Verstand, Erziehung und wie viel Bewegung nötig ist

Der Verstand ist hoch, die Motivation jedoch eine eigene. Der Tibbie begreift rasch, was von ihm verlangt wird, und entscheidet dann gesondert, ob sich das gerade lohnt. Der amerikanische Rasseklub formuliert es so: Die Hunde seien intelligent und arbeiteten gern mit, könnten in Agility, Nasenarbeit, Rally Obedience und Unterordnung gut abschneiden, besäßen aber einen sehr eigenständigen Kopf und entschieden selbst, wann und was sie ausführen – deshalb solle die Ausbildung früh beginnen und Freude machen.
Für die Praxis heißt das: kein Druck und keine körperlichen Strafen. Die Rasse merkt sich Ungerechtigkeit gut und antwortet mit Rückzug in sich selbst, nicht mit Gehorsam. Es wirken positive Bestärkung, kurze Einheiten und das Aufhören beim Erfolg. Frühe Sozialisierung ist Pflicht, gerade wegen der natürlichen Zurückhaltung gegenüber Fremden: Ein Hund, der in der Welpenzeit wenig gesehen hat, wird als Erwachsener nicht bösartig, sondern übervorsichtig.
Der Bewegungsbedarf ist mäßig. Der Kennel Club beziffert ihn mit bis zu einer Stunde pro Tag und hält die Rasse für wohnungstauglich. Der amerikanische Klub ergänzt: Der Hund kann seinen Menschen auf einem langen Spaziergang oder beim Joggen begleiten, ohne zurückzubleiben, und ein eingezäuntes Gelände für den Freilauf ist Pflicht – denn die Eigenständigkeit des Tibbies erstreckt sich auch auf den Entschluss, eigenen Angelegenheiten hinterherzulaufen.


