English Foxhound

By tvaryny
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Der English Foxhound ist nicht einfach nur ein Hund, er ist die lebendige, in Muskeln und Ausdauer geformte Geschichte der britischen Jagdtradition, ausgestattet mit einem unglaublichen Geruchssinn. Diese Rasse wurde über Jahrhunderte hinweg ausschließlich für die Arbeit in der Meute, die Verfolgung von Füchsen und das Zurücklegen enormer Distanzen zu Pferd geformt. Heute trifft man diese Hunde seltener als Begleithunde an als andere Rassen, doch ihr einzigartiger Charakter und ihre physischen Voraussetzungen verdienen detaillierte Aufmerksamkeit. Erfahren Sie mehr auf Tvaryny.

Die Geschichte der Herkunft: Vom Hirsch zum Fuchs

Die Wurzeln dieser Rasse reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Bis zu dieser Zeit war in England die Hirschjagd populär, für die schwerere und langsamere Hunde eingesetzt wurden. Doch mit dem Rückgang der Hirschpopulation und der Veränderung der Landschaft (Abholzung der Wälder) wurde der schlaue und flinke Fuchs zum neuen Objekt der Begierde des Adels. Für dessen Jagd waren die alten Laufhund-Typen nicht mehr geeignet – sie waren schlicht zu langsam.

Züchter begannen, massive Laufhunde vom Typ des Bloodhounds mit leichteren und schnelleren Rassen wie Greyhounds und wahrscheinlich Terriern zu kreuzen, um dem Tier die nötige Jagdschärfe zu verleihen. Das Ergebnis war ein Hund, der einen phänomenalen Geruchssinn mit der Fähigkeit kombinierte, im Gelände hohe Geschwindigkeiten zu entwickeln. Es ist erwähnenswert, dass die Genetik des Foxhounds die Entwicklung vieler europäischer Rassen beeinflusst hat. So fließt beispielsweise im eleganten Poitevin (Poitevin-Laufhund) das Blut genau dieser englischen „Fuchsjäger“, was ihm seine Ausdauer verlieh.

Aussehen und Rassestandards

Der English Foxhound vermittelt einen Eindruck von Kraft ohne übermäßige Schwere. Es ist ein ausbalanciertes Tier mit einem tiefen Brustkorb, der ausreichend Lungenvolumen für lange Läufe bietet. Der Rücken ist gerade und breit, die Lendenpartie kräftig. Die Gliedmaßen sind der besondere Stolz der Rasse: Sie müssen absolut gerade sein, mit starken Knochen, und die Pfoten kompakt („Katzenpfoten“), was dem Hund erlaubt, sich auf schwierigem Untergrund nicht zu verletzen.

MerkmalBeschreibung des Standards
WiderristhöheRüden: 58-64 cm; Hündinnen: 56-61 cm
Gewicht25-34 kg (abhängig von Geschlecht und Kondition)
KopfMittelbreit, mit gut ausgeprägtem, aber nicht abruptem Stopp
OhrenHängend, tief angesetzt, an den Wangen anliegend (früher oft kupiert, heute nicht mehr)
FellKurz, dicht, hart im Griff, schützt gut vor schlechtem Wetter
FarbeTraditioneller Tricolor (schwarz-weiß-rot), Bicolor oder „Lemon“

Besondere Aufmerksamkeit wird dem Hals geschenkt – er muss lang sein, damit der Hund bequem mit der Nase am Boden laufen kann. Die Rute (Stern) ist hoch angesetzt, säbelartig und kringelt sich niemals über den Rücken.

Charakter und Temperament: Ein Leben im Rudel

Der English Foxhound ist der Extrovertierte der Hundewelt. Jahrhunderte der Zucht, die auf die Arbeit in großen Meuten (manchmal 50 und mehr Hunde) ausgerichtet war, haben Aggressionen gegenüber Artgenossen völlig eliminiert. Wenn Sie einen Hund suchen, der auf dem Hundeplatz Konflikte mit anderen sucht, ist der Foxhound definitiv der falsche. Sie sind freundlich, tolerant und sozial.

Diese „Rudelmentalität“ hat jedoch auch eine Kehrseite. Diese Rasse verträgt Einsamkeit schlecht. Ein allein in der Wohnung gelassener Foxhound kann zum Zerstörer werden oder zum „Sänger“, dessen lautes, melodisches Bellen alle Nachbarn hören werden. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich radikal von selbstständigeren Rassen, wie dem aktiven Rat Terrier, der zwar energiegeladen, aber eher auf Einzelarbeit und den Schutz des Territoriums vor Nagern fokussiert ist, oder dem riesigen Irischen Wolfshund, der sich zu Hause deutlich flegmatischer und ruhiger verhält.

Vergleich mit anderen Laufhunden

Für das ungeübte Auge sehen viele Laufhunde gleich aus, aber es gibt wesentliche Unterschiede in Arbeit und Exterieur. Der English Foxhound ist die „goldene Mitte“ unter seinen Verwandten.

Zum Beispiel ist der American Foxhound, der vom englischen abstammt, etwas leichter, hochbeiniger und schneller, da die amerikanische Jagd oft in unwegsamerem Gelände stattfand. Auf der anderen Seite existiert der Harrier – eine Rasse, die oft mit dem Foxhound verwechselt wird. Der Harrier ist kleiner und vorwiegend für die Hasenjagd gedacht, wo weniger absolute Geschwindigkeit als vielmehr Wendigkeit gefragt ist. Rein optisch wirkt er jedoch wie eine verkleinerte Kopie des Foxhounds.

KriteriumEnglish FoxhoundAmerican FoxhoundHarrier
VerwendungFuchs (Meutenjagd)Fuchs (oft einzeln oder im Paar)Hase
KörperbauKraftvoll, knochenstarkTrocken, elegantKompakt, verkleinert
ArbeitstempoMittel-schnell, ausdauerndSehr schnellMittel, wendig
StimmcharakterTief, abwechslungsreichMelodisch, trompetenartigHell klingend

Erziehung und Training: Eine Herausforderung für den Intellekt

Hier beginnt der interessante Teil. Viele Quellen bezeichnen Foxhounds als „schwer erziehbar“. Das ist nicht ganz richtig. Sie sind intelligent, aber ihr Verstand ist darauf ausgelegt, während der Jagd selbstständig Entscheidungen zu treffen. Sie werden Ihnen nicht erwartungsvoll in die Augen schauen und auf das Kommando „Sitz“ warten, wenn ihre Nase eine frische Spur aufgenommen hat.

Der Schlüssel zum Erfolg sind positive Bestärkung und Geduld. Harte Methoden funktionieren nicht; sie führen nur dazu, dass der Hund sich verschließt. Das Hauptproblem bei Spaziergängen ist die „Taubheit“ gegenüber Kommandos, sobald der Jagdinstinkt einsetzt. Daher muss das Training des Rückrufs („Hier!“) vom ersten Tag an Priorität Nummer 1 sein.

Besonderheiten bei Haltung und Pflege

Die Haltung eines English Foxhounds erfordert Verständnis für seine Natur. Das ist kein Sofahund. Die ideale Umgebung ist ein Haus auf dem Land mit einem großen, eingezäunten Grundstück und einem weiteren Hund als Gefährten. Man kann sie in der Wohnung halten, aber das verlangt dem Besitzer titanische Anstrengungen in Bezug auf den Auslauf ab.

  • Fell: Die Pflege ist minimal. Es reicht, den Hund einmal wochentlich mit einem speziellen Handschuh oder einer Bürste aus Naturborsten abzubürsten, um abgestorbene Haare zu entfernen. Er haart mittelmäßig.
  • Ohren: Das ist die Schwachstelle aller Schlappohrhunde. Wegen der schlechten Belüftung des Gehörgangs kann sich dort Feuchtigkeit sammeln und Infektionen begünstigen. Kontrolle und Reinigung sollten regelmäßig erfolgen, besonders nach Waldspaziergängen.
  • Krallen: Foxhounds haben starke Krallen, die schnell wachsen. Wenn der Hund nicht genug auf hartem Boden (Asphalt, Steine) läuft, müssen die Krallen geschnitten werden.

Gesundheit und genetische Veranlagungen

Im Allgemeinen ist dies eine sehr gesunde Rasse, da schwache Individuen während der harten Auslese bei der Jagd schlicht nicht überlebten. Sie leiden nicht unter übermäßiger Überzüchtung. Dennoch gibt es eine Reihe von Erkrankungen, über die ein zukünftiger Besitzer Bescheid wissen sollte.

ErkrankungHäufigkeit / RisikoVorbeugung / Diagnostik
HüftgelenksdysplasieMittelRöntgen, Gewichtskontrolle, richtige Belastung
NierenerkrankungenGenetische NeigungRegelmäßige Urin- und Blutuntersuchungen
Ohrenentzündungen (Otitis)HochHygiene, Belüftung der Ohren
EpilepsieNiedrigAusschluss von Trägern aus der Zucht

Ernährung eines Arbeitshundes

Da der English Foxhound eine kolossale Menge an Energie verbraucht, muss seine Ration entsprechend sein. Wird der Hund real jagdlich oder im Sport (Canicross, Bikejöring) geführt, benötigt er hochkalorisches Futter mit hohem Protein- und Fettgehalt. Für einen Familienhund mit moderater Belastung sollte die Kalorienzufuhr gesenkt werden, da Foxhounds gerne fressen und schnel Übergewicht ansetzen können, was wiederum die Gelenke belastet.

Es ist wichtig, den Fütterungsplan einzuhalten: Füttern Sie den Hund niemals direkt vor einem aktiven Lauf oder unmittelbar danach, um eine Magendrehung zu vermeiden – ein gefährlicher Zustand, der bei Hunden mit tiefem Brustkorb verbreitet ist.

Vor- und Nachteile der Rasse

Vorteile

  • Keine Aggression gegen Menschen: Ideal für große Familien geeignet.
  • Robuste Gesundheit: Ausdauernd, erkranken selten an genetischen Leiden.
  • Leichte Fellpflege: Benötigen kein aufwendiges Grooming.
  • Sozialverhalten: Kommen hervorragend mit anderen Hunden aus.

Nachteile

  • Bewegungsdrang: 20 Minuten Spaziergang um den Block sind viel zu wenig. Sie brauchen kilometerweite Läufe.
  • Jagdinstinkt: Können einer Fährte folgen und Kommandos ignorieren. Gefährlich für Katzen und Kleintiere (wenn nicht von klein auf sozialisiert).
  • Stimme: Bellen und heulen gerne, besonders aus Langeweile.
  • Spezifischer Geruch: Wie viele Jagdhunde können sie stärker „hundeln“ als Zierrassen.

Interessante Fakten über die Rasse

  • In Großbritannien existieren Zuchtbücher dieser Rasse, die seit dem 18. Jahrhundert ununterbrochen geführt werden. Das ist eine der am besten dokumentierten Abstammungslinien in der Tierwelt.
  • Sogar heute werden Hunde in großen Meuten oft in Paaren („Couple“) gezählt. Das heißt, wenn ein Jäger sagt, er habe 20 Couples, bedeutet das 40 Hunde.
  • Die Pfotenform des Foxhounds gilt als Standard für alle Hunde, die auf Ausdauer arbeiten.

Häufige Fragen zur Rasse (FAQ)

Eignet sich der English Foxhound für die Wohnung?
Theoretisch ja, praktisch nein. Sie brauchen Raum und Bewegung. Das Wohnungsleben wird für sie oft zum Gefängnis, wenn der Besitzer kein Marathonläufer ist.

Wie verhalten sie sich gegenüber Kindern?
Sehr gut. Sie sind geduldig und neigen nicht zu Aggression. Aufgrund ihrer Größe und Aktivität können sie jedoch beim Spielen versehentlich ein kleines Kind umstoßen.

Sind sie schwer zu füttern?
Nein, sie sind beim Fressen nicht wählerisch. Die Hauptsache ist eine ausgewogene Nährstoffbilanz und Portionskontrolle.

Video über die Rasse

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