Geschichte des Berner Sennenhunds

Die Geschichte des Berner Sennenhunds reicht weit in die Vergangenheit zurück. Es wird angenommen, dass seine Vorfahren die römischen Molosser waren – große Kriegshunde, die vor über 2000 Jahren mit den Legionen Caesars auf das Gebiet der heutigen Schweiz (Helvetien) kamen. Im Laufe der Zeit kreuzten sich diese Hunde mit lokalen Hirtenhunden und passten sich den rauen Bedingungen der Alpen an. Über Jahrhunderte hinweg dienten sie treu den Schweizer Bauern und verrichteten die unterschiedlichsten Arbeiten.
Anfangs wurden diese Hunde „Dürrbächler“ genannt, nach dem kleinen Dorf Dürrbach bei Bern, wo sie besonders verbreitet waren. Sie waren vielseitige Hofhunde: Sie bewachten Vieh und Eigentum, halfen beim Treiben von Kuhherden von den Weiden zu den Höfen, und dank ihrer Stärke und Ausdauer wurden sie vor Karren gespannt, um Milchkannen und Käse zum Verkauf zu transportieren. Ihre dicke, dreifarbige Fellschicht schützte sie zuverlässig vor Kälte.

Ende des 19. Jahrhunderts, mit der Entwicklung anderer Rassen wie dem Bernhardiner, begann die Population der Dürrbächler zu schrumpfen. Die Wiederbelebung der Rasse ist mit dem Namen von Franz Schertenleib verbunden. Im Jahr 1892 war er von der Intelligenz und Schönheit dieser Hunde so beeindruckt, dass er es sich zur Aufgabe machte, sie zu erhalten und zu popularisieren. Zusammen mit Professor Albert Heim, einem Geologen und großen Liebhaber schweizerischer Hunderassen, begannen sie eine gezielte Zuchtarbeit.
1904 wurden die Dürrbächler erstmals auf einer Ausstellung in Bern präsentiert. 1907 wurde der erste Rasseclub gegründet, und in diesem Zusammenhang wurde vorgeschlagen, den Namen in „Berner Sennenhund“ zu ändern, um ihre Herkunft und Verbindung zu anderen schweizerischen Hirtenhunden zu unterstreichen. 1910 wurden auf der Ausstellung in Burgdorf bereits 107 Hunde vorgestellt. Seitdem wuchs die Popularität der Rasse rasant, nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa und Amerika. Heute ist der Berner Sennenhund ein Liebling von Millionen von Menschen weltweit, obwohl sich seine Hauptaufgabe von einem Arbeitshund zu einem Begleithund gewandelt hat.
Rassestandard und Aussehen

Der Berner Sennenhund ist ein großer, kräftiger, aber harmonisch gebauter Hund mit langem, glänzendem Fell. Sein Aussehen strahlt Kraft, Ruhe und Freundlichkeit aus. Die Hauptmerkmale gemäß dem FCI-Standard Nr. 45 sind:
- Kopf: Kräftig und proportional zum Körper. Der Schädel ist im Profil und von vorne leicht gerundet. Der Übergang von der Stirn zum Fang ist gut ausgeprägt, aber nicht zu abrupt.
- Fang: Kräftig, gerade geformt, von mittlerer Länge. Die Nase ist groß und schwarz. Die Lefzen liegen eng an und sind schwarz.
- Augen: Dunkelbraun, mandelförmig, mit einem intelligenten und sanften Ausdruck. Die Augenlider liegen eng an.
- Ohren: Mittlere Größe, dreieckig, hoch angesetzt. In Ruhestellung hängen sie am Kopf anliegend herab. Wenn der Hund aufmerksam ist, hebt sich der hintere Teil der Ohren, während die Vorderkante am Kopf anliegt.
- Körper: Kräftig und kompakt. Das Verhältnis der Widerristhöhe zur Körperlänge beträgt etwa 9:10. Der Hals ist stark und muskulös. Die Brust ist breit und tief, reicht bis zu den Ellbogen. Der Rücken ist gerade und kräftig.
- Rute: Lang, buschig, reicht bis zum Sprunggelenk. In Ruhestellung hängt sie nach unten, in der Bewegung kann sie bis auf Höhe des Rückens oder etwas höher getragen werden.
- Fell: Lang, glänzend, glatt oder leicht gewellt, mit dichter Unterwolle.
- Färbung: Charakteristisch dreifarbig. Die Grundfarbe ist ein sattes Schwarz. Helle, satte rostbraune Abzeichen befinden sich auf den Wangen, über den Augen, an allen vier Beinen und auf der Brust. Die weißen Abzeichen sind symmetrisch: eine Blesse auf dem Kopf (sollte die Flecken über den Augen nicht berühren), eine weiße „Krawatte“ am Hals und auf der Brust. Weiße „Socken“ an den Pfoten und eine weiße Schwanzspitze sind erwünscht.


