag im neuen Zuhause an beginnen. Wäller reagieren sehr sensibel auf die Stimmlage ihres Besitzers. Harte Trainingsmethoden, Schreien oder körperliche Bestrafung sind tabu – dies kann dazu führen, dass sich der Hund verschließt oder ängstlich wird. Nur positive Bestärkung, Spiel und Motivation führen zum Erfolg.
Wichtig: Der Wäller neigt dazu, Entscheidungen selbstständig zu treffen. Wenn Sie ihm kein Kommando geben, wird er selbst entscheiden, was zu tun ist – und diese Entscheidung wird Ihnen nicht immer gefallen.
Gesundheit und Genetik

Eines der Hauptargumente für die Schaffung dieser Rasse war die Gesundheit. Durch die Erweiterung des Genpools (Heterosiseffekt) sind Wäller in der Regel gesünder als ihre Ausgangsrassen. Da jedoch sowohl Briards als auch Aussies gewisse Erbkrankheiten haben, testen verantwortungsvolle Züchter ihre Zuchttiere unbedingt.
Worauf Sie achten sollten:
- Hüftgelenksdysplasie (HD). Röntgenaufnahmen der Eltern sind Pflicht.
- MDR1-Defekt. Dabei handelt es sich um eine genetische Mutation, die den Hund überempfindlich gegen bestimmte Medikamente macht (z. B. Ivermectin). Wäller können Träger dieses Gens sein, daher ist ein Test vor einer medikamentösen Behandlung kritisch.
- Katarakt und PRA (Progressive Retinaatrophie). Augenprobleme, die bei Hütehunden vorkommen können.
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Wällers liegt bei 13-15 Jahren, was für einen Hund dieser Größe ein ausgezeichneter Wert ist. Sie bleiben oft bis ins hohe Alter aktiv.
Pflege der Rasse

Die Pflege eines Wällers erfordert etwas Zeit. Ihr Fell neigt zur Bildung von Filz, besonders während des Fellwechsels oder wenn der Hund oft im Wald oder hohem Gras unterwegs ist.
- Bürsten: Mindestens 1-2 Mal pro Woche. Während des Wechsels vom Welpen- zum Erwachsenenfell (ca. mit 8-12 Monaten) muss womöglich täglich gebürstet werden.
- Schneiden: Wäller benötigen keine Modeschur, aber ein hygienischer Schnitt (Pfoten, Bereich unter der Rute) ist notwendig. Manche Besitzer kürzen den Pony, damit der Hund freie Sicht hat.
- Baden: Nur bei Bedarf. Das Fell des Wällers ist selbstreinigend – Schmutz trocknet und fällt ab. Hat sich der Vierbeiner aber in etwas „Duftendem“ gewälzt, ist die Wanne unvermeidlich.
Ernährung: Der Schlüssel zur Energie

Wie jeder aktive Hund braucht auch der Wäller hochwertiges Futter. Sie können zwischen Rohfütterung (BARF) oder hochwertigem Trockenfutter (Super-Premium oder Holistic) wählen. Das Wesentliche steht oben bereits: Der Waller darf nicht überfüttert werden, weil Übergewicht seinen Gelenken schadet. Maßstab sind deshalb Körperkondition und ein Gewicht, das zur tatsächlichen Hütearbeit passt — nicht Prozentwerte; die Anteile einer selbst gekochten Ration rechnet am besten eine Ernährungsberatung durch.
In Anbetracht der Aktivität des Hundes sollte die Ration reich an Proteinen und Fetten sein, aber es ist wichtig, das Tier nicht zu überfüttern, da Übergewicht den Gelenken schadet. Hier ist eine orientierende Tabelle zur Verteilung der Nährstoffe für einen erwachsenen, aktiven Wäller:
| Nährstoff | Anteil an der Ration | Quelle |
|---|---|---|
| Proteine | Ein größerer Anteil | Fleisch (Rind, Pute), Fisch |
| Fette | Kleiner Anteil | Fischöl, tierische Fette |
| Kohlenhydrate | Ein größerer Anteil | Reis, Buchweizen, Gemüse |
| Ballaststoffe | Nur sehr wenig | Gemüse, Kleie |
Vergleich mit anderen Rassen
Um den Wäller in der Hundewelt besser einordnen zu können, lohnt sich ein Vergleich mit anderen beliebten Rassen. Das hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob dieser Hund wirklich zu Ihnen passt.
Wäller vs. Bulgarischer Schäferhund
Wenn Sie einen zuverlässigen Wächter für ein großes Grundstück suchen, ist der Bulgarische Schäferhund (Karakatschan) die bessere Wahl. Dies ist ein kraftvoller, ernsthafter Wächter, der weniger auf Spiel und Sport ausgerichtet ist als der Wäller. Der Wäller ist ein sportlicher Begleiter, während der Bulgarische Schäferhund ein unerschütterlicher Wächter ist.
Wäller vs. Cavapoo
Für diejenigen, die in einer Wohnung leben und keine Marathons mit ihrem Haustier laufen wollen, ist der Cavapoo einen Blick wert. Diese Designer-Rasse ist deutlich kleiner, benötigt weniger körperliche Auslastung und ist einfacher in der Pflege. Ein Wäller wird von Ihnen verlangen, Ihren Lebensstil hin zu mehr Aktivität zu ändern, während sich der Cavapoo leicht Ihrem Rythmus anpasst.
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
| Hohe Intelligenz und Trainierbarkeit | Benötigt viel körperliche Auslastung (nichts für Faule) |
| Robuste Gesundheit, geringeres Risiko für Gendefekte | Fell benötigt regelmäßige Pflege, bringt Schmutz ins Haus |
| Toller Begleiter für Kinder und Familie | Kann Hüteinstinkt zeigen (Fersenzwicken) |
| Ausgeglichenes Wesen (besser als bei vielen reinen Rassen) | Nicht für Zwingerhaltung ohne menschlichen Kontakt geeignet |
| Originelles Erscheinungsbild | Kann Träger des MDR1-Gens sein |
Interessante Fakten über Wäller
- Jeder Hund ein Überraschungspaket. In einem Wurf können Welpen mit völlig unterschiedlichem Felltyp und Farbe geboren werden. Sie wissen nie genau, wie der erwachsene Hund aussehen wird, wenn Sie einen 2 Monate alten Welpen aussuchen.
- Nicht FCI-anerkannt. Der Wäller wird von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) bislang nicht als eigenständige Rasse anerkannt. Dies ist eine bewusste Haltung der Clubgründer, die befürchten, dass eine offizielle Anerkennung zur Kommerzialisierung und Verschlechterung der Gesundheit des Bestands führen würde.
- Therapiehunde. Dank ihrer Empathie werden Wäller in Deutschland oft als Therapiehunde in Krankenhäusern und Altenheimen eingesetzt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist der Wäller für eine Wohnung geeignet?
Ja, vorausgesetzt, Sie sorgen für ausreichend Auslauf. Das bedeutet mindestens 2-3 Stunden aktive Spaziergange pro Tag mit Trainingselementen. Wenn der Hund nur auf dem Sofa liegt, wird er aus Langeweile anfangen, die Wohnung zu zerlegen.
Haaren sie stark?
Das Haaren ist moderat, aber aufgrund der Felllänge bemerkbar. Wenn man die Unterwolle regelmäßig ausbürstet, hält sich die Menge der Haare im Haus in Grenzen. Die Struktur des Fells ist so beschaffen, dass es sich zu „Wollmäusen“ zusammenrollt, die leichter zu entfernen sind als die kleinen Nadeln kurzhaariger Hunde.
Wie verhalten sie sich gegenüber Kindern?
Wäller lieben Kinder. Sie sind geduldig und verspielt. Aufgrund ihrer Größe und Aktivität können sie ein kleines Kind jedoch versehentlich umstoßen. Man sollte auserdem darauf achten, dass der Hund nicht anfängt, die Kinder zu „hüten“ und sie zusammenzutreiben.
Ist es schwierig, einen Wäller-Welpen zu kaufen?
Ja, das kann durchaus schwierig sein. Die wichtigsten Zuchtstätten befinden sich in Deutschland. Da die Zucht vom Club streng kontrolliert wird, kann die Wartezeit auf Welpen mehrere Monate betragen. Seien Sie vorsichtig bei Anzeigen, die „Wäller“ ohne Papiere anbieten – oft handelt es sich dabei nur um zufällige Mischlinge, deren Gesundheit niemand garantieren kann.
- Ausgeglichen, anhänglich, liebt Kinder
- Robuste Gesundheit dank breitem Genpool
- Klug, leicht auszubilden
- Vielseitiger Familien- und Sporthund
- Braucht Bewegung und geistige Auslastung
- Sehr variables Aussehen (Zucht auf Charakter)
- Langes Fell braucht Pflege
- Außerhalb Deutschlands selten
| Australian Shepherd | Briard | Border Collie | |
|---|---|---|---|
| Höhe | 46–58 cm | 56–68 cm | 48–56 cm |
| Energie | 5 | 4 | 5 |
| Wohnung | 2 | 2 | 2 |
| Anfänger | 2.5 | 2.5 | 2.5 |
Woher stammt der Wäller?
Ist der Wäller gut für eine Familie mit Kindern?
Warum sehen Wäller so unterschiedlich aus?
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